Gefährliche Hitzewelle: Greenpeace-Messungen zeigen bis zu 34 Grad in Wiener Senior:innen-Wohnung

Wien (OTS) – Die vergangene Hitzewelle mit Rekordtemperaturen von bis
zu 40 Grad
Außentemperatur hat die Situation in den Wohnungen österreichischer
Senior:innen massiv verschärft. Erste Daten der laufenden
Hitzemessungen, die Greenpeace gemeinsam mit der Universität für
Bodenkultur (BOKU) sowie dem Österreichischen Seniorenrat – dem
Dachverband der großen Seniorenorganisationen – durchführt, zeigen
eine alarmierende Belastung: In sieben der zwölf untersuchten
Wohnungen kletterten die Temperaturen auf über 30 Grad. Damit wird
das Zuhause für viele ältere Menschen zur akuten gesundheitlichen
Bedrohung. Greenpeace fordert von der Bundesregierung eine
Sanierungsoffensive. Zudem muss Hitzeschutz auch im Mietrecht
verankert werden.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace
Österreich: „Schlecht isolierte Wohnungen sind kein persönliches
Pech, sondern eine Folge verfehlter Wohnpolitik in Zeiten der
Klimakrise. Wir brauchen dringend eine Sanierungsoffensive und einen
gesetzlich verankerten Hitzeschutz, um die Gesundheit von Menschen,
insbesondere älteren und vulnerablen Menschen zu schützen. Die
Bundesregierung muss jetzt handeln und darf die Menschen in ihren
überhitzten Wohnzimmern nicht allein lassen.“

Die Auswertung der Temperaturmessungen nach der Hitzewelle zeigen
eindeutig: Während sich gut sanierte Wohnungen mit Außenjalousien
deutlich langsamer erwärmen, staut sich die Hitze in unsanierten
Gebäuden über Stunden und Tage. Den Rekordwert erreicht eine Wohnung
im 2. Bezirk mit 34,1 Grad am Montag. Seit dem 23. Juni sind die
Temperaturen in fünf der zwölf untersuchten Wohnungen auch in der
Nacht nie unter 27 Grad gesunken. Solche extrem langen
Hitzebelastungen sind für ältere Menschen besonders gefährlich, da
sie dem Körper keine Erholungspausen geben. Doch mit Absinken der
Außentemperaturen ist die Gefahr nicht vorbei. Einmal aufgeheizte
Wohnungen brauchen lange, um wieder abzukühlen.

Birgit Gerstorfer, MBA, Präsidentin des Pensionistenverbandes
Österreichs: „Niemand darf gezwungen sein, seine Gesundheit zu
gefährden, weil die Wohnung zur Hitzefalle wird. Die Ergebnisse der
Messungen machen deutlich: Hitzeschutz ist kein Luxus, Hitzeschutz
ist Gesundheitsschutz und damit eine soziale Aufgabe!”

Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbunds:
„Die enorme Hitze in Wohnungen wird für viele Seniorinnen und
Senioren zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko. Gerade ältere
Menschen verbringen viel Zeit zu Hause. Alle Verantwortlichen müssen
daher rasch handeln und wirksame Maßnahmen setzen. Hitzeschutz statt
Hitzeschock ist dringend!“

Die Messungen der Sensoren, die sowohl Innenraumtemperatur als
auch Luftfeuchtigkeit erfassen, können live mitverfolgt werden.
Greenpeace fordert die Bundesregierung angesichts der aktuellen
Rekordwerte auf, massiv in thermische Sanierungen und
Begrünungsmaßnahmen in der Stadt zu investieren.

Bildmaterial finden Sie unter diesem Link: https://act.gp/Bilder-
Hitze
Unter Angabe der Credits © Lea Scharl / Greenpeace stehen die Fotos
kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Online-Dashboard zu den Messungen: https://act.gp/HitzeDashboard
Factsheet der BOKU zur Zwischenauswertung: https://act.gp/boku
Hitze-Factsheet: https://act.gp/FS_Hitze