Wien (OTS) – Die zweite Verhandlungsrunde für die 130.000
Beschäftigten im
privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich (Sozialwirtschaft
Österreich) wurde von den Gewerkschaften GPA und vida nach Erhalt des
Arbeitgeberangebots in der Höhe von 2,5 Prozent auf zwei Jahre
unterbrochen. Das entspricht lediglich 1,25 Prozent pro Jahr. Die
Gewerkschaften erhöhen den Druck nun deutlich durch
Betriebsversammlungen und Kundgebungen. ++++
Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA, sagt: „Das
Arbeitgeberangebot ist unzureichend und keine Grundlage für ein
Weiterverhandeln am heutigen Tag. Offenbar ist den Arbeitgebern der
Ernst der Lage nicht bewusst. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben
Rechnungen zu bezahlen, arbeiten professionell und schwer und sind
nicht bereit, Gehaltsverluste hinzunehmen. Wir werden nun
österreichweit Betriebsversammlungen in den Unternehmen einberufen,
die Beschäftigten informieren und vorsorglich Streikbeschlüsse
fassen. Darüber hinaus wird es Kundgebungen im öffentlichen Raum
geben. Wir lassen uns nicht mit Almosen abspeisen, die Arbeit in
Pflege, Gesundheit und dem Sozialbereich ist mehr wert.“
„Das Angebot der Arbeitgeber liegt massiv unter der
Inflationsrate. Die Vorstellung, dass der Sozialbereich, der nach wie
vor händeringend Personal sucht und zigtausende Stellen
ausgeschrieben hat, nachhaltig funktionieren kann, ohne dass die
Gehälter an die Teuerung angepasst werden, ist absurd. Die
demografische Entwicklung sorgt dafür, dass es künftig mehr
Kolleginnen und Kollegen in unserer Branche braucht. Ohne einen
entsprechenden Lohn wird man die nicht finden“, sagt Michaela
Guglberger, Verhandlerin für die Gewerkschaft vida.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 27. November 2025 statt.
Der neue Kollektivvertrag gilt ab 1. Jänner 2026.




