Wien (OTS) – Wenig Verständnis hat der Vorsitzende der
Postgewerkschaft Richard
Köhler über die geplante gemeinschaftliche Paketsteuer in der Höhe
von 2 Euro je Paket oder Bestellung (Wahlmöglichkeit des
Versandhändlers), die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze bei
Österreichs größtem Postdienstleister haben könnte.
80 Prozent der von der Österreichischen Post AG im Vorjahr
zugestellten Pakete kommen aus dem Ausland. Ob durch die Paketsteuer
Arbeitsplätze im österreichischen Einzelhandel gesichert werden
können, ist mehr als fraglich.
Hinzu kommt, dass die EU beschlossen hat, bereits in Kürze
bestimmte Pakete aus Drittstaaten mit einer Abgabe von 3 Euro zu
belegen. Das soll insbesondere die Online-Riesen aus dem asiatischen
Raum treffen. In Summe werden Online-Pakete also ab September 2026 um
insgesamt 5 Euro teurer. Das könnte sich negativ auf den Paketmarkt
in Österreich und somit auf die Arbeitsplätze bei der
Österreichischen Post AG auswirken, befürchtet Köhler.
Dass auch notwendige Dinge des täglichen Bedarfs, wie zum
Beispiel Medikamente und medizinische Produkte, wenn sie von Online-
Händlern kommen von dieser Paketsteuer betroffen sind, ist nicht
nachvollziehbar.
Wenngleich die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte
Lebensmittel – die Paketsteuer ist die Gegenfinanzierung dazu – eine
wichtige Maßnahme zur Dämpfung der Inflation sei, würde sich der
Gewerkschaftsvorsitzende lieber eine längst fällige Erbschafts- und
Millionärssteuer wünschen. Das wäre nicht nur dringend notwendig,
sondern auch sozial gerecht, so Köhler.
Außerdem kritisiert der Gewerkschafter, dass die längst fällige
Modernisierung des Postmarktgesetzes aus dem Jahre 2009 noch immer
auf sich wartet. Wenn die Post AG auch 2030 ein erfolgreiches
Unternehmen mit sicheren Arbeitsplätzen in einem sich rasant
verändernden Postmarkt sein will, bedarf es dringend Anpassungen auf
regulatorischer Ebene, so Köhler abschließend.





