Großer Protestzug durch Brüssel: EU-Kommission verrät den Tierschutz

Brüssel/Berlin (OTS) – Mehr als 100 Aktivist*innen von Animal
Equality haben am 20. und 21.
Mai mit außergewöhnlichen Aktionen in Brüssel gegen das gebrochene
Versprechen der Europäischen Kommission protestiert. Diese hatte vor
Jahren versprochen, die Tierschutzgesetzgebung zu reformieren – das
hat sie bis heute nicht umgesetzt. Im Zentrum der Kritik stehen EU-
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Tierschutz-Kommissar
Olivér Várhelyi sowie Landwirtschafts-Kommissar Christophe Hansen,
die seit Jahren konkrete Maßnahmen zum Verbot von Käfigen blockieren.

Tierschutzaktivist*innen aus ganz Europa haben sich lautstark
rund um das Berlaymont-Gebäude, den Hauptsitz der Europäischen
Kommission, für eine konsequente Tierschutzreform eingesetzt. Mit
einem Protestzug durch Brüssel machten sie den institutionellen
Verrat an Millionen Tieren und europäischen Bürger*innen sichtbar. An
der Spitze gingen vermummte Personen mit Masken von Ursula von der
Leyen, Olivér Várhelyi und Christophe Hansen. Sie trugen ein Banner
mit der Aufschrift: „Wer wird Bürger*innen und Tiere verraten?“
Dahinter folgten Aktivist*innen mit Plakaten, die das Leid der Tiere
zeigten und Botschaften wie „Stop This Suffering“ (Beendet dieses
Leid) trugen. Denn aufgrund der gebrochenen Versprechen durch die
Politiker*innen werden in der EU jährlich noch immer rund 300
Millionen Tiere in Käfige gesperrt. Ebenso werden weiterhin jedes
Jahr circa 300 Millionen männliche Küken in der EU direkt nach der
Geburt getötet.

Sechs Jahre gebrochene Versprechen

2020 kündigte die EU-Kommission im Rahmen der „Farm to Fork“-
Strategie (Vom Hof auf den Tisch) an, die Tierschutzgesetzgebung bis
Ende 2023 umfassend zu überarbeiten. 2021 folgte nach der
erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ mit
über 1,4 Millionen Unterschriften die konkrete Zusage, die
Käfighaltung schrittweise zu beenden – mit einem Legislativvorschlag
bis Ende 2023. Im aktuellen Arbeitsprogramm der EU-Kommission 2026
findet sich stattdessen lediglich eine unverbindliche
„Nutztierstrategie mit Elementen zum Tierschutz“ für das zweite
Quartal 2026 – kein Gesetzentwurf.

Forderung: Gesetzesvorschlag noch 2026

Die international tätige Tierschutzorganisation Animal Equality
fordert, dass die Europäische Kommission noch vor Ende 2026 einen
konkreten Plan zur Tierschutzreform, inklusive Gesetzesvorschlägen
zum Käfig- und Kükentötenverbot, vorlegt. Erst am 6. Mai dieses
Jahres erklärte Tierschutzkommissar Várhelyi erneut bei der
Veranstaltung „Farmers of the Future“ im Europäischen Parlament,
Europa könne und solle „sich von Käfigen verabschieden“ – die
Tierschützer*innen fordern endlich konkrete Taten.

„Seit Jahren macht die EU-Kommission Versprechen und bricht sie.
Jeder Tag dieser Verzögerung bedeutet unermessliches Leid für
Millionen fühlende Lebewesen in Käfigen. Die Kommission ignoriert den
Willen von 1,4 Millionen Bürger*innen und ihre eigenen Zusagen – das
ist ein Verrat an der Demokratie. Das muss ein Ende haben.“

– Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland

Tierhaltungsindustrie dominiert den Zugang zur Kommission

Eine aktuelle Analyse von Animal Equality legt ein alarmierendes
Ungleichgewicht und das systematische Ausmaß von Einflussnahme offen:
Von Dezember 2024 bis März 2026 haben die Kommissare Várhelyi und
Hansen sowie ihre Kabinette laut Register der Europäischen Kommission
insgesamt 708 öffentliche Treffen abgehalten. In mindestens 46 dieser
Treffen diskutierten die Fleisch-, Geflügel- und Milchindustrie das
Thema Tierschutz mit den beiden Kommissaren und ihren Kabinetten. Mit
Tierschutzorganisationen fanden im selben Zeitraum nur sieben Treffen
statt – ein Verhältnis von knapp 7:1.

Mit der Kampagne „EU-Tierschutzreform – Jetzt!“ macht Animal
Equality auf die Missstände aufmerksam und fordert mit einem Offenen
Brief an die Kommission eine verbindliche Tierschutzreform inklusive
Käfigverbot.

Wir stehen Ihnen jederzeit für weitere Informationen und
Gespräche zur Verfügung. Wenden Sie sich gerne an unseren
Pressekontakt Vanessa Raith via E-Mail an [email protected]
oder melden Sie sich telefonisch unter +49 (0)176 3004 089 4.

Fotos und weitere Informationen:

Pressekit

Mehr zur Datenanalyse „Tierindustrie dominiert Zugang zur EU-
Tierschutzpolitik – zentrale Reformen werden verschleppt“

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Über Animal Equality

Animal Equality wurde 2006 von Sharon Núñez, Javier Moreno und
Jose Valle in Spanien gegründet und ist heute eine der weltweit
effektivsten Tierschutzorganisationen. Gemeinsam mit Gesellschaft,
Politik und Unternehmen arbeiten wir in acht Ländern auf vier
Kontinenten für eine Welt, in der alle Tiere respektiert und vor
Ausbeutung geschützt werden. Zudem unterstützt Animal Equality mit
der Plattform Love Veg zahlreiche Menschen bei ihrer
Ernährungsumstellung und bietet unter anderem kostenfreie pflanzliche
Kochbücher an. Animal Equality setzt sich durch Aufklärungsarbeit,
Unternehmenskampagnen und die Veröffentlichung von Undercover-
Recherchen dafür ein, die Grausamkeit gegenüber landwirtschaftlich
genutzten Tieren zu beenden. Ebenso strebt Animal Equality
Fortschritte für Tiere auf rechtlicher Ebene an.