Baden (OTS) – Nach einem turbulenten ersten Halbjahr 2026 wächst die
Distanz der
österreichischen Bevölkerung zu Bitcoin und Co. Nur noch knapp ein
Viertel steht Kryptowährungen positiv gegenüber, die
Investitionsbereitschaft fällt deutlich. Gleichzeitig sieht erstmals
eine absolute Mehrheit mehr Nachteile als Vorteile. Das aktuelle
Krypto-Barometer des Online Research Instituts Marketagent zeigt: Die
Marktkorrektur hinterlässt auch in der öffentlichen Wahrnehmung
Spuren.
Zwtl.: Fact Box:
– Investitionsbereitschaft rückläufig : 39% können sich grundsätzlich
vorstellen, in Kryptowährungen zu investieren (nach 44% im zweiten
Halbjahr 2025).
– Skepsis nimmt zu : Nur noch ein Viertel (25%) steht Kryptowährungen
positiv gegenüber. Der Anteil der negativ Eingestellten steigt auf 44
%.
– Vertrauen sinkt : Ein Drittel (33%) empfindet Kryptowährungen als
vertrauenswürdig. Zuletzt waren es noch 35%.
– Mehrheit sieht vor allem Nachteile : Für 52% überwiegen
mittlerweile die Nachteile von Kryptowährungen – ein Anstieg um vier
Prozentpunkte.
– Risiken klar im Fokus : 67% verweisen auf die hohen
Kursschwankungen, 64% auf Betrug und Cyberkriminalität.
– Klassische Werte bleiben gefragt : Von einem hypothetischen
Investment-Budget von einer Million Euro würden durchschnittlich nur
9,4% in Kryptowährungen fließen. Immobilien und Gold bleiben die
Favoriten.
– Krypto bleibt eine Generationenfrage : In der Generation Z können
sich 52% ein Investment vorstellen, bei den Babyboomern lediglich 24%
.
– Platzhirsch Bitcoin : Acht von zehn Befragten kennen Bitcoin
zumindest dem Namen nach. Ethereum folgt mit deutlichem Abstand (32%)
.
Das erste Halbjahr 2026 verlief für den Kryptomarkt schwierig.
Die Turbulenzen am Markt spiegeln sich auch in den Einstellungen der
Bevölkerung wider. Das verdeutlicht die aktuelle Auflage des Krypto-
Barometers von Marketagent unter 1.634 Personen aus Österreich.
Nachdem sich die zentralen Kennzahlen der repräsentativen Befragung
im Jahr 2025 noch weitgehend stabil gezeigt hatten, weist die
aktuelle Welle in Richtung wachsender Skepsis.
Zwtl.: Nur ein Viertel steht Kryptowährungen positiv gegenüber
Nur jeder vierte Österreicher bzw. jede vierte Österreicherin (25
%) steht Kryptowährungen sehr oder eher positiv gegenüber, während 44
Prozent eine ablehnende Haltung zeigen. Das restliche knappe Drittel
gibt sich neutral (32%). Der Blick auf die Altersgruppen offenbart
große Unterschiede zwischen den Generationen: Während 36 Prozent der
Generation Z eine positive Einstellung zu Kryptowährungen zeigen,
trifft das nur auf 15 Prozent der Babyboomer zu. Auch zwischen den
Geschlechtern verläuft eine klare Trennlinie: Männer stehen Bitcoin
und Co. mit 33 Prozent doppelt so häufig positiv gegenüber wie Frauen
(16%).
Zwtl.: Vertrauen und Wissen gehen zurück
Auch das Vertrauen in Kryptowährungen erleidet einen leichten
Dämpfer. Aktuell empfindet nur ein Drittel der Befragten Bitcoin und
Co. als sehr oder eher vertrauenswürdig (33%). Zwei Drittel stufen
Kryptowährungen hingegen als eher weniger oder überhaupt nicht
vertrauenswürdig ein (67%).
Gleichzeitig schätzt ebenfalls nur ein Drittel ihr eigenes Wissen
über Kryptowährungen als sehr oder eher gut ein. Zwei Drittel fühlen
sich weiterhin eher schlecht informiert. Des Weiteren empfinden sechs
von zehn die Materie als komplex und technisch anspruchsvoll.
„ Die Ergebnisse verdeutlichen ein grundsätzliches
Akzeptanzproblem: Trotz jahrelanger medialer Präsenz und wachsender
institutioneller Strukturen bleiben Kryptowährungen für viele
Menschen in Österreich schwer verständlich und wenig vertrauenswürdig
“, erklärt Andrea Berger , Research & Communications Manager bei
Marketagent.
