Fortschritt in der Therapie von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen

Wien (OTS) – Erstmals in Österreich wurde im März 2026 an der
Klinischen Abteilung
für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II
gemeinsam mit der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale
Aortenchirurgie von AKH Wien und MedUni Wien ein minimal-invasiver
Eingriff zur Behandlung einer potenziell lebensbedrohlichen
Herzrhythmusstörung durchgeführt. Der Eingriff stellt einen
bedeutenden Fortschritt in der Therapie komplexer
Herzrhythmusstörungen dar und eröffnet neue Perspektiven für
Patient:innen mit bislang schwer behandelbaren Krankheitsbildern:
Herzschichten, die mit konventionellen Katheterablationen nicht
ausreichend behandelt werden können, werden bei diesem innovativen
Verfahren erreicht und damit behandelbar. Die Operation kann
besonders schonend und effektiv für Patient:innen minimalinvasiv
durchgeführt werden.

Die innovative Methode kombiniert zwei hochspezialisierte
Verfahren: die minimal-invasive Thorakoskopie mit der
katheterbasierten elektrophysiologische Ablation. Über kleine
Schnitte zwischen den Rippen wurde eine Kamera eingeführt, die einen
direkten Zugang zur Herzoberfläche ermöglicht (Thorakoskopie). Durch
dieses Verfahren konnte die äußere Schicht des Herzens direkt
behandelt werden. Parallel dazu erfolgte mittels Kathetertechnik im
Inneren des Herzens eine präzise Ablation, eine gezielte Verödung von
krankhaftem Herzgewebe, das die Rhythmusstörungen auslöst. Im
Vergleich zu chirurgischen Verfahren, bei denen der Brustkorb
geöffnet wird, ist dieser Ansatz besonders schonend und eröffnet neue
Behandlungsmöglichkeiten für Patient:innen mit einer ventrikulären
Tachykardie, einer potenziell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung,
bei der das Herz zu schnell aus den Herzkammern schlägt. Unbehandelt
kann dies zu Kreislaufversagen oder plötzlichem Herztod führen.

„Insbesondere für Patient:innen, bei denen konventionelle
Katheterablationen nicht ausreichend wirksam waren, ist dieser Hybrid
-Eingriff ein Meilenstein in der Therapie. Bisher unzugängliche
Herzschichten können schonend und effektiv behandelt werden“, hält
Stefan Stojković von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der
Universitätsklinik für Innere Medizin II fest, der den Eingriff
gemeinsam mit Emilio Osorio, Universitätsklinik für Herz- und
Thorakale Aortenchirurgie, in enger wissenschaftlicher Kooperation
mit Bart Maesen von der Universität Maastricht durchgeführt hat.

Die moderne Herzmedizin profitiert durch die enge Verzahnung von
Herzchirurgie und Kardiologie an AKH Wien und MedUni Wien. „Die
erfolgreiche Durchführung des Eingriffes zeigt, wie wichtig die
fächerübergreifende Zusammenarbeit für die Zukunft der Herzmedizin,
für unsere Patient:innen ist“, betonen Daniel Zimpfer, Leiter der
Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie, und
Christian Hengstenberg, Leiter der Universitätsklinik für Innere
Medizin II.