St. Pölten (OTS) – Vier Wochen Praktikum bei einem Partnerbetrieb im
Ausland —
kostenlos. Diese Möglichkeit nutzen heuer 139 Nachwuchskräfte. Sie
haben sich 2026 für die Initiative „Let’s Walz“ von Wirtschaftskammer
NÖ und Arbeiterkammer NÖ beworben. „Lehrlinge und Betriebe
profitieren gleichermaßen“, betonen WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und
AK NÖ-Präsident Markus Wieser. Heuer erstmals neu: Der Let’s Walz-
Award für jene Unternehmen, die seit dem Start der Aktion 2017 die
meisten Lehrlinge auf die Wanderschaft geschickt haben.
„Ein Aufenthalt im Ausland erweitert nicht nur den fachlichen
Horizont, sondern stärkt auch zentrale Kompetenzen für das
Berufsleben“, betont Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer
Niederösterreich (WKNÖ), bei der Stipendienübergabe an die
diesjährigen Teilnehmer:innen von Let’s Walz, einer gemeinsamen
Initiative von WKNÖ und AK NÖ, im WIFI St. Pölten. „Internationale
Erfahrung fördert das Verständnis für andere Kulturen, verbessert
Sprachkenntnisse und ermöglicht den Erwerb spezieller
Fachkompetenzen. Gleichzeitig wachsen Selbstständigkeit,
Anpassungsfähigkeit und Selbstbewusstsein – Fähigkeiten, die
Lehrlinge direkt in ihren Lehrbetrieben einbringen und die den Erfolg
der Unternehmen langfristig sichern.“
139 Lehrlinge ab dem 2. Lehrjahr (Mindestalter 16 Jahre) haben
sich heuer beworben. Angeboten werden Praktika in zehn Ländern:
Deutschland (Leipzig), Dänemark (Aalborg), Frankreich (Toulouse),
Griechenland (Heraklion), Island (Reykjavik), Italien (Pistoia),
Nordirland (Belfast), Portugal (Lissabon), Schweden (Malmö) und
Spanien (Córdoba).
Markus Wieser: „Bestmögliche Perspektiven und Erfahrungen“
„Mit diesen Auslandserfahrungen entsteht eine echte Win-Win-
Situation: Lehrlinge erweitern ihre fachlichen und persönlichen
Fähigkeiten, Unternehmen gewinnen motivierte, international erfahrene
Nachwuchskräfte, die frische Ideen und Innovationskraft mitbringen.
Gerade in Zeiten der Digitalisierung und einer global vernetzten
Arbeitswelt ist das ein entscheidender Vorteil“, weiß AK NÖ-Präsident
Markus Wieser.
Let’s Walz-Award für NÖ Unternehmen
Heuer gibt es zudem erstmals einen Award für jene Betriebe, die
seit dem Start der Aktion im Jahr 2017 die meisten Lehrlinge auf die
Walz geschickt haben. „Diese Unternehmen zeigen vorbildlich, wie
unternehmerisches Engagement junge Talente fördert und zugleich die
Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärkt“, gratulieren Ecker und
Wieser. „Die Lehrlinge kehren mit neuen Erfahrungen, frischem Know-
how und gestärktem Selbstbewusstsein zurück – davon profitieren
sowohl die Nachwuchskräfte als auch ihre Ausbildungsbetriebe,
besonders in Zeiten des großen Fachkräftebedarfs.“
Martina Faukal, Alfred Trepka GmbH: „Über den Tellerrand blicken“
Eines dieser Unternehmen ist die Alfred Trepka GmbH in Ober-
Grafendorf (Bezirk St. Pölten). Auch heuer schickt das NÖ
Bauunternehmen mit Joseph Trunk und Jakob Knestel zwei Lehrlinge auf
Wanderschaft. „Die Teilnahme an Let’s Walz ermöglicht es unseren
Lehrlingen, über den Tellerrand hinauszublicken und neue Kulturen
sowie Arbeitsweisen kennenzulernen“, weiß Geschäftsführerin Martina
Faukal. Dabei würden die Jugendlichen sowohl fachlich als auch
persönlich profitieren, da sie sich in neuen Städten, Betrieben und
mit einer Fremdsprache zurechtfinden müssen. Die bisherigen
Erfahrungen mit Let`s Walz sind durchwegs positiv: „Die jungen
Teilnehmer erweitern ihren Horizont – sprachlich wie menschlich – und
entwickeln Fähigkeiten, die sie für Unternehmen besonders wertvoll
machen.“ Den eigenen Lehrlingen und allen Teilnehmern gibt Faukal mit
auf den Weg: „Neugierig und offen zu bleiben und sowohl die
Partnerbetriebe als auch die neuen Umgebungen aktiv zu entdecken.“
Joseph Trunk: „Über den Tellerrand hinausschauen“
„Ich wollte wissen, wie in anderen Ländern gearbeitet wird, und
neue Erfahrungen sammeln“, sagt Joseph Trunk, angehender Hoch- und
Betonbauer im dritten Lehrjahr bei der Alfred Trepka GmbH in Ober-
Grafendorf, über seine Motivation, sich für „Let’s Walz“ zu bewerben.
Das Prozedere war unkompliziert: „Ich habe einen Brief bekommen und
mich dann direkt beworben.“ Im Juni geht es für den 17-Jährigen vier
Wochen nach Belfast in Nordirland. Die Vorbereitung läuft bereits:
„Ich schaue mir die fachspezifischen Begriffe auf Englisch an und
informiere mich ein bisschen über Land und Leute.“ Seine Erwartungen
sind klar: „Ich möchte fachlich etwas Neues lernen, mein Englisch
verbessern – und einfach eine gute Zeit in Belfast haben.“
Jakob Knestel: „Meine Erwartungen wurden voll erfüllt“
Seine Reise schon hinter sich hat Jakob Knestel, Hoch- und
Betonbauer bei Alfred Trepka GmbH in Ober-Grafendorf. Er verbrachte
vier Wochen in Aalborg. „Ich habe während meines Aufenthalts in
Dänemark gelernt, noch präziser und sorgfältiger mit Holz zu
arbeiten. Besonders beeindruckt hat mich die entspannte Arbeitskultur
dort. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt: Ich habe neue Freunde
gefunden, viel Spaß gehabt und meine Arbeit sauber ausgeführt“,
erzählt der 19-Jährige, der auch noch einen Tipp parat hat: „Allen,
die noch fahren, rate ich, sich vorher über die Währung zu
informieren und passende Kleidung mitzunehmen.“
Die Finanzierung der Praktika erfolgt mit Mitteln aus dem
Programm Erasmus+ sowie durch WKNÖ und AK NÖ. Für Lehrlinge und
Lehrbetriebe fallen für das Praktikum keine Kosten an. Um die
Organisation kümmert sich die Abteilung Bildung der WKNÖ in
Kooperation mit dem Verein für internationalen Fachkräfteaustausch (
IFA).





