Wien (OTS) – – Am 8. Mai 2026 veranstaltet das Mauthausen Komitee
Österreich (MKÖ)
zum 14. Mal das Fest der Freude am Wiener Heldenplatz
– Das Fest widmet sich dem Themenschwerpunkt “Täter und Täterinnen im
Nationalsozialismus“
– Zeitzeugin Lucy Waldstein spricht über Flucht, Exil und Erinnerung
– Musikalische Gestaltung durch die Wiener Symphoniker unter der
Leitung von Ingo Metzmacher und Auftritten der Künstlerin Magda sowie
Sopranistin Eleanor Lyons
– Vor dem Fest der Freude bietet das MKÖ erneut ein
Vermittlungsangebot an, um mehr über die Bedeutung des 8. Mai als Tag
der Befreiung und der Geschichte des Fests der Freude zu erfahren.
Am 8. Mai 2026 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa
zum 81. Mal. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) lädt aus diesem
Anlass erneut zum Fest der Freude am Wiener Heldenplatz. Seit 2013
setzt die Veranstaltung ein starkes öffentliches Zeichen des
Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus – und verbindet dieses
Gedenken mit einer klaren Haltung für Demokratie, Menschenrechte und
ein friedliches Zusammenleben in Europa.
Schwerpunkt 2026: Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus
Das Fest der Freude widmet sich jedes Jahr einem spezifischen
thematischen Schwerpunkt. 2026 steht die Auseinandersetzung mit
„Tätern und Täterinnen im Nationalsozialismus“ im Mittelpunkt. Damit
rückt das MKÖ eine Perspektive in den Fokus, die für das Verständnis
der nationalsozialistischen Verbrechen zentral ist: die Verantwortung
von Individuen und Systemen – und die Frage, welche Lehren daraus für
die Gegenwart zu ziehen sind.
Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich,
betont: „Das große Böse fällt nicht vom Himmel. Es schleicht sich als
Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in unsere Herzen und
Köpfe. Jeder noch so kleine Widerstand gegen dieses Einschleichen von
Hass in unsere Herzen ist es wert, geleistet zu werden. Heute,
morgen, immer!“
Fest der Freude am Wiener Heldenplatz
Unterstützt von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, dem
Verein GEDENKDIENST und dem Dokumentationsarchiv des österreichischen
Widerstandes erinnert das Fest der Freude an die Geschehnisse des
Zweiten Weltkriegs. MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi wird den Festakt
eröffnen. Bundespräsident Alexander van der Bellen hält via
Videobotschaft eine Ansprache. Moderiert wird das Fest der Freude
auch dieses Jahr von Katharina Stemberger. Begleitet wird die
Veranstaltung von Gebärdendolmetscherin Sabine Zeller.
Im Zentrum des Abends steht die Rede der Zeitzeugin Lucy
Waldstein (USA). Sie wurde 1930 in Wien geboren und musste nach dem
„Anschluss“ 1938 mit ihrer Familie fliehen. Ihre Lebensgeschichte ist
geprägt von Exil, Trennung und Neubeginn – und steht exemplarisch für
die Erfahrungen vieler Menschen, die vor der nationalsozialistischen
Verfolgung fliehen mussten. Ihre Botschaft: Erinnerung ist
Verantwortung – und Freiheit keine Selbstverständlichkeit.
Das Gratiskonzert der Wiener Symphoniker findet bei jedem Wetter
statt. Sitzplätze sind beschränkt vorhanden und vorrangig für ältere
Personen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen vorgesehen. Eine
Sitzplatzreservierung ist nicht möglich.
Das Fest der Freude startet am Heldenplatz um 19:30. Der
mehrsprachige Livestream auf MKÖ-You Tube beginnt zeitgleich. ORF III
beginnt mit der Übertragung zeitversetzt um 19:40 Uhr.
Musik als Ausdruck von Erinnerung und Verantwortung
Die musikalische Gestaltung übernehmen die Wiener Symphoniker
unter der Leitung von Ingo Metzmacher. Das Programm verbindet Werke
von Franz Schreker, Bohuslav Martinů, Richard Strauss, Kurt Weill und
weiteren Komponisten mit zeitgenössischen Interpretationen.
