Mehr Schutz für Journalistinnen!

Wien (OTS) – Angesichts der starken Zunahme von Bedrohungen und
Gewalt in
digitalen Netzwerken gewinnt der Schutz von Journalistinnen und
weiblichen Medienschaffenden immer mehr an Bedeutung. „Wir setzen uns
verstärkt für Maßnahmen ein“, erklärt Martin Wassermair,
Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, „die
sowohl die Sicherheit als auch die psychische Gesundheit
gewährleisten und dem Anstieg von Angriffen und Hasskampagnen
entgegenwirken“. Bereits im vergangenen Jahr legte RSF International
einen umfassenden Empfehlungskatalog für Regierungen, Medienhäuser
und Plattformbetreiber zur Bekämpfung von Cyber-Belästigung und
Diskriminierung von Frauen im Mediensektor vor, der nun auch in die
österreichische politische Debatte stärker eingebracht werden soll.

Am Donnerstag, 25. Juni 2026, traf Reporter ohne Grenzen (RSF)
Österreich mit Frauenministerin Eva-Maria Holzeitner zusammen, um im
Hinblick auf die bevorstehende Neuordnung der Medienförderung vor
allem frauenpolitische Gesichtspunkte zu erörtern. Vorstandsmitglied
Barbara Tóth problematisierte sexuelle Übergriffe in Medien, verwies
auf die aktuellen Vorfälle im ORF und forderte mehr redaktionelle
Verantwortung bei der Verankerung wirksamer Schutz- und
Beschwerdemechanismen. Insbesondere die für 2027 geplante Einrichtung
einer Kontakt- und Clearingstelle für von Gewalt und Diskriminierung
betroffene Journalistinnen bietet konkrete Möglichkeiten, das Ausmaß
der Vorfälle zu erfassen und daraus wirksame Präventionsmaßnahmen
abzuleiten.

Frauenministerin Holzleitner verwies auf die bisherigen
Aktivitäten ihres Ressorts im Gewaltschutz und richtete an
Journalismus und Medien einen deutlichen Appell: „Wie über Gewalt an
Frauen und über Femizide berichtet wird, prägt die Wahrnehmung dieser
Taten in unserer Gesellschaft. Die Verantwortung tragen Politik und
Medien gemeinsam, deshalb ist der enge Austausch mit ‚Reporter ohne
Grenzen‘ sehr wertvoll.“