Eröffnung des Wasserkraftwerks Taberbach Mittelstufe – Nachhaltige Versorgungssicherheit für Osttiroler Gemeinden sichergestellt

Lienz (OTS) – Am Freitag, dem 29. Mai 2026, wurde die neu errichtete
Mittelstufe
der Kraftwerkskette Taberbach im Bezirk Lienz, Osttirol, im Beisein
von Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler offiziell in Betrieb
genommen.

Das Kraftwerk hat eine Leistung von 1,5 Megawatt. Gemeinsam mit
der Ober- und Unterstufe ergibt sich eine Leistung von insgesamt
knapp über 2 MW, wodurch rund 450 StromkundInnen künftig mit
umweltfreundlichem Wasserkraft-Strom versorgt werden können. Mag.
Hannes Taubinger, Geschäftsführer der Anton Kittel Mühle Plaika GmbH
und Präsident von Kleinwasserkraft Österreich, zeigt sich erfreut:
„Mit der Fertigstellung des Projekts am Taberbach ist es gelungen,
die Energieversorgung für die Gemeinden Ainet und Schlaiten
zukunftsfit zu machen.“

Energiereferent Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler
unterstreicht die Bedeutung der heimischen Wasserkraft für Tirols
Energiezukunft: „Die heimische Wasserkraft ist ein zentraler Baustein
auf unserem Weg zur Energieunabhängigkeit. Auch die Kleinwasserkraft
spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit der Modernisierung der
Mittelstufe der Kraftwerkskette am Taberbach wird die nachhaltige und
regionale Stromversorgung in Osttirol weiter gestärkt. Solche
Projekte schaffen Versorgungssicherheit, halten die Wertschöpfung im
Land und machen uns unabhängiger von fossilen Energieimporten.“

Zwtl.: Anton Kittel Mühle Plaika GmbH modernisierte Kraftwerkskette
und Stromnetz

Bereits 2018 wurde das Stromnetz der Gemeinden Ainet und
Schlaiten sowie die dazugehörigen Kraftwerke von der Anton Kittel
Mühle Plaika GmbH übernommen. Innerhalb von nur sechs Jahren und mit
erheblichen Investitionen wurde fast das gesamte Netz erneuert und an
die neuen Gegebenheiten, insbesondere die verstärkte Kleinwasserkraft
-Leistung sowie zahlreiche PV-Anlagen, angepasst.

Die neu eröffnete Mittelstufe der Kraftwerkskette wurde komplett
neu errichtet. Durch eine höhere Wassermenge konnte die Leistung
gegenüber dem Altbestand annähernd verdreifacht werden. Durch weitere
Revitalisierungen bei den Kraftwerken Ober- und Unterstufe konnte das
Regelarbeitsvermögen von 6,0 auf insgesamt 9,5 GWh erhöht werden.
Gleichzeitig wurde auch ein Tagesspeicher reaktiviert, um
Erzeugungsschwankungen anderer Technologien auszugleichen und so
besser in das Stromnetz zu integrieren.

Zwtl.: Vorbildliche Kooperation beim Netzausbau spart Mio. Netzkosten

Durch eine sehr enge Kooperation mit der Gemeinde Ainet konnte
der Stromnetzausbau mit dem Glasfasernetzausbau koordiniert werden.
Beide Netzbetreiber sparten somit über 1 Mio. EUR an Netzausbaukosten
– für eine 1000 Einwohner Gemeinde eine erhebliche Summe Geld, die
den Steuerzahler entlastet. Das Stromnetz ist damit für die
Energiewende gerüstet und die Bevölkerung in Ainet hat Zugang zu
kostengünstigem Breitband-Internet.

Ökologisches Vorzeigeprojekt als Blackoutsicherung

Durch die Modernisierung und den Neubau wurden auch
Gewässerökologie und Naturschutz verbessert. Insgesamt wird jetzt
trotz erhöhter Stromproduktion mehr Restwasser als zuvor abgegeben.
Besondere Bedeutung für die Region hat aber die Inselbetriebs- und
Schwarzstartfähigkeit der Kraftwerke. Damit ist die Versorgung der
Gemeinden Ainet und Schlaiten auch im Falle eines großräumigen
Blackouts sichergestellt. Die Kraftwerke funktionieren für die
Gemeinden somit als dezentrale, nachhaltige Notstromaggregate.

Wasserkraft darf nicht benachteiligt werden

Dass das Projekt zügig umgesetzt werden konnte, ist nicht
selbstverständlich. Gut abgestimmte und effiziente
Genehmigungsprozesse sind wichtig für den raschen Ausbau erneuerbarer
Energie. Im Zusammenhang mit dem geplanten Erneuerbaren-Ausbau-
Beschleunigungsgesetz (EABG) wird von Kleinwasserkraft Österreich
darauf hingewiesen, dass dieses Instrument grundsätzlich geeignet
ist, Verfahren weiter zu vereinfachen und Planungssicherheit für alle
erneuerbaren Technologien zu erhöhen. „Im aktuellen Entwurf des EABG
ist jedoch keine Verfahrensbeschleunigung vorgesehen, gerade die
Kleinwasserkraft als über Jahrzehnte gut erprobte Technologie
ausnehmen zu wollen, zeugt eher von einer Behinderung als von einer
Beschleunigung von Versorgungssicherheit und Energiewende“, so
Taubinger.

Auch LHStv Geisler verweist auf die gemeinsame energiepolitische
Linie der Bundesländer, wie sie zuletzt bei der Konferenz der
LandesenergiereferentInnen in Rust bekräftigt wurde, und auf den
breiten Schulterschluss zum Ausbau der Wasserkraft: „Wir bekennen uns
klar zum weiteren Ausbau der heimischen Wasserkraft – dazu zählt auch
die Kleinwasserkraft. Sie ist ein wichtiger Baustein für
Versorgungssicherheit, und Energieunabhängigkeit und muss gleich wie
alle anderen erneuerbaren Energieträger behandelt werden.
Entscheidend ist, dass die vorhandenen Potenziale genutzt werden und
Projekte möglichst rasch und unbürokratisch umgesetzt werden können.“

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at