St. Pölten (OTS) – Die angekündigte Lkw-Maut auf Landesstraßen im
Burgenland stößt bei
der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich auf
scharfe Kritik. Aus Sicht der NÖ Industrie droht damit eine
zusätzliche Belastung für Unternehmen, die bereits heute mit hohen
Energie-, Personal- und Logistikkosten sowie einem enormen
internationalen Wettbewerbsdruck kämpfen.
„Eine zusätzliche Maut ist genau das Gegenteil von dem, was ein
wettbewerbsfähiger Industriestandort jetzt braucht. Wir brauchen
weniger Belastungen und nicht noch eine neue Kostenkeule. Wer glaubt,
dass diese Maut am Ende nur die Transporteure trifft, verkennt die
Realität der industriellen Wertschöpfung“, sagt Helmut Schwarzl ,
Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
Für die Industrie ist eine funktionierende und leistbare Logistik
unverzichtbar. Rohstoffe und Vorprodukte müssen zu
Produktionsstandorten gelangen, Komponenten zwischen Werken
transportiert und fertige Produkte zu Kunden und internationalen
Märkten gebracht werden. Jede zusätzliche Belastung des Güterverkehrs
schlägt daher über kurz oder lang auf die Kosten der produzierenden
Unternehmen durch.
Besonders kritisch ist die Situation für jene
niederösterreichischen Industriebetriebe, die eng mit dem ungarischen
Markt verflochten sind. Betroffen sind nicht nur Unternehmen, die
ihre Produkte nach Ungarn exportieren, sondern auch Betriebe, die
Werke oder Produktionsstandorte in Ungarn betreiben und dafür auf
grenzüberschreitende Transporte angewiesen sind.
„Die industrielle Realität hält sich nicht an Landesgrenzen.
Niederösterreichische Unternehmen produzieren in mehreren Ländern,
liefern nach Ungarn und beziehen von dort Vorprodukte. Wenn
Transporte auf den Verbindungsachsen zusätzlich verteuert werden,
trifft das unmittelbar unsere Betriebe – und damit letztlich auch
ihre Wettbewerbsfähigkeit“, so Schwarzl .
Gerade für exportorientierte Industriebetriebe sei es fahrlässig,
die ohnehin hohen Standortkosten weiter nach oben zu treiben. „Eine
Landesmaut, die Transporte verteuert und damit industrielle
Wertschöpfung belastet, ist wirtschaftspolitisch schlicht der falsche
Weg“, betont Schwarzl : „Wir brauchen keine Maut, die immer höhere
Kosten für Unternehmen und am Ende auch für die Konsumenten bringt.
Wir brauchen Vernunft. Das Burgenland sollte die Finger von dieser
zusätzlichen Belastung lassen, statt der Industrie und dem
Wirtschaftsstandort eine weitere Rechnung zu schicken.“
Für die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich
ist klar: Die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie darf
nicht durch zusätzliche regionale Abgaben auf den Güterverkehr
geschwächt werden. „Wenn wir Industriearbeitsplätze, Wertschöpfung
und Investitionen in der Region halten wollen, dann müssen wir
Transporte effizienter und nicht teurer machen. Eine zusätzliche
Burgenland-Maut ist daher ein Schritt in die völlig falsche
Richtung“, so Schwarzl abschließend.