Wien (OTS) – Bereits zum achten Mal wird heuer der
Papageno-Medienpreis für
suizidpräventive Berichterstattung vergeben. Das Gesundheits- und
Sozialministerium, die österreichische Gesellschaft für
Suizidprävention (ÖGS), die Wiener Werkstätte für Suizidforschung,
der Verein Kriseninterventionszentrum, der Verein zur Förderung eines
selbstbestimmten Umgangs mit Medien sowie der Österreichischen
Presserat verleihen die Auszeichnung am 10. September 2026. Der Preis
richtet sich an Medienschaffende, die in ihrer Berichterstattung die
Bewältigung von Suizidalität und Krisen behandeln.
„Verantwortungsvoller Journalismus kann einen wichtigen Beitrag zur
Suizidprävention leisten. Medien haben die Möglichkeit, nicht nur
über Krisen zu berichten, sondern auch Wege aufzuzeigen, wie Menschen
Unterstützung finden und schwierige Lebenssituationen bewältigen
können. Diese Form der Berichterstattung schafft Orientierung,
vermittelt Hoffnung und kann Leben retten.“ betont Gesundheits- und
Sozialministerin Korinna Schumann. Von der Jury wurde nun die
Shortlist verkündet. ****
Seit den 1980er-Jahren ist in Österreich ein deutlicher Rückgang
der Suizidhäufigkeit zu beobachten, dennoch sterben pro Jahr rund
1.200 Menschen durch Suizid. Das sind dreimal so viele Menschen, wie
jährlich im Straßenverkehr ums Leben kommen. Die Zahl der
Suizidversuche wird noch deutlich höher geschätzt.
Der Rückgang der Suizidrate ist unter anderem auf die
Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid zurückzuführen,
die Österreich als eines der ersten Länder weltweit umgesetzt hat.
Medienschaffende haben eine wichtige gesellschaftliche Rolle, wenn
sie über Suizidalität berichten. Berichte über die Bewältigung von
Suizidalität und Krisen können Suiziden aktiv entgegenwirken (
„Papageno-Effekt“). Andere Berichte können Imitationssuizide (
„Werther-Effekt“) zur Folge haben. Das soll mit den Medienrichtlinien
bestmöglich verhindert werden.
Shortlist Papageno-Medienpreis für suizidpräventive
Berichterstattung 2026
Sowohl die große Anzahl an Einreichungen, als auch die hohe
Dichte der Qualität der eingereichten Beiträge stellen die Jury –
bestehend aus Journalist:innen, Expert:innen der Suizidprävention und
Betroffenenvertreter:innen – zunehmend vor die Herausforderung, nur
einen Beitrag zu prämieren. Um dieser Entwicklung entsprechend
Rechnung zu tragen sowie möglichst viele hervorragende
journalistische Werke vor den Vorhang zu holen, finden sich dieses
Jahr drei besonders eindrückliche Beiträge auf der Shortlist. Diese
erfüllen allesamt die Kriterien für suizidpräventive
Berichterstattung, wie in den Medienrichtlinien empfohlen:
Atefie, Nikolai: „ Nach dem Absturz “ (JETZT.at, Podcastreihe
Jänner – Februar 2026)
– Episode 1: Lachsfischen in Kanada
– Episode 2: Erste Hilfe
– Episode 3: Gelöschte Bilder
– Episode 4: Fatale Fehler
– Episode 5: Die Rückkehr
Hoffmann-Ostenhof, Leon: „ Bauernburnout – Wenn Bauern nicht mehr
können “ (ORF, THEMA, 4. August 2025)
Tüchler, Meli und Martos, Daniel: „ Suizidgedanken – Was tun,
wenn jemand nicht mehr leben will? “(Kronehit, psychotalk, 22. April
2026)
Die feierliche Preisverleihung durch Bundesministerin Korinna
Schumann findet am 10. September 2026 in den Räumlichkeiten des
Presseclub Concordia statt.
Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung
Der Papageno-Medienpreis wurde 2019 vom Gesundheits- und
Sozialministerium, der Österreichischen Gesellschaft für
Suizidprävention (ÖGS), der Wiener Werkstätte für Suizidforschung und
dem Verein Kriseninterventionszentrum Wien ins Leben gerufen. Er
betont die Bedeutung von Medien für die Suizidprävention in
Österreich. Benannt ist der Preis nach der gleichnamigen Figur aus
Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, die ihre anfänglichen Suizidgedanken
mit Hilfe von Anderen überwinden konnte. Ausgezeichnet werden jedes
Jahr journalistische Beiträge, die sich mit der Bewältigung von
Suizidalität und Krisen gemäß den Medienrichtlinien zur
Berichterstattung über Suizid beschäftigen.
„Die Beiträge auf der diesjährigen Shortlist zeigen
eindrucksvoll, wie Journalismus Orientierung geben und Hoffnung
vermitteln kann. Sie erzählen von Menschen, die Krisen bewältigen,
Hilfe annehmen und neue Perspektiven finden. Genau diese Form der
Berichterstattung kann dazu beitragen, psychische Gesundheit zu
stärken und Suiziden vorzubeugen.“ , betont Gesundheits- und
Sozialministerin Korinna Schumann.
Weitere Informationen zum Papageno-Medienpreis finden Sie unter:
www.sozialministerium.gv.at/papageno-medienpreis