St. Pölten (OTS) – Eine politische Weichenstellung verändert
Niederösterreich: Vor 40
Jahren fällt die Entscheidung für St. Pölten als neue
Landeshauptstadt. Diese TV-Dokumentation aus dem ORF Landesstudio
Niederösterreich (Regie: Andi Leitner, Kamera: Helmut Muttenthaler)
zeichnet die Hintergründe dieses historischen Moments nach,
beleuchtet die Beweggründe der Verantwortlichen und zeigt, wie aus
einer Entscheidung eine moderne, lebendige Landeshauptstadt entsteht.
Nach der Trennung Niederösterreichs von Wien steht das Land ohne
Hauptstadt da. In den 1980er Jahren soll die Hauptstadtfrage in einer
landesweiten Diskussion ein für alle Mal geklärt werden. Neben St.
Pölten stehen Krems, Tulln, Baden und Wiener Neustadt als
Landeshauptstadt zur Diskussion und werben für sich. Vor allem der
Slogan „Ein Land ohne Hauptstadt ist wie ein Gulasch ohne Saft“
dringt in das Bewusstsein der Bevölkerung ein. Der damalige ÖVP-
Landeshauptmann Siegfried Ludwig, Verfechter einer Landeshauptstadt,
einigt sich mit SPÖ Landeshauptmannstellvertreter Ernst Höger, dass
der Hauptstadtbau mit einer gleichzeitigen Förderung der anderen
Regionen verbunden werden soll. Bei einer Volksbefragung Anfang März
1986 wird für eine Landeshauptstadt entschieden, mit einem
eindeutigen Ja für St Pölten.
Am 10. Juli 1986 wird St. Pölten durch einen Landtagsbeschluss
zur Hauptstadt erhoben. Von dieser Entscheidung über den
Architekturwettbewerb und Spatenstich zur Errichtung des neuen
Regierungsviertels bis zur Umsetzung des gesamten Megaprojekts in
fünf Jahren, als größte Hochbaustelle Europas, schildert die Doku
diesen Weg St. Pöltens.
Wegbereiter sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geben Einblick in
einen Prozess, der das Bundesland nachhaltig geprägt hat – und bis
heute nachwirkt. Anschaulich wird gezeigt, welche Herausforderung die
Übersiedlung des Landtags und des Beamtenapparates von Wien nach St.
Pölten war. Am 15.11.1996 wird das Regierungsviertel mit einem großen
Fest eröffnet.
Mit der Kür zur Landeshauptstadt entwickelt sich St. Pölten in
allen Bereichen zu einem Impulsgeber im Herzen Niederösterreichs, der
das Landesbewusstsein fördert: Auch die Regionen profitieren durch
Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturoffensiven im Zuge der
Hauptstadtwerdung.
Redaktion: Mag. Sabine Daxberger-Edenhofer