Zwtl.: Deutlicher Rückgang bei der Investitionsbereitschaft
Am deutlichsten sichtbar wird die zunehmende Zurückhaltung bei
der Frage nach einem möglichen Investment. Nur noch knapp vier von
zehn (39%) können sich grundsätzlich vorstellen, in Kryptowährungen
zu investieren. Im zweiten Halbjahr 2025 waren es noch 44 Prozent.
Der Anteil jener, für die ein Investment eher oder überhaupt nicht
infrage kommt, steigt entsprechend auf 61 Prozent.
Dabei bleibt der Markt stark von jüngeren, männlichen und
finanziell besser gestellten Zielgruppen geprägt. Während sich jeder
zweite Mann ein Krypto-Investment vorstellen kann, ist dies bei den
Frauen nur bei rund jeder Vierten der Fall (27%). In der Generation Z
liegt die Investitionsbereitschaft mit 52 Prozent ebenfalls deutlich
über dem österreichweiten Schnitt.
Spannend: Im Vergleich zur Schweiz ist die österreichische
Bevölkerung deutlich zurückhaltender: Dort können sich 49 Prozent ein
Krypto-Investment vorstellen. Auch die positive Einstellung und das
Vertrauen fallen bei den Schweizer Nachbar*innen höher aus.
Zwtl.: Immobilien und Gold schlagen Kryptos
Wie begrenzt die Rolle digitaler Währungen als ernsthafte
Anlagealternative weiterhin ist, zeigt ein hypothetisches Investment-
Szenario: Bei einem verfügbaren Budget von einer Million Euro würden
die Österreicher*innen im Durchschnitt nur rund 94.000 Euro in
Kryptowährungen investieren. Das entspricht einem Anteil von 9,4
Prozent.
Bemerkenswert ist zudem, wie stark die vollständige Ablehnung
zunimmt: Die Hälfte der Befragten (50%) würde keinen einzigen Euro in
Kryptowährungen investieren. Im zweiten Halbjahr 2025 lag dieser Wert
noch bei 43 Prozent. Der Anteil der Verweigerer ist somit um 7-
Prozentpunkte gestiegen.
Am höchsten im Kurs stehen weiterhin traditionelle Anlageformen:
Die mit Abstand größten Beträge würden in Immobilien mit
durchschnittlich 378.000 Euro sowie in Gold und Edelmetalle mit
253.000 Euro fließen. Dahinter folgen Aktien und Wertpapiere mit
168.000 Euro und Anleihen mit 107.000 Euro.
Zwtl.: Risikowahrnehmung dominiert
Die Investment-Zurückhaltung überrascht angesichts der
wahrgenommenen Gefahren kaum. Mehr als zwei Drittel sehen
Kryptowährungen aufgrund ihrer hohen Kursschwankungen als risikoreich
an (67%). 64 Prozent verweisen auf die Anfälligkeit für Betrug und
Cyberkriminalität, 62 Prozent auf Sicherheitsrisiken beim Verlust von
Zugangsdaten.
Positive Eigenschaften finden deutlich weniger Zustimmung. 41
Prozent erkennen eine größere Unabhängigkeit, weil Kryptowährungen
ohne Banken funktionieren. 36 Prozent betrachten sie als rentable
Investitionsmöglichkeit und 28 Prozent als möglichen
Inflationsschutz. Nur ein Viertel glaubt, dass sich Kryptowährungen
langfristig als Zahlungsmethode durchsetzen werden.
In der Gesamtbetrachtung erreicht die Skepsis damit einen neuen
Höchststand: Erstmals seit Erhebungsbeginn des Krypto-Barometers
sieht eine absolute Mehrheit mehr Nachteile als Vorteile. Der Anteil
steigt von 47 Prozent im ersten Halbjahr 2025 und 48 Prozent im
zweiten Halbjahr 2025 auf aktuell 52 Prozent.
„ Die Entwicklungen der letzten Monate zeigen, wie fragil die
Akzeptanz von Kryptowährungen in der breiten Bevölkerung weiterhin
ist. Solange die Kurse steigen, sorgen Bitcoin und Co. für
Aufmerksamkeit. Bei einer längeren Korrektur treten jedoch sehr
schnell die grundlegenden Vorbehalte wieder in den Vordergrund.
Kryptowährungen sind in Österreich damit nach wie vor kein
selbstverständlicher Bestandteil der privaten Geldanlage, sondern vor
allem ein Thema für jüngere, risikoaffine und finanziell besser
aufgestellte Zielgruppen “, so das Fazit von Thomas Schwabl , Gründer
und Geschäftsführer von Marketagent.