Größenwahn & Respekt“ – Wie Niceshops 169 Mio.€ Umsatz macht

Wien (OTS) – Niceshops-CEO Christoph Schreiner spricht im aktuellen
123C Podcast
offen über die härteste Krise in der 19-jährigen
Unternehmensgeschichte und den daraus entstandenen Turnaround. 2024
musste das steirische E-Commerce-Unternehmen rund 130 Mitarbeitende
entlassen – etwa 20 Prozent der Belegschaft. Ein Jahr später meldet
Niceshops mit 169 Millionen Euro Umsatz und 8 Millionen Euro EBITDA
ein Rekordergebnis.

„Eine Kombination aus Größenwahn und Respekt vor dem
Mitbewerber“, beschreibt Schreiner die Erfolgsformel im Gespräch mit
Harald Grabner. Statt eines Schuldenschnitts setzte das Unternehmen
auf radikale Transparenz, eine konsequente Fokussierung auf das
Kerngeschäft und eine intensive Restrukturierung gemeinsam mit den
Banken.

Der gebürtige Steirer Christoph Schreiner ist einer von mehreren
Geschäftsführern bei Niceshops und seit 2015 im Unternehmen. Mit über
400 Mitarbeitenden, mehr als 1,5 Millionen Artikeln und bis zu 15.000
versendeten Paketen pro Tag zählt Niceshops aus der Steiermark zu den
größten E-Commerce-Unternehmen Österreichs. Die Exportquote beträgt
88 Prozent, beliefert werden über 80 Länder weltweit.

Schreiner verweist auf eine strategische Partnerschaft mit
Drogerie Müller : Was als zufälliger Besuch der Müller-Familie in Bad
Gleichenberg begann, mündete nach einer „hemdsärmeligen“ Due
Diligence in eine 26-prozentige Beteiligung. Beide Unternehmen
kooperieren heute eng in Operations, Content und Produktdaten.

Im Mittelpunkt der Episode steht das ungewöhnliche CEO-
Führungsmodell von Niceshops. Entscheidungen werden nicht im Konsens,
sondern nach dem Konsent-Prinzip getroffen – eine Maßnahme wird
umgesetzt, solange kein schwerwiegender Einwand vorliegt. Schreiner
spricht in diesem Zusammenhang augenzwinkernd von einem „weiblichen
Unternehmen“, in dem er selbst „Geschäftsführerin“ sei.

Deutliche Worte findet der Niceshops-CEO zum Thema Amazon:
„Amazon ist für uns ein negatives Role Model“ – nicht wegen des
Geschäftsmodells, sondern wegen der Unternehmenskultur. Niceshops
setzt bewusst auf über 20 Nischen-Onlineshops, eine Fulfillment-
Lösung für Shopify-Händler namens „steve“ sowie auf die hauseigene
„Be Nice“-Kultur mit Peer Recruiting und Transparenz als zentralen
Werten.

Abschließend formuliert Schreiner einen klaren Appell an den
Mittelstand: „Die Frage ist nicht, ob ihr digitalisiert – sondern wie
ehrlich ihr mit euch selbst seid.“ Seine Empfehlung: Software müsse
sich an Prozessen orientieren, nicht umgekehrt, und KI sei kein
Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Befähigung von Mitarbeitenden.

Der 123C Podcast von 123Consulting & 123C Digital Consulting
behandelt seit 2023 Themen rund um digitale Transformation,
Innovation und Leadership für Führungskräfte und Entscheider:innen.

Aktuelle Episode verfügbar auf:

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Weitere Infos zu Christoph Schreiner und Niceshops:

https://www.niceshops.com
https://www.linkedin.com/in/christoph-schreiner-cv/