Grüne Wien/Wirnsberger, Kickert: Wien braucht Hitzeschutzplan für Wild- und Stadttiere

Wien (OTS) – Ehrenamtliche Tierschutzorganisationen schlagen Alarm:
Sie kommen
diesen Sommer an die Grenzen ihrer Kapazitäten, da zahlreiche
dehydrierte Tiere zu ihnen gebracht werden. Besonders betroffen seien
etwa Jungvögel, Eichhörnchen und Igel. So sind beispielsweise junge
Mauersegler aus Verzweiflung zu früh aus den Nestern gesprungen, da
diese zu tödlichen Hitzefallen wurden. „Wien braucht endlich einen
Hitzeschutzplan – nicht nur für die Menschen, die von der
Stadtregierung während der immer extremer und länger werdenden
Hitzewellen im Stich gelassen werden, sondern auch für die Wild- und
Stadttiere“, fordern die Grüne Tierschutzsprecherin Jennifer Kickert
und Umweltsprecherin Tina Wirnsberger gemeinsam mit dem Grünen
Tierschutzforum.

Hitzefrei für Fiakerpferde und Schutz für Wildtiere

Einmal mehr bekräftigen die Wiener Grünen, dass „Hitzefrei ab 30
Grad“ für Fiakerpferde sofort umgesetzt werden müsse. „In New York
befasst sich der Stadtsenat mit einem Gesetztesentwurf zur
Abschaffung von Pferdekutschen. Auch Rom treibt entsprechende
Regelungen gegen diese Tierquälerei voran. Wien darf anderen
Metropolen nicht weiter hinterherhinken“, so Kickert.

Außerdem brauche es umfassende Maßnahmen, um Wildtieren das Überleben
mit der Hitze in der Stadt zu ermöglichen. Langfristig solle Stadtrat
Jürgen Czernohorsky die zuständigen Abteilungen veranlassen, in
Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen, Tier-Auffangstationen
und wichtigen Stellen wie der Umweltanwaltschaft einen
Hitzeschutzplan für Wild- und Stadttiere zu erstellen. „Vieles kann
die Stadt jedoch sofort einfach und unbürokratisch umsetzen, etwa
kleine flache Wasserstellen für Wildtiere in allen Wiener Parks in
Ergänzung zu den Trinkschalen an den Brunnen“, so Wirnsberger.
Außerdem schlagen die Grünen mehr geschützte Nistkästen für
Mauerbrüter und bessere Regelungen bei Dachausbauten vor, um seit
Jahren bestehende kühle Nistplätze zu erhalten. „Wenn Vögel ihre
bewährten Niststellen verlieren, weichen sie gezwungenermaßen
zunehmend auf ungeeignete Orte aus. Das kann man aktiv verhindern“,
so Wirnsberger.

Mehr Bäume und Blühwiesen

Abschließend verweisen die Grünen auf die Bedeutung von
Rückzugsmöglichkeiten und unberührten Lebensräumen in der Stadt:
„Mehr Bäume und Blühwiesen, die nicht ständig kurz gemäht werden,
bieten nicht nur Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren eine
wichtige Lebensgrundlage, sondern sie sorgen auch für Kühlung und
bessere Böden, die das Wasser speichern können“, erklären Wirnsberger
und Kickert, und abschließend: „Auch Benjeshecken und andere Totholz-
Strukturen in den Wiener Parks wären insgesamt ein wesentlicher
Beitrag zur Artenvielfalt – ganz besonders während Hitzewellen wie
wir sie jetzt erleben.“

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