Wien (OTS) – Die AGES warnt im Auftrag des Gesundheitsministeriums
vor dem rohen
Verzehr von Cocktailtomaten, die aus den italienischen Regionen
Ragusa und Caltanissetta in Sizilien stammen: Diese Tomaten stehen im
Zusammenhang mit einem jährlich wiederkehrenden, Ausbruch von
Salmonella Strathcona. Seit Juli 2026 wurden in zehn europäischen
Ländern mehr als 160 bestätigte Fälle registriert; bei über 100
weiteren Fällen steht die molekulare Bestätigung noch aus. Auch in
Österreich wurden seit Ende Juli 29 Fälle registriert.

Cocktail-Tomaten aus diesen Regionen sollten daher keinesfalls
roh gegessen werden, sondern vor Verzehr unbedingt ausreichend
erhitzt werden. Italien hat auf europäischer Ebene und auch über
italienische Medien vor Kurzem ebenso vor dem rohen Verzehr dieser
Tomaten gewarnt. Salmonellen können Tomaten nicht nur äußerlich
verunreinigen: Unter bestimmten Bedingungen können die Bakterien auch
in das Pflanzengewebe gelangen. Waschen kann oberflächliche
Verunreinigungen reduzieren, bietet daher aber keinen vollständigen
Schutz vor einer bereits bestehenden Kontamination.

Zwtl.: Hintergrund

Seit Jänner 2023 wurden europaweit mehr als 800 bestätigte
Ausbruchsfälle in über 17 Ländern registriert. Der Serotyp Salmonella
Strathcona tritt abseits dieser Ausbrüche nur sehr selten auf. Ende
2025 gelang der AGES der Nachweis dieses Ausbruchsstammes in Bio-
Cherrytomaten aus Sizilien. Darüber hinaus wurde derselbe Stamm im
Bewässerungswasser eines Tomatenproduzenten in Sizilien nachgewiesen.

Seit Juli 29 Fälle in Österreich

Seit Ende Juli 2026 wurden in Österreich 29 Fälle von Salmonella
Strathcona erfasst, von denen 21 bereits mikrobiologisch als
bestätigt gelten; acht weitere Fälle werden derzeit als
wahrscheinliche Ausbruchsfälle kategorisiert. Bis auf einen
Einzelfall im Winter traten alle Erkrankungen zwischen Ende Juli und
Anfang Oktober 2026 auf. Sieben Personen (24 %) mussten
hospitalisiert werden. Das mediane Alter der Betroffenen betrug 36
Jahre (Spannweite: 10 Monate bis 79 Jahre); 59 % der Fälle waren
männlich.

Die meisten Erkrankungen traten in Oberösterreich (n = 7) auf,
gefolgt von Wien (n = 6) und Salzburg (n = 6). Weitere Fälle wurden
aus Tirol (n = 3), Niederösterreich (n = 3), der Steiermark (n = 3)
und Kärnten (n = 1) berichtet. Sechs Personen hatten sich vermutlich
im Ausland infiziert, davon fünf während eines Aufenthalts in Italien
und eine Person in Kroatien.

Erste Ergebnisse der laufenden Befragungen österreichischer Fälle
weisen auch 2026 erneut auf Aufenthalte in Italien sowie auf den
Verzehr von Tomaten hin. Die untersuchten Isolate zeigen eine enge
genetische Verwandtschaft zu den Ausbruchsstämmen der Vorjahre, was
auf eine seit Jahren bestehende gemeinsame Kontaminationsquelle
hindeutet.

Laut Risikobewertung des ECDC besteht das Risiko weiterer
Infektionen fort, solange kontaminierte Tomaten in Verkehr gebracht
werden. Weitere Ausbrüche in den kommenden Jahren gelten daher als
wahrscheinlich, sofern die Ursache der Kontamination nicht
identifiziert und wirksame Kontrollmaßnahmen umgesetzt werden.

Diese Warnung besagt nicht, dass die Gesundheitsschädlichkeit der
Ware vom Erzeuger, Hersteller, Importeur oder Vertreiber verursacht
worden ist. Die AGES ersucht Verbraucher:innen, vorhandene betroffene
Produkt keinesfalls roh, sondern nur gründlich durcherhitzt zu
verzehren.

Zusätzliche Informationen im AGES-Radar für
Infektionskrankheiten: https://www.ages.at/mensch/krankheit/ages-
radar-fuer-infektionskrankheiten/detail/ages-radar-fuer-
infektionskrankheiten-15-oktober-2026