FW- Reinbold: Kürzung der Lehrstellenförderung ist ein Angriff auf Ausbildungsbetriebe und die Fachkräfte von morgen.

Klagenfurt/Wien (OTS) – Die Freiheitliche Wirtschaft übt scharfe
Kritik an den ab 1. Juli
2026 vorgesehenen Kürzungen bei der betrieblichen
Lehrstellenförderung. Durch die neuen Vorgaben wird die
Basisförderung ab dem zweiten Lehrling auf 75 Prozent reduziert.
Betroffen sind ausgerechnet jene Betriebe, die mehrere Lehrlinge
ausbilden und damit einen besonders wichtigen Beitrag gegen den
Fachkräftemangel leisten. Generell steckt ja der Lehrberuf in einer
Krise, stetig gehen die Lehrlingszahlen und die Anzahl an
Ausbildungsbetrieben zurück. Ende 2025 zählte Österreich 103.000
Lehrlinge, mit Stand April dieses Jahres sind es nur noch 90.600. Der
Fachkräftemangel verschärft sich damit zusehends: fehlen heute
Lehrlinge, fehlen morgen Facharbeiter und Ausbilder.

Während die Bundesregierung den Fachkräftemangel beklagt, setzt
sie genau dort den Sparstift an, wo die Fachkräfte von morgen
ausgebildet werden: nämlich in den Betrieben. Das ist
wirtschaftspolitisch kurzsichtig und ein fatales Signal an
Unternehmer, die Verantwortung übernehmen, jungen Menschen eine
Perspektive geben und in Ausbildung investieren. Hintergrund ist das
seit 2023 gedeckelte Förderbudget von 280 Millionen Euro.
Gleichzeitig sind die Lehrlingseinkommen in den vergangenen Jahren
deutlich gestiegen. Anstatt die Fördermittel an die Realität
anzupassen, werden nun die Ausbildungsbetriebe belastet. Die Folge:
Wer mehrere Lehrlinge ausbildet, wird finanziell benachteiligt.

Besonders unverständlich ist, dass Österreichs Betriebe jährlich
rund 2,5 Milliarden Euro in die Lehrlingsausbildung investieren,
während der staatliche Beitrag bis 2028 faktisch eingefroren bleibt.
Wer ernsthaft mehr Fachkräfte will, muss Ausbildungsbetriebe stärken
und nicht schwächen.

Die Freiheitliche Wirtschaft fordert daher eine sofortige
Anpassung der Fördermittel an die tatsächlichen Ausbildungskosten
sowie eine klare politische Aufwertung der Lehre. Wer bei der
Ausbildung spart, spart an der Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes.

„Die Regierung spricht ständig vom Fachkräftemangel, kürzt aber
gleichzeitig bei jenen Betrieben, die Fachkräfte überhaupt erst
ausbilden. Das ist ein wirtschaftspolitischer Irrweg. Wer Lehrlinge
ausbildet, verdient Anerkennung, Unterstützung und Planungssicherheit
– aber sicher keine Förderkürzung durch die Hintertür. Dass ein ÖVP-
Wirtschaftsminister diese Belastung für Ausbildungsbetriebe mitträgt,
zeigt einmal mehr, wie weit sich die ehemalige Wirtschaftspartei von
den Leistungsträgern entfernt hat. Leistung, Verantwortung und
Ausbildung müssen sich wieder lohnen. Generell ist festzuhalten, dass
die Regierung für die Ukraine offenbar Geld ohne Ende hat, bei der
Lehrlingsausbildung werden die Mittel allerdings gekürzt. Es wäre
durchaus an der Zeit, die Frau Außenminister für den
Wirtschaftsstandort Österreich einzusetzen: Sie verteilt ja gerne
Abermillionen im Ausland, vielleicht kann man ihr da mal den
Wirtschaftsstandort Österreich ‚unterjubeln‘. Ernsthaft: Unser Geld
für unsere Leut’ und für unsere Wirtschaft, ohne Wenn und Aber!“, so
FW-Bundesvorstandsmitglied KommR Friedrich Reinbold in aller
Klarheit.