Laaben (OTS) – Ca. 7000 Sikahirsche leben derzeit in Österreich,
großteils in
speziellen Wildgehegen, wo sie eines Tages für die Fleisch-Produktion
erschossen werden. Diese Schalenwildart stammt ursprünglich aus
Ostasien, wurde aber bereits im 19. Jahrhundert in Europa
eingebürgert und später auch ausgesetzt. Nun haben Brüsseler
EUrokraten am grünen Tisch beschlossen, das mittlerweile bei uns
heimische Wild zur „bioinvasiven Spezies“ zu erklären und damit in
Österreich zu verbieten – bis August nächsten Jahres müßten alle
erschossen werden!
Der Aufschrei aus allen Teilen der Landwirtschaft, der Züchter und
JägerInnen war erwartungsgemäß groß, denn das bedeutet ja auch enorme
wirtschaftliche Verluste für die Betroffenen, die in die Millionen
gehen.
Zwtl.: Doppelmoral und Scheinheiligkeit
Doch dieser Aufschrei entbehrt nicht auch einer gehörigen Portion
Doppelmoral und Scheinheiligkeit: Die EU-Bürokratie will zwar ca.
7000 große und gesunde Säugetiere auf einen Schlag ermorden lassen,
die nochdazu – verglichen mit Schweinen, Mastrindern oder Hühnern in
der Massentierhaltung – noch relativ „artgerecht“ leben dürfen; man
„vergißt“ aber dabei, daß dieselben Tiere von den eigenen Züchtern (
„Besitzern“) nur wenig später ohnehin erschossen werden würden, eben
für die „Wildfleisch“-Produktion.
Und wieviel sind 7000 Hirsche verglichen mit (laut Statistik
Austria) jährlich 108 Millionen getöteten Hühnern, 4,8 Millionen für
das „Schnitzel“ ermordeten Schweinen, 587.000 Rindern oder fast
320.000 – großteils betäubungslos geschächteten – Schafen?
Tierschützer Dr. Franz-Joseph Plank von ANIMAL SPIRIT
kommentiert: „Solange das bedenkenlose millionenfache Massenmorden an
unschuldigen schmerz- und empfindungsfähigen Mitgeschöpfen zur
alleinigen Befriedigung von kurzfristigen Gaumenfreuden nicht
grundsätzlich hinterfragt wird, ist die öffentliche Empörung über das
vorzeitige Töten von 7000 Hirschen eher unangebracht und
scheinheilig!“





