Wien (OTS) – Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen zwar nur einen
moderaten
Anstieg der Arbeitslosigkeit, eine Entwarnung gibt es aber nicht.
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht es eine aktive
Arbeitsmarktpolitik, die Menschen Chancen eröffnet und Unternehmen
bei der Fachkräftesicherung unterstützt. Die arbeitsmarktpolitischen
Zielvorgaben von Sozialministerin Korinna Schumann setzen dafür
wichtige Schwerpunkte, vor allem bei Qualifizierung, Weiterbildung
und nachhaltiger Beschäftigung.
„Ausbildung ist und bleibt der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.
Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben ein rund dreimal
so hohes Risiko, arbeitslos zu werden. Gleichzeitig droht Österreich
eine Arbeitskräftelücke von mehr als 50.000 Personen. Deshalb ist es
richtig, dass in den Zielsetzungen der Bundesministerin Schumann an
das AMS Qualifizierung, Fachkräftestipendium, Pflegestipendium und
Weiterbildung eine zentrale Rolle spielen. Jetzt ist nicht die Zeit,
abzuwarten, sondern in die Qualifikation der Menschen zu
investieren“, sagt ÖGB-Arbeitsmarktexperte Lukas Stani. Die bessere
finanzielle Absicherung während längerer Aus- und Weiterbildungen sei
dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Positiv bewertet der ÖGB auch die Schwerpunkte für Jugendliche
und junge Erwachsene. „Die Stärkung der überbetrieblichen
Lehrausbildung ist wichtig, um allen jungen Menschen eine
Ausbildungsperspektive zu bieten. Gleichzeitig dürfen sich Betriebe
nicht aus der Verantwortung ziehen. Die betriebliche Lehre bleibt der
wichtigste Weg zur Fachkräfteausbildung. Wer Fachkräfte sucht, muss
auch ausbilden. Wichtig ist hier, junge Erwachsene über 18 Jahre, die
noch keinen Berufsabschluss haben, und Menschen mit Flucht- oder
Migrationshintergrund stärker als Zielgruppe für die Lehre zu
berücksichtigen“, so Stani. Wichtig seien außerdem die raschere
Anerkennung ausländischer Abschlüsse und eine bessere
Arbeitsmarktintegration von Migrant:innen.
Stani begrüßt zudem die geplanten Schwerpunkte bei Frauen,
älteren Arbeitnehmer:innen und Menschen mit besonderem
Unterstützungsbedarf: „Gut ist, dass hier zusätzliche Akzente gesetzt
werden. Besonders erfreulich ist das klare Bekenntnis, weiterhin 54
Prozent der arbeitsmarktpolitischen Fördermittel für Frauen
einzusetzen. Jetzt kommt es darauf an, die angekündigten Maßnahmen
rasch umzusetzen und sicherzustellen, dass die Unterstützung dort
ankommt, wo sie gebraucht wird.“
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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