Wien (OTS) – Journalismus ist eine Grundvoraussetzung demokratischer
Gesellschaften. Gerade gemeinwohlorientierte Medienprojekte leisten
einen wichtigen Beitrag zu pluralistischer Berichterstattung,
investigativer Kontrolle und lokaler Öffentlichkeit.
Eine vom Presseclub Concordia gemeinsam mit der ERSTE Stiftung
durchgeführte und vom Medienhaus Wien wissenschaftlich begleitete
Studie zeigt nun erstmals auf empirischer Basis, wie dieses
Branchensegment aufgestellt ist und welchen Unterstützungsbedarf
gemeinwohlorientierte Medien tatsächlich haben.
An persönlichen Interviews, Fokusgruppe und Online-Survey nahmen
rund 70 Gründer:innen und Vertreter:innen journalistischer Angebote
von Lokalportalen bis crossmedialen Investigativformaten teil.
Die Ergebnisse bestätigen: Innovative journalistische Projekte
entstehen in Österreich in großer Zahl und mit hohem
gesellschaftlichem Anspruch. Gleichzeitig fehlt es vielen Projekten
an den strukturellen Voraussetzungen, um dieses Potenzial dauerhaft
zu entfalten.
Die Studie Gemeinwohlorientierter Journalismus in Österreich
zeigt, dass finanzielle Förderung allein nicht ausreicht. Benötigt
werden ebenso Strukturen für regelmäßigen Austausch, geteilte
Infrastruktur und gezielte Beratung, die Medienprojekten hilft,
langfristig tragfähige Redaktions- und Geschäftsmodelle zu
entwickeln.
Am deutlichsten ist der Bedarf an Beratung und Know-how bei
Rechtsfragen, die 95% der Befragten für (sehr) wichtig halten,
gefolgt von Unterstützung bei Zielgruppenansprache und Marketing (je
74%) sowie betriebswirtschaftlichen Themen (71 %).
Innerhalb der Szene zeigte sich generell große
Kooperationsbereitschaft. Gut drei Viertel betonen den Bedarf an
Veranstaltungen zu Vernetzung und österreichweitem
Erfahrungsaustausch und wollen mehr von internationalen Benchmark-
Projekten lernen.
Sowohl der Presseclub Concordia als auch die ERSTE Stiftung
unterstützen diesen Sektor bereits seit Jahren. Die Concordia etwa
mit ihrem Rechtsdienst Journalismus und ihrem Einsatz für bessere
Rahmenbedingungen – von der Reform der Medienförderung bis zum Schutz
vor missbräuchlichen Klagen gegen Journalist:innen (SLAPPs). Die
ERSTE Stiftung fördert als Mitgründerin des Media Forward Fund die
Stärkung tragfähiger Geschäftsmodelle von unabhängigen
Medienprojekten in Österreich und stärkt darüber hinaus
Medienvielfalt in Osteuropa.
Die Studie macht jedoch deutlich: Um gemeinwohlorientierten
Journalismus dauerhaft zu stärken, sind zusätzliche
Unterstützungsstrukturen und ein breiterer Kreis öffentlicher und
privater Förderer notwendig. Auch die öffentliche Medienförderung
muss stärker auf gemeinwohlorientierte Medienangebote, die derzeit
aus öffentlicher Förderung nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß
Unterstützung erhalten, ausgerichtet werden.
Mit der nun vorliegenden Studie steht dafür eine empirische
Grundlage zur Verfügung. Sie soll Stiftungen, Förderern, Impact-
Investor:innen und politischen Entscheidungsträger:innen als Basis
für zukünftige Förderstrategien dienen.
Die Studie “Gemeinwohlorientierter Journalismus in Österreich“
steht ab sofort auf den Websites von Presseclub Concordia und ERSTE
Stiftung zum Download bereit.
Rückfragen:
Daniela Kraus, Generalsekretärin Presseclub Concordia: d.kraus@
concordia.at , +4369914894848
Maribel Königer, Director Journalism and Media, ERSTE Stiftung:
[email protected] , +436648385341