Keri ad MA 11: Wiener Krisenzentren vor dem Kollaps – Kinder werden kurz vor Weihnachten zum Spielball eines überlasteten Systems

Wien (OTS) – Die aktuelle Berichterstattung über die Situation in den
Wiener
Krisenzentren zeigt aus Sicht der Wiener Volkspartei ein besonders
beunruhigendes Bild. „Kinder werden aus ihren Familien genommen, weil
sie dort gefährdet sind – und genau diese Kinder brauchen dann
Stabilität, Schutz und einen sicheren Ort“, betont Familiensprecherin
Gemeinderätin Sabine Keri. Dass diese Kinder nun nicht mehr in
Krisenzentren aufgenommen werden können, sondern zwischen
Einrichtungen hin- und hergeschoben und vorübergehend in
Wohngemeinschaften untergebracht werden, sei besonders gravierend.
„Für Kinder in akuten Ausnahmesituationen ist dieses ständige
Wechseln kein Verwaltungsakt, sondern eine zusätzliche Belastung.“
Personalmangel, steigende Gefährdungsmeldungen und überlastete
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien seit Jahren bekannt. „Wir
haben immer wieder davor gewarnt, dass dieses System an seine Grenzen
stößt – jetzt kippt es endgültig“, so Keri weiter.

Besonders irritierend sei, dass erst am Donnerstag im
Bildungsausschuss zusätzliches Budget für die MA 11 beschlossen
wurde, ohne auch nur ein Wort über die dramatisch verschärfte Lage zu
verlieren. „Während man in Ausschüssen von Budgetaufstockungen
spricht, werden in der Realität Aufnahmen gedrosselt und Notlösungen
vorbereitet. Das ist ein gefährlicher Widerspruch“, kritisiert Keri.
Wer ein System nur mit Geldzusagen beruhige, ohne strukturelle
Probleme ehrlich anzusprechen, verschärfe die Situation weiter.
„Planstellen und Ankündigungen helfen den Kindern nichts, wenn das
System organisatorisch und personell überfordert ist.“

Gerade die Zeit vor Weihnachten mache die Situation besonders
bedrückend. „Es geht hier nicht um Verwaltungsfragen, sondern um
Kinderseelen, die Schutz brauchen – um die Schwächsten unserer
Gesellschaft“, so Keri. Wenn ein System, das Sicherheit bieten soll,
selbst instabil werde, sei ein grundlegender Neustart notwendig.
„Diese Situation ist ein Warnsignal. Wien braucht endlich eine Kinder
– und Jugendhilfe, die handlungsfähig, personell abgesichert und auf
das Kindeswohl ausgerichtet ist. Alles andere ist ein politisches
Versagen auf dem Rücken jener, die sich nicht selbst schützen
können“, so Keri abschließend.