Wien (OTS) – Österreichs Wirtschaft ist zu über 60% von
Energieimporten abhängig.
Diese Abhängigkeit ist vor allem auf Erdöl und Erdgas zurückzuführen.
Denn Österreich hat es in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft,
diese Abhängigkeit deutlich zu reduzieren. Diese fossile Abhängigkeit
hat einen erheblichen Einfluss auf die Energieversorgung, denn hohe
Abhängigkeiten führen bei Veränderungen in der Weltpolitik zu starken
Preisausschlägen. Dies wurde mit dem Angriffskrieg Russlands auf die
Ukraine, aber auch mit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran
deutlich. Bei der Preisfindung an den (Energie-) Börsen werden
Risikoaufschläge eingepreist; Engpässe in den Lieferketten schlagen
sich direkt in den Energiepreisen nieder.
Diese Volatilitäten bei den Liefermengen und Verkaufspreisen
haben einen direkten negativen Einfluss auf unsere Wirtschaft und
unsere Bevölkerung. Preissteigerungen bei Erdgas – der Erdgaspreis
versiebenfachte sich infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine
– oder bei Erdöl – der Erdölpreis stieg aufgrund der aktuellen
Situation im Iran um rund 10% – müssen direkt an die Endkunden
weitergegeben werden. Je höher die Abhängigkeit, desto stärker der
Preiseffekt und desto größer die Auswirkungen auf unsere
Volkswirtschaft.
Es ist daher dringend erforderlich, sich von den fossilen
Abhängigkeiten zu lösen. Biomasse und Wasserkraft tragen bereits
heute maßgeblich zur Energiesouveränität Österreichs bei. Die
aktuellen politischen Diskussionen führen aber dazu, dass
Abhängigkeiten von wenigen Lieferländern bestehen bleiben. Der Ausbau
erneuerbarer Energien stockt. Die Unsicherheit bei Unternehmen und
Banken steigt durch nicht durchdachte Gesetzesänderungen und dem
Aufschieben von dringend notwendigen Verordnungen.
Es braucht dringend praktikable Gesetze, die den Ausbau
heimischer, erneuerbarer Energieproduktion vorantreibt. Eines dieser
Gesetze ist das Erneuerbare-Gase-Gesetz. Dieses wird seit 2019
verhandelt und bis jetzt konnten die Regierungen kein Gesetz im
Parlament zum Beschluss bringen. Vorausschauendes Handeln sieht
anders aus. Hätte man die Rahmenbedingungen mit dem Erneuerbaren-
Ausbau-Gesetz im Jahr 2021 fixiert, könnten bereites 7% des
Erdgasverbrauchs durch heimisches Biomethan ersetzt werden. Inklusive
Konjunkturanstoß durch die Investitionen von über 4 Mrd. Euro. Der
jährliche Umsatz von 1 Mrd. Euro der Biomethananlagen verbleibt in
Österreich und fließt nicht nach Russland, USA, Katar etc. ab.
Johannes Hauptmann, Biogas-Obmann des Kompost- und
Biogasverbands: „Die Branche ist bereit. Die Technologie ist da. Was
fehlt, ist der klare politische Rahmen.“ Das Erneuerbare-Gase-Gesetz
bringt Investitionen in die heimische Wirtschaft und hilft, die
Abhängigkeit von ausländischen Energieimporten zu reduzieren und
damit die Energiesouveränität Österreichs zu stärken. Johannes
Hauptmann fordert daher ein praktikables Erneuerbare-Gase-Gesetz, das
seinen Namen auch verdient. Dieses Gesetz muss jetzt finalisiert
werden und einen stabilen Rahmen für die Branche schaffen, um zu
einem deutlichen Ausbau zu führen.




