Österreichische Daten zeigen: Effektiver Schutz von Säuglingen vor RSV ist möglich

Wien (OTS) – RSV* ist die Hauptursache für schwere
Atemwegsinfektionen und
Spitalsaufenthalte bei Säuglingen, insbesondere im ersten Lebensjahr.
Das scheint sich langsam zu ändern. Eine Tiroler Studie hat nun
nachgewiesen, was sich davor schon in internationalen Ergebnissen
gezeigt hat: Sowohl die passive Immunisierung als auch die Impfung
der werdenden Mutter reduzieren die Wahrscheinlichkeit, dass
Säuglinge schwer an RSV erkranken und hospitalisiert werden müssen,
signifikant. Wie hoch der Nutzen dieser Immunisierungsmöglichkeiten
für die öffentliche Gesundheit sein wird, hängt allerdings von der
Akzeptanz der Bevölkerung ab. Weitere Aufklärungsarbeit ist nötig.

Zwtl.: Lange RSV-Saison

Die RSV-Saison erstreckt sich üblicherweise über etwa ein halbes
Jahr. Sie beginnt im Oktober oder November und endet im April. [1]
Zwar gibt es aktuell erst wenige und sporadische RSV-Nachweise,
allerdings sind in den letzten Jahren die Infektionen gegen
Jahresende hin jeweils stark angestiegen. [2] Es ist also zu
erwarten, dass es dieses Jahr ähnlich sein wird.

Zwtl.: Säuglinge sind besonders vulnerabel

RSV ist bis dato die häufigste Ursache für schwere
Atemwegsinfektionen und Krankenhausaufenthalte bei Säuglingen im
ersten Lebensjahr. Besonders gefährdet sind Frühgeborene, aber auch
gesunde Babys können schwer erkranken. Weltweit stehen 2 % aller
Todesfälle bei Kindern unter 5 Jahren und 3,6 % aller Todesfälle bei
Kindern im Alter von 28 Tagen bis 6 Monaten mit einer RSV-Infektion
in Zusammenhang. [1]

Zwtl.: Vorbeugung ist möglich

25 Jahre lang waren vorbeugende Maßnahmen in Form eines monatlich
zu verabreichenden monoklonalen Antikörpers nur für Hochrisiko-Kinder
möglich. Für alle anderen gab es keine Schutzmöglichkeiten. Seit 2023
bzw. 2024 ist das anders. Nun können einerseits die werdenden Mütter
geimpft werden und so die schützenden Antikörper über den
Mutterkuchen an das Kind weitergeben, oder den Neugeborenen wird kurz
nach der Geburt eine passive Immunisierung verabreicht. Beide
Strategien sind wirksam und haben Eingang in den Österreichischen
Impfplan gefunden.

Zwtl.: Tiroler Studie unterstreicht internationale Studienergebnisse

„ Endlich haben wir wirksame Mittel an der Hand, um die
neugeborenen Kinder vor den schweren Folgen einer RSV-Infektion zu
bewahren “, zeigt sich Priv.-Doz. DDr. Philipp Fößleitner, BSc von
der Universitätsklinik für Frauenheilkunde an der MedUni Wien
zufrieden. „ Das beweist auch die unlängst publizierte Tiroler
Studie. “

Im Winter 2024/25 wurde in drei Tiroler Spitälern eine Studie [3]
an 1.156 Neugeborenen durchgeführt: Untersucht wurden die Raten der
RSV-Immunisierung durch Impfung der Mutter oder durch eine passive
Immunisierung des Neugeborenen, die Notwendigkeit einer RSV-bedingten
Spitalsaufnahme und die Dauer des Spitalsaufenthaltes. Es zeigte
sich, dass 57 % der Kinder einen monoklonalen Antikörper als passive
Immunisierung und 12 % mütterliche Antikörper über den Umweg der
Schwangerenimpfung erhielten. Insgesamt wurden also knapp 70 % der
Säuglinge auf die eine oder andere Weise immunisiert.

Dies schlug sich auch auf die Hospitalisierungsraten nieder. Die
Zahl der RSV-bedingten Krankenhausaufnahmen bei Säuglingen unter
einem Jahr sank von 151 (vor der COVID-19-Pandemie und vor Einführung
der Immunisierungsmöglichkeiten) auf 47 Fälle (nach Einführung der
Immunisierungsmöglichkeiten), also um etwa zwei Drittel.

„ Somit ist belegt, dass beide Strategien auch in Österreich –
die Impfung der Schwangeren und die passive Immunisierung der Babys –
effektiv vor schweren RSV-Verläufen und Spitalsaufnahmen schützen
können “, betont Fößleitner. „ Die Eltern können entscheiden: Schutz
des Babys bereits bei der Geburt durch Impfung der werdenden Mutter
oder Immunisierung des Neugeborenen, sobald es auf der Welt ist.
Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass das Angebot noch besser
angenommen wird. “

Zwtl.: Empfehlungen im Österreichischen Impfplan:

– Schwangerenimpfung: Eine einmalige Impfung ist für Schwangere
empfohlen, wenn der Geburtstermin zwischen Oktober und März liegt.
Sie sollte 4–8 Wochen vor dem Geburtstermin erfolgen.

Passive Immunisierung der Neugeborenen, Säuglinge und
Kleinkinder: Sie wird grundsätzlich je nach Geburtstermin vor oder
während der ersten RSV-Saison empfohlen, ebenso für Kinder im Alter
von bis zu 24 Monaten, wenn sie während ihrer zweiten RSV-Saison
weiterhin anfällig für eine schwere RSV-Erkrankung sind. Diese
Immunisierung wird im Rahmen des kostenfreien Impfkonzeptes zur
Verfügung gestellt.

Bis Ende März läuft in österreichischen Apotheken eine RSV-
Impfaktion. In diesem Zeitraum sind RSV-Impfstoffe zu einem deutlich
reduzierten Preis erhältlich.

* Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus

Impfempfehlungen sind im Österreichischen Impfplan nachzulesen,
Impfberatung bieten Ärzt:innen und Apotheker:innen im
österreichischen Gesundheitswesen.

[1] BASGPK, Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.0 vom
01.10.2025.

[2] https://viro.meduniwien.ac.at/forschung/virus-
epidemiologie/rsv-netzwerk-oersn-2-1-1/, zuletzt abgerufen am 24.
November 2025.

[3] Höck M et al. Acceptance and impact of Nirsevimab and the
RSVpreF vaccine following implementation in Austria. Front Public
Health. 2025 Oct 20;13:1686581.