IV: Höheres gesetzliches Antrittsalter effektivster Hebel für nachhaltiges Pensionssystem

Wien (OTS) – Die Industriellenvereinigung (IV) spricht sich
angesichts der
Aussagen von ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian neuerlich für die
schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters aus.
„Gerade die laufende Anhebung des Frauen-Pensionsantrittsalters
zeigt, dass der gesetzliche Rahmen unmittelbar auf das faktische
Antrittsalter wirkt“, erklärt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Dass der Arbeitsmarkt ein höheres gesetzliches
Pensionsantrittsalter trägt, zeigt auch die Anhebung des gesetzlichen
Frauen-Pensionsantrittsalters: Von Juni 2023 bis Juni 2026 hat sich
die Zahl der beschäftigten Frauen zwischen 60 und 64 Jahren um über
52.000 erhöht – eine Entwicklung, die angesichts der demografischen
Herausforderungen und des Arbeitskräftemangels auch notwendig ist.
Dass ein Drittel der Frauen aus der Arbeitslosigkeit in Pension gehen
würde, ist schlicht falsch: 2026 traten 73,3 Prozent der Frauen ihre
Pension aus einer Beschäftigung heraus an, nur 7,6 Prozent aus
Arbeitslosigkeit.

Die Forderung nach Anhebung des Arbeitgeber-Beitrags für den
Insolvenzentgeltfonds lehnt die IV ab: „Statt den Faktor Arbeit
weiter zu belasten, braucht es Maßnahmen zur Stärkung des
Wirtschaftsstandorts, die Unternehmensinsolvenzen reduzieren und
damit auch den Druck auf den Insolvenz-Entgelt-Fonds nachhaltig
senken – bei gleichzeitig effizienter und zielgerichteter
Ausgestaltung des Fonds“, so Neumayer.

Österreichs Industrie leidet nach wie vor, neben den volatilen
geopolitischen Rahmenbedingungen, unter einer weiterhin schwachen
Erholungsdynamik, was vor allem auf binnenmarktinterne Faktoren
zurückzuführen ist: Höhere Finanzierungskosten bremsen die
Investitionstätigkeit, übermäßige Regulierung belastet die
kostenseitige Wettbewerbsfähigkeit, und mangelnde strukturelle
Reformbereitschaft bremst die Chancenwahrnehmung hierzulande, nicht
zuletzt in der Verteidigungsindustrie.

„Wir dürfen die Chancen in der Sicherheitsindustrie nicht weiter
liegen lassen: Österreichische Unternehmen können aufgrund
rechtlicher Hürden hier nur bedingt partizipieren. Zum anderen
brauchen wir Investitionsanreize, wie beispielsweise
Superabschreibungen. In beiden Fällen braucht es den politischen
Umsetzungswillen“, appelliert Neumayer abschließend.

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