Outdoor Drone Space Austria (ODSA) der Universität Klagenfurt vor Fertigstellung

Klagenfurt (OTS) – Damit steht den Drohnenforscher:innen des Dronehub
Klagenfurt neben
der Drohnenhalle auch eine Outdoor-Forschungsinfrastruktur zur
Verfügung, um innovative Drohnentechnologien zu entwickeln und zu
testen.

Erbaut wurde die Arena, um auch abseits der bereits bestehenden
Indoor-Drohnenhalle im Freien neue Technologien insbesondere
hinsichtlich GPS Störungen und Wettereinflüssen zu erproben,
entsprechende Daten zu erheben, und neuartige Ansätze zu entwickeln.
Die Arena ist mit einem Motion-Capture-Kamerasystem der Firma
Qualisys ausgestattet, um autonome Flugaktivitäten zu verfolgen und
zu untersuchen. Die Bewegungserfassung dient als Ground Truth. „Durch
dieses System ist es möglich, Algorithmen in realistischer Umgebung
zu testen. Weil wir für viele unserer Anwendungsfälle davon ausgehen,
dass die Drohnen im Freien wie in Wäldern oder in
Katastrophengebieten zum Einsatz kommen, ist es wichtig, dass uns nun
auch eine Outdoor-Infrastruktur – mit den üblichen Einflüssen von
Wind, Kälte, Hitze, Nebel, etc. – zur Verfügung steht“, erklärt
Stephan Weiss, Leiter der Forschungsgruppe Control of Networked
Systems , der den Bau der Drohnenarena initiiert hat. Am Gelände der
Drohnenarena gibt es außerdem zwei Container mit technischer
Infrastruktur und Arbeitsräumen für die Drohnenforscher:innen.

Die Baumaßnahmen des mit einem Netz umspannten Drohnenflugplatzes
wurden vom Lakeside Science & Technology Park umgesetzt, auf dessen
Gelände die Drohnenarena auch positioniert ist. Der Geschäftsführer
des Lakeside Park Bernhard Lamprecht sieht in dem ODSA der
Universität Klagenfurt eine wichtige Bereicherung des Technologie-
Parks: „Die Umsetzung der Drohnenarena durch den Lakeside Park zeigt,
wie konsequent wir an diesem Standort zukunftsweisende Technologien
unterstützen. Unser zentraler Anspruch ist es, exzellenter Forschung
den Raum zu geben, den sie benötigt, um Innovationen mit
internationaler Strahlkraft hervorzubringen und gleichzeitig
Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, sich in diesem Forschungs- und
Entwicklungsbereich der Zukunft weiterzuentwickeln. Die neue
Drohnenarena setzt dafür ein klares Zeichen.“

Finanziert wurde der Bau des ODSA durch Mittel des
Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung und der
Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die durch die Forschungsgruppe
Control of Networked Systems für das Projekt eingeworben werden
konnten.

Seit 2008 arbeiten Forscher:innen an der Universität Klagenfurt
an neuen Technologien, die den Einsatz von Drohnen verbessern sollen.
Im Fokus steht dabei die Entwicklung von Multidrohnensystemen, in
denen mehrere Drohnen autonom navigieren, sich selbstständig
koordinieren und Daten austauschen. Die Vision ist, dass
Drohnenschwärme ähnlich einem Vogelschwarm ohne zentrale
Programmierung Aufgaben erledigen. Eine große Herausforderung ist
dabei die kamerabasierte Navigation, die es den Drohnen ermöglicht,
sich ein Bild von der Umgebung zu machen und sich so in Gebieten
unabhängig von GPS zu orientieren. Die Einsatzgebiete der in
Klagenfurt entwickelten Drohnentechnologien sind vielfältig: Sie
finden Anwendung beim Roten Kreuz und bei der Feuerwehr, in
Industrieumgebungen oder in Reedereien bei der Wartung von Schiffen,
bei der Waldinventur oder unter marsähnlichen Bedingungen bei einer
Analog-Weltraummission.

Diese Forschungsarbeiten sind im Dronehub Klagenfurt gebündelt.
Dazu tragen vier Forschungsgruppen bei: Control of Networked Systems
(Leitung: Stephan Weiss, Jan Steinbrener, Yannick Morel), Mobile
Systems (Leitung: Christian Bettstetter), Pervasive Computing (
Leitung: Bernhard Rinner) und Multimedia Communication (Leitung:
Christian Timmerer).