Wien (OTS) – Seit 2006 leistet neunerhaus medizinische Versorgung für
obdach- und
wohnungslose sowie nichtversicherte Menschen. Seit Angebotsbeginn hat
sich die Patient*innen-Zahl verzehnfacht: Insgesamt wurden in den
letzten 20 Jahren über 36.000 Menschen medizinisch versorgt. Das 2017
eröffnete neunerhaus Gesundheitszentrum ist europaweit einzigartig
und schließt eine wichtige Versorgungslücke im Gesundheitsbereich. Um
das Angebot in dieser Form auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, werden
dringend Ärzt*innen gesucht. Zum Jubiläum besuchte
Gesundheitsministerin Korinna Schumann das neunerhaus
Gesundheitszentrum in Wien Margareten.
Unterstützung für obdach- und wohnungslose Menschen bedeutet für
neunerhaus seit Beginn an auch gesundheitliche Versorgung: 2006
startete eine Handvoll neunerhaus Ärzt*innen medizinische
Versorgungseinsätze in Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe –
aus der Überzeugung heraus, dass ein Dach über dem Kopf allein nicht
gesund macht. Daraus wuchs Schritt für Schritt ein
Gesundheitsangebot, das Barrieren abbaut und Selbstbestimmung stärkt.
„Unser Ziel war und ist es, keine Parallelstrukturen zu schaffen,
sondern ein integriertes und niederschwelliges Gesundheitsangebot,
das für alle Menschen zugänglich ist. Unsere langjährige Expertise in
der Wohnungslosenhilfe ist dabei auch für das gesamte
Gesundheitssystem relevant. Gesundheit und Soziales muss
zusammengedacht werden – aktuell mehr denn je“, so Elisabeth Hammer,
neunerhaus Geschäftsführerin. „Eine niederschwellige, möglichst
barrierefreie und rechtzeitige Gesundheitsversorgung wirkt sich nicht
nur auf die Gesundheit einzelner aus, sie stärkt gesellschaftliche
Teilhabe, hat positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und erspart
oft hohe Folgekosten für Akutbehandlungen“, ergänzt Stephan Gremmel,
Geschäftsführung neunerhaus Gesundheit.
Zwtl.: Gesundheit und Soziales zusammendenken
So konnte neunerhaus in den letzten 20 Jahren über 36.000 obdach-
und wohnungslose sowie nichtversicherte Menschen versorgen. Allein
das neunerhaus Gesundheitszentrum in Wien Margareten zählt jährlich
knapp 6.000 Patient*innen, darunter fast 250 Kinder. Das Angebot mit
Arztpraxis, Zahnarztpraxis, Sozial- und Peer-Arbeit sowie einem
pflegerischen Angebot und der Praxis Psychische Gesundheit ist in
dieser Form europaweit einzigartig und beispielgebend. Im Rahmen des
Besuches im neunerhaus Gesundheitszentrum betonte Gesundheits- und
Sozialministerin Korinna Schumann, wie wichtig die Arbeit von
neunerhaus ist: „Unser Gesundheitssystem lebt von Solidarität und
ermöglicht für den Großteil der Menschen in Österreich eine
verlässliche medizinische Versorgung. Und doch gibt es
Lebensrealitäten, in denen der Zugang zu medizinischer Hilfe nicht
selbstverständlich ist. Genau hier leisten Einrichtungen wie
neunerhaus unverzichtbare Arbeit: Sie schließen Lücken, die wir als
Gesellschaft nicht akzeptieren dürfen. Durch Innovationskraft,
niederschwellige Angebote und einen konsequent ganzheitlichen Blick
auf die Menschen setzt neunerhaus wichtige Maßstäbe für eine
zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung. Im Rahmen der aktuellen
Gesundheitsreform arbeiten wir daran, Versorgung gerechter,
niederschwelliger und für alle zugänglich zu machen. neunerhaus ist
dafür ein wichtiger Partner in einem solidarischen
Gesundheitssystem.“
Zwtl.: Ärzt*innen dringend gesucht
Um das Angebot in dieser Form auch weiterhin aufrecht zu
erhalten, ist neunerhaus neben Spenden vor allem auf medizinisches
Personal angewiesen. Aktuell werden Ärzt*innen dringend gesucht:
www.neunerhaus.at/jobs
Fotomaterial zum Download: www.neunerhaus.at/presse
Zwtl.: Gesundheit bei neunerhaus
Das neunerhaus Gesundheitszentrum bietet medizinische Versorgung
und Beratung für obdach- und wohnungslose, sowie nichtversicherte
Menschen – kostenlos und bei Bedarf anonym. Bei Sprachbarrieren
unterstützt Videodolmetsch bei der Übersetzung in über 45 Sprachen.
neunerhaus wird vom Fonds Soziales Wien gefördert, hat einen Vertrag
mit der Österreichischen Gesundheitskasse und ist darüber hinaus auf
Spenden angewiesen.





