Wien (OTS) – Mit der rasanten Verbreitung Künstlicher Intelligenz
wächst auch die
Verantwortung, sie verantwortungsvoll einzusetzen. Beim Global
Dialogue on AI Governance der Vereinten Nationen warnte UN-
Generalsekretär Guterres vor den Gefahren von Künstlicher
Intelligenz. Er fordert eine rasche Regulierung, insbesondere um
Kinder vor der Technologie zu schützen. Der Berufsverband
Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) schließt sich
dieser Forderung an und setzt sich dafür ein, psychologische
Expertise in die Entwicklung und Regulierung von KI einzubeziehen.
Zwtl.: UN-Leitlinien verdeutlichen Bedeutung psychologischer
Expertise
Aus Sicht des BÖP unterstreichen die von den Vereinten Nationen
formulierten Leitlinien die zentrale Bedeutung psychologischer
Expertise für die Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz.
Insbesondere vier Aspekte sind aus psychologischer Perspektive von
besonderer Relevanz:
– Sicherheit bereits vor der Markteinführung , insbesondere bei
Anwendungen für Kinder und vulnerable Personengruppen.
– Menschenrechte als unverhandelbare Grundlage für Entwicklung und
Einsatz von KI-Systemen.
– Faire gesellschaftliche Teilhabe und Kapazitätsaufbau , damit
digitale Innovation bestehende Ungleichheiten nicht weiter verstärkt.
– Transparenz über soziale, psychologische und gesellschaftliche
Auswirkungen von KI-Technologien.
Der BÖP begrüßt insbesondere die klare Position der Vereinten
Nationen, dass in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Justiz oder
öffentlicher Sicherheit KI den Menschen unterstützen kann,
Entscheidungsverantwortung jedoch stets beim Menschen verbleiben
muss.
Zwtl.: KI ist eine psychologische und gesellschaftliche Revolution
Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Technologien – sie
verändert zunehmend die Art und Weise, wie Menschen denken, lernen,
Entscheidungen treffen und miteinander kommunizieren. Dadurch kommen
Fragen auf, die zum Kerngebiet der Psychologie gehören: Wie verändert
KI Aufmerksamkeit, Lernen, Gedächtnis, Kreativität, Urteilsfähigkeit,
Selbstwirksamkeit, Vertrauen oder die psychische Gesundheit? Welche
Auswirkungen hat KI auf Kinder und Jugendliche? Wie verändert KI
unser Denken, wenn wir immer mehr kognitive Leistungen an Maschinen
übertragen?
Psychologisches Wissen ist unverzichtbar, um zu verstehen, wie KI
menschliches Erleben und Verhalten verändert – und damit auch, wie
sie verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt werden kann. Deshalb
braucht KI nicht nur technische Innovation und rechtliche
Rahmenbedingungen, sondern von Beginn an psychologische Expertise.
Zwtl.: Einsatz von Psychologinnen und Psychologen bei KI
Psychologinnen und Psychologen leisten einen wesentlichen Beitrag
zur Entwicklung sicherer, transparenter und ethisch
verantwortungsvoller KI-Systeme – sowohl in der Forschung als auch in
der praktischen Anwendung. Sie tragen dazu bei, Risiken frühzeitig zu
erkennen, menschliche Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen und
digitale Technologien so zu gestalten, dass sie Gesundheit,
Wohlbefinden und gesellschaftliche Teilhabe fördern.
„Künstliche Intelligenz verändert mittlerweile viele
Lebensbereiche. Sie birgt Risiken, aber eröffnet auch neue
Möglichkeiten. Damit Menschen die Vorteile nutzen können und die
Risiken begrenzt werden, braucht es neben technischer Innovation vor
allem psychologisches Wissen über Wahrnehmung, Entscheidungsprozesse,
Vertrauen, Kommunikation und menschliches Verhalten“, so BÖP-
Präsidentin a.o. Univ.Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.
Der BÖP setzt sich daher weiterhin dafür ein, dass psychologische
Expertise in nationale und internationale Strategien zur Regulierung
und Gestaltung Künstlicher Intelligenz verbindlich eingebunden wird.
Nur durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit kann gewährleistet
werden, dass KI den Menschen unterstützt, ohne seine Rechte,
Autonomie und Würde zu gefährden.