Die coolsten Baustellen Österreichs gesucht

Wien (OTS) – Zwei Unterschriften. Ein gemeinsames Ziel. Und
Bauarbeiter, die an
heißen Tagen früher nach Hause kommen. Die Gewerkschaft BAU-HOLZ
sucht Betriebe, die zeigen, dass Hitzeschutz in der Praxis
funktioniert. Zwei Beispiele aus Salzburg und Niederösterreich machen
vor, wie Beschäftigte vor den heißesten Stunden des Tages geschützt
werden können.

Zwei Vorbilder aus der Praxis

Das Salzburger Bauunternehmen Wagrain Bau hat gemeinsam mit
seinem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zum Hitzeschutz
abgeschlossen. Sie ermöglicht es, den Arbeitsbeginn an besonders
heißen Tagen auf bis zu 5:00 Uhr vorzuverlegen und die Arbeit
entsprechend früher zu beenden. Ziel ist es, die Beschäftigten vor
den heißesten Stunden des Tages zu schützen.

Ein zweites Beispiel kommt aus Niederösterreich: Das
Dachdeckerunternehmen Hans Drascher Ges.m.b.H. (Dachdecker, Spengler,
Holzbau) geht einen Schritt weiter. Die Betriebsvereinbarung regelt
nicht nur die Hitzefrei-Regelung ab 32,5 Grad – sie sieht auch
präventiven Gesundheitsschutz unterhalb der Schwelle vor. Der
Arbeitgeber stellt Sonnencreme und ausreichend alkoholfreie, kühle
Getränke bereit. Und auch hier gilt: Arbeitsbeginn kann
einvernehmlich auf frühe Morgenstunden vorgezogen werden, um der
Mittagshitze auszuweichen.

Was dafür notwendig war? Keine neue gesetzliche Regelung. Keine
komplizierte Bürokratie. Sondern der gemeinsame Wille, die Gesundheit
der Beschäftigten zu schützen.

Die rechtlichen Möglichkeiten sind da

Der Werkzeugkasten für Hitzeschutz am Bau ist gut gefüllt. Seit
1. Jänner 2026 gilt die neue Hitzeschutzverordnung. Ab Hitzewarnstufe
2 der GeoSphere Austria müssen Betriebe Schutzmaßnahmen umsetzen.
Dazu gehören unter anderem Trinkwasser, Beschattung, Pausenregelungen
und organisatorische Anpassungen der Arbeit.

Zusätzlich besteht mit der Hitzefrei-Regelung nach dem
Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG) die
Möglichkeit, Beschäftigte am Bau ab 32,5 Grad Celsius im Schatten
früher nach Hause zu schicken. Die Abwicklung erfolgt über die BUAK.
Die Werkzeuge sind also vorhanden. Jetzt müssen sie konsequent
genutzt werden.

Verantwortung übernehmen

„Die Möglichkeiten für wirksamen Hitzeschutz sind heute größer
als je zuvor. Mit der Hitzefrei-Regelung über die BUAK haben die
Sozialpartner bereits vor Jahren einen wichtigen Schutzmechanismus
geschaffen. Mit der neuen Hitzeschutzverordnung ist heuer ein
weiterer wichtiger Schritt gelungen, den Gewerkschafterinnen und
Gewerkschafter im Parlament für die Beschäftigten erkämpft haben.
Jetzt geht es darum, diese Möglichkeiten auch konsequent zu nutzen.
Wir brauchen noch mehr Betriebe, die Verantwortung übernehmen und
alle vorhandenen Schutzmaßnahmen ausschöpfen. Denn kein Bauwerk und
kein Termin ist so wichtig wie die Gesundheit der Beschäftigten.
Gleichzeitig werden wir weiter daran arbeiten, den Hitzeschutz am Bau
Schritt für Schritt zu verbessern“, so Josef Muchitsch, GBH-
Bundesvorsitzender.

Die coolsten Baustellen Österreichs

„Wir wollen jene Betriebe vor den Vorhang holen, die
Verantwortung übernehmen und zeigen, dass Hitzeschutz in der Praxis
funktioniert. Die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen ist
möglich – wenn man es will. Diese Betriebe zeigen, dass
wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung für die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter kein Widerspruch sind. Deshalb suchen wir die
coolsten Baustellen Österreichs. Wenn Sie Betriebe kennen, die beim
Hitzeschutz Vorbilder sind, dann schicken Sie uns diese Beispiele“,
so Muchitsch.

Die Gewerkschaft BAU-HOLZ ruft Beschäftigte, Betriebsräte und
Unternehmen dazu auf, vorbildliche Maßnahmen zum Hitzeschutz zu
melden. Gesucht werden Betriebe, die Verantwortung übernehmen – etwa
durch frühere Arbeitszeiten, Beschattung, Trinkwasserversorgung,
gekühlte Aufenthaltsräume oder andere wirksame Schutzmaßnahmen.
Hinweise an: [email protected]

Die GBH sucht die coolsten Baustellen Österreichs. Betriebe, die
zeigen, dass Hitzeschutz in der Praxis funktioniert. Betriebe, die
Verantwortung übernehmen. Betriebe, die beweisen, dass
Gesundheitsschutz und erfolgreiche Baustellen kein Widerspruch sind.
Diese Vorbilder werden wir im Rahmen unserer Hitzetage vor den
Vorhang holen.

Hitze.App: Sofort wissen, wann es so weit ist

Die kostenlose Hitze.App der GBH zeigt per Postleitzahl in
Echtzeit an, ob die für Hitzefrei relevante Temperatur von 32,5 Grad
Celsius erreicht wurde. Damit wissen Beschäftigte, Betriebe und
Auftraggeber sofort, wann Handlungsbedarf besteht. Download: gbh-
news.at/hitze-app

GBH-Hitzetage – die Themen der Woche

Tag 1: Verantwortung übernehmen – Gesundheit schützen

Tag 2: Es geht um wenige Stunden – nicht um ganze Tage

Tag 3: Die coolsten Baustellen Österreichs gesucht