Ein besonderer künstlerischer Akzent entsteht durch den Auftritt
der österreichischen Künstlerin Magda, die gemeinsam mit dem
Orchester eigene Werke interpretiert. Ergänzt wird das Programm durch
die Sopranistin Eleanor Lyons.
Das Fest der Freude findet traditionell seinen Abschluss mit der
„Ode an die Freude“ aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie – als
musikalisches Bekenntnis zu Frieden, Freiheit und europäischer
Verständigung.
Jan Nast, Intendant der Wiener Symphoniker, sagt dazu: „Das Fest
der Freude ist für die Wiener Symphoniker weit mehr als ein Konzert:
Es ist ein musikalisches Erinnern, das Haltung einfordert. Das
diesjährige Programm spiegelt die Auseinandersetzung eindrucksvoll
wider: Werke wie das Gedenken an Lidice von Bohuslav Martinů oder die
musikalischen Brüche zwischen Operette, Lied und Symphonik eröffnen
unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerung, Verlust und
Verantwortung. Dass dieses vielschichtige Programm schließlich in
Beethovens ‚Ode an die Freude‘ mündet, ist mehr als Tradition – es
ist ein klares Bekenntnis zu Menschlichkeit, Zusammenhalt und
Hoffnung.“
Vermittlungsprogramm zur Geschichte des 8. Mai und der Denkmäler
rund um den Heldenplatz
Im Vorfeld des Fests der Freude bietet das Mauthausen Komitee
Österreich dieses Jahr erneut ein Vermittlungskonzept an, das sich
der Geschichte des 8. Mai als Tag der Befreiung und des Wiener
Heldenplatzes mitsamt seinen zahlreichen Denkmälern annimmt, aber
auch auf Überlebende und ZeitzeugInnen eingeht. Die Rundgänge können
auf www.festderfreude.at gebucht werden und finden noch bis 8. Mai
2026 statt. Um einen besseren Einblick in bedeutende geschichtliche
Ereignisse zu bekommen, werden die Rundgänge von geschulten
TrainerInnen begleitet und interaktiv gestaltet.
Ergänzend dazu findet von 5. bis 8. Mai am Heldenplatz erneut die
Zeitzeug:innen-Ausstellung statt, bei der Überlebende des
Nationalsozialismus mit Bild und Stimme präsent sind. Die Ausstellung
macht Erinnerung im öffentlichen Raum sichtbar und schlägt bewusst
eine Brücke zwischen individueller Fluchtgeschichte und
gesellschaftlicher Verantwortung heute.
ORF-III-Programmschwerpunkt zum 8. Mai samt „Fest der Freude“
live vom Wiener Heldenplatz
Aus diesem Anlass präsentiert ORF III am Freitag, dem 8. Mai,
einen umfangreichen „zeit.geschichte“-Schwerpunkt. Zum Auftakt sucht
die Dokumentation „Erinnern für die Zukunft“ (8.40 Uhr) Antworten auf
die Fragen: Wie gelingt Gedenken? Und umgekehrt: Woran kann es
scheitern? Danach beleuchten zwei Filme der Reihe „Mit Hitler im
Krieg“ – „An Hitlers Seite“ (13.00 Uhr) sowie „Opfer und Täter“ (
13.50 Uhr) – das Kriegsgeschehen aus Sicht österreichischer Soldaten.
Auf die Sendung „Österreich erzählt – Zeitzeuginnen und Zeitzeugen
berichten“ (14.40 Uhr) folgen der Vierteiler „Die Alliierten in
Österreich“ (ab 15.15 Uhr) und die Dokumentation „Das KZ Gusen – Die
Entwicklung einer Gedenkstätte“ (18.45 Uhr). Höhepunkt des
Schwerpunkts ist im ORF-III-Hauptabend das in „Erlebnis Bühne“ live
vom Wiener Heldenplatz übertragene „Fest der Freude“: Zu sehen sind
„Der Festakt“ (19.40 Uhr) und „Das Konzert“ (20.15 Uhr) der Wiener
Symphoniker unter der Leitung von Ingo Metzmacher. Anschließend zeigt
ORF III den Zweiteiler „Die Kriegsjahre in Österreich“ mit „Der Weg
in den Krieg“ (21.20 Uhr) sowie „Der Krieg kommt ins Land“ (22.10 Uhr
). Den Gedenktag beschließt „Erlebnis Bühne“ mit „Eichmann vor
Gericht“ (23.00 Uhr), einer Inszenierung des Landestheaters Linz über
den Prozess gegen Adolf Eichmann.
