Klimawandel bedingt Auftreten hochgiftiger Mykotoxine im Tullnerfeld

Wien (OTS) – Eine kürzlich veröffentlichte gemeinsame Studie der
Institute für
Bioanalytik sowie für Nutzpflanzenzüchtung und Genomik an der BOKU
University in Tulln berichtet erstmals über den Nachweis von
Aflatoxin B1 in Niederösterreich. Dieses hochgiftige Schimmelpilzgift
gehört zu den krebserregendsten natürlichen Stoffen und kann schon in
geringsten Dosen Leberkrebs auslösen. Es wurde in Mais in einer
Konzentration über dem von der EU für Mais festgelegten Grenzwert
nachgewiesen.

„Ursprünglich wurde der TTox-Feldversuch ins Leben gerufen, um
den Einfluss des Klimawandels auf Fusarium -Toxine wie Deoxynivalenol
zu untersuchen. Als unser Doktorand Patrick Rennhofer uns den
Nachweis von Aflatoxin B1 meldete, waren wir ziemlich überrascht. Wir
konnten es kaum glauben und habe eine Wiederholung der Messungen
verlangt“, so die Chemiker Stephan Freitag und Michael Sulyok.

Seit 2024 läuft am IFA Tulln der Feldversuch TTox-Monitor. Ziel
ist es, den Einfluss des Klimawandels auf das Auftreten verschiedener
Mykotoxine in Weizen und Mais zu erfassen. Aflatoxin B1 wird von
Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus gebildet und tritt eigentlich
vor allem in heißen bzw. tropischen Regionen auf.

Zwtl.: Interdisziplinäre Forschung mit großem Potenzial

„Die Ergebnisse des ersten TTox-Jahres zeigen eindrucksvoll das
Potenzial der interdisziplinären Forschung am IFA Tulln“, betonen die
Leiter der beteiligten Institute, Rudolf Krska und Hermann Bürstmayr.
„Ohne die Kombination aus analytischer Chemie und Pflanzenzucht-
Expertise wäre dieser Studie nicht möglich gewesen.“

Die publizierten Ergebnisse unterstreichen den Einfluss des
Klimawandels auf die Lebens- und Futtermittelsicherheit auch in
moderaten klimatischen Regionen wie Österreich. In naher Zukunft ist
mit einem häufigeren Auftreten von Aflatoxin B1 zu rechnen. Daher
sind ein verstärktes Monitoring, weitere Forschung und präventive
Maßnahmen notwendig. Dementsprechend soll der TTox-Monitor-
Feldversuch noch einige Jahre weiterlaufen, unter anderem durch die
Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Futter- und
Lebensmittelqualität, Sicherheit und Innovation (FFoQSI).

Zur Studie: https://doi.org/10.1016/j.foodcont.2026.112258

Foto eines Maiskolbens mit Fusarium-Infektion ©BOKU University:
https://bokubox.boku.ac.at/#477722ab682d44959e6c65f8bc15dad7