Wien (OTS) – In den Medien wird derzeit ein Bild der Justizwache
gezeichnet,
welches absolut nicht der Realität entspricht. Vorkommnisse, welche
oft Monate zurückliegen, werden verzerrt, unvollständig oder
wahrheitswidrig dargestellt und Inhalte dazu aus dem Kontext
gerissen. Justizwachebeamtinnen und -beamte werden öffentlich als
„Schläger“ oder gar „Killer“ bezeichnet – mit dem Ergebnis, dass
tausende rechtschaffene Bedienstete unter Generalverdacht gestellt
werden.
„Wir lassen es nicht länger zu, dass Kolleginnen und Kollegen,
die täglich einen wesentlichen Teil zur Sicherheit in Österreich
beitragen, in ein schlechtes Licht gerückt werden“, betont der
Vorsitzende der Justizwachegewerkschaft Norbert Dürnberger.
Außergewöhnlicher Einsatz der Justizwache
Die Justizwache sorgt tagtäglich unter schwierigsten Bedingungen
für die Sicherheit dieses Staates. „Unsere Kolleginnen und Kollegen
arbeiten mit Menschen, die oft gewaltbereit, psychisch schwer
belastet oder hochgefährlich sind, und das mit hoher
Professionalität. Extremsituationen gehören zu unserem Berufsalltag,
und sie werden höchst professionell gemeistert. Dass wir mit
personellen, baulichen und strukturellen Problemen zu kämpfen haben,
ist unbestritten. Das zeigen wir von der Justizwachegewerkschaft seit
Jahren auf. Wir kritisieren vor allem, wie die Generaldirektion für
den Straf- und Maßnahmenvollzug, aber auch die Frau Bundesministerin,
die von uns aufgezeigten Missstände ignorieren“, so Dürnberger.
Kein Rückhalt trotz anhaltender Probleme
Anstatt sich hinter das Personal zu stellen, hüllt sich die
Generaldirektion sowie das Bundesministerium für Justiz in Schweigen.
Jahrelange Versäumnisse müssen nun umgehend bereinigt werden. Das
Berufsbild der Justizwache hat bereits massiven Schaden erlitten.
Es scheint, dass sich die Frau Bundesministerin an ihre eigenen
Worte „Ich lasse mir die Justizwache nicht schlechtreden“ nicht mehr
erinnern kann.
Wer die Expertise der Praktiker ignoriert, schwächt das System.
Man berät sich mit Expertinnen und Experten, ohne die praktische
Erfahrung der Bediensteten vor Ort einfließen zu lassen.
Die Gewerkschaft stellt klar: „Sollte sich an dieser Situation
nichts ändern, sollte der Dialog weiterhin verweigert und die
pauschale Verunglimpfung fortgesetzt werden, werden wir als
Gewerkschaft entsprechende gewerkschaftliche Maßnahmen prüfen und
einleiten. Wir stehen geschlossen hinter unseren Kolleginnen und
Kollegen. Und wir werden uns nicht länger zum Sündenbock machen
lassen. Die Justizwache verdient Wertschätzung sowie eine makellose
Reputation“, so Norbert Dürnberger abschließend.