Peter Schöber und Kathrin Zierhut-Kunz, ORF-III-Geschäftsführung
dazu: „ORF III trägt entscheidend dazu bei, gemäß dem öffentlich-
rechtlichen Auftrag die Auseinandersetzung mit der österreichischen
Zeitgeschichte zu fördern. Dabei beleuchten wir die guten ebenso wie
die dunklen Kapitel dieser Vergangenheit. Wir sehen es als eine
unserer zentralen Aufgaben, immer wieder an die vielen Opfer der NS-
Schreckensherrschaft und der blutigen Kriegsjahre zu erinnern. Mit
einem umfassenden Programmschwerpunkt, dessen Herzstück die
Übertragung des ‚Fest der Freude‘ ist, zeigen wir auch heuer wieder
wichtige zeitgeschichtliche Zusammenhänge auf und tragen wesentlich
zur Erinnerungskultur gegen die Verbrechen der Nazi-Diktatur bei. Wir
stärken damit das allgemeine Bewusstsein für diese historische
Verantwortung, die sich daraus für uns heute ergibt. Großer Dank gilt
unseren Partnern, allen voran dem Mauthausen Komitee Österreich und
den Wiener Symphonikern für die langjährige und vertrauensvolle
Zusammenarbeit.“
Internationale Befreiungsfeier des KZ Mauthausen: Gedenkzug für
ein Niemals Wieder
Die europaweit größte Internationale Befreiungsfeier findet am
Sonntag, den 10. Mai 2026, statt. Um die Befreiungsfeier einem
breiteren Publikum zugänglich zu machen, wird das Gedenken live und
international auf dem YouTube-Kanal des Mauthausen Komitee Österreich
gestreamt. Außerdem überträgt und kommentiert der Sender in einer
Spezialausgabe von „ORF III AKTUELL“ die „Internationale
Befreiungsfeier Mauthausen“ (11.00 Uhr) live vom Gelände des
ehemaligen Konzentrationslagers.
Erstmals ermöglicht das MKÖ Teilnehmenden ein mehrsprachiges Live
-Streaming am gesamten Gelände der KZ-Gedenkstätte, auch außerhalb
des Appellplatzes, um die Befreiungsfeier überall verfolgen zu
können. Dank einer Kooperation mit A1 steht am Gelände der KZ-
Gedenkstätte Mauthausen zudem eine wesentlich leistungsfähigere
Internetverbindung zur Verfügung.
An der Gedenk- und Befreiungsfeier nehmen jährlich zehntausende
Menschen aus dem In- und Ausland, darunter die letzten Überlebenden
des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager sowie
zahlreiche Jugendliche teil. Weit über 90 Prozent der Opfer waren
weder Deutsche noch Österreicher, weshalb das Gedenken an die Opfer
des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager einen
besonderen internationalen Stellenwert hat. Die beiden Moderatorinnen
Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner begrüßen mehr als hundert
Delegationen in ihren Landessprachen und werden dabei von
Gebärdensprachdolmetscherin Sabine Zeller begleitet.
Weitere Informationen:
– Informationen zum Fest der Freude: http://www.festderfreude.at/ und
www.mkoe.at
– Programm des Fests der Freude und zu den Musikern:
http://www.festderfreude.at/musik
– Informationen zu den Gedenk- und Befreiungsfeiern 2026:
www.befreiungsfeier.at
Presseunterlagen und Fotos zum Download:
– http://festderfreude.at/de/service/presse
– http://www.mkoe.at/presse





