Wien (OTS) – Österreichs Wohnimmobilienmarkt gewinnt laut einer
Deloitte Studie
wieder an Dynamik: 2025 wurden rund 18 % mehr Wohnimmobilien gekauft
als im Vorjahr – der stärkste Anstieg seit mehr als einem Jahrzehnt.
Gleichzeitig sank die Zahl der Baubewilligungen auf den niedrigsten
Stand seit 2010. Die steigende Nachfrage trifft damit auf ein
schwaches Neubauangebot und könnte den Preisdruck weiter erhöhen. Im
europäischen Vergleich bleiben Österreichs größte Städte, allen voran
Wien, zwar teuer, allerdings dennoch relativ leistbar.
Nach Jahren verhaltener Nachfrage zieht der österreichische
Wohnimmobilienmarkt wieder an. Besonders bei Bestandsimmobilien
steigen die Käufe deutlich. Auch europaweit zeichnet sich eine
Stabilisierung der Wohnungsmärkte ab. Das zeigt der Deloitte Property
Index, der zum 15. Mal erscheint und heuer 25 europäische Länder
untersucht.
„ Die Nachfrage am österreichischen Wohnimmobilienmarkt kehrt
insbesondere bei gebrauchten Wohnungen zurück. Verbesserte
Finanzierungsbedingungen, das Auslaufen der KIM-Verordnung sowie eine
Preisentwicklung unterhalb der Inflation haben den Immobilienkauf
wieder attraktiver gemacht. Im Neubausegment bewegen sich die
Transaktionen allerdings noch unter dem langjährigen Durchschnitt “,
erklärt Gabriele Etzl, Partnerin und Immobilienexpertin bei Deloitte
Legal.
Zwtl.: Neubauwohnungen: Österreich bei Preisen auf Platz vier in
Europa
Eine Neubauwohnung kostete in Österreich 2025 durchschnittlich
EUR 5.199,- pro Quadratmeter. Damit liegt Österreich unter den im
Property Index untersuchten europäischen Ländern auf Platz vier –
hinter Luxemburg (EUR 9.160,-), Tschechien (EUR 5.412,-) und
Deutschland (EUR 5.200,-).
Im Städtevergleich sind Neubauwohnungen in Österreichs großen
Städten relativ leistbar: In Wien beträgt der durchschnittliche
Kaufpreis EUR 6.711,- pro Quadratmeter, verglichen mit EUR 11.200,-
in München, EUR 8.650,- in Amsterdam und EUR 8.037,- in Barcelona.
Auch Graz (EUR 3.935,-) und Linz (EUR 4.655,-) sind vergleichsweise
erschwinglich.
Der Preisanstieg bei Neubauwohnungen fiel mit 2,9 % gegenüber dem
Vorjahr moderat aus. In Kroatien, der Slowakei und Ungarn legten die
Preise hingegen zweistellig zu. „ Die anziehende Nachfrage könnte den
Preisdruck in Österreich allerdings verstärken, wenn das
Wohnungsangebot nicht entsprechend wächst “, warnt Gabriele Etzl.
Zwtl.: Baubewilligungen auf niedrigstem Stand seit 2010
Während die Käufe steigen, bleibt der Neubau schwach: Die Zahl
der Baubewilligungen für neue Wohnbauten sank 2025 um weitere 7,1 %
und erreichte den niedrigsten Stand seit 2010.
„ Mehr Käufe bedeuten noch keine Entspannung am Wohnungsmarkt.
Die Nachfrage nimmt wieder zu, während aus dem Neubau wenig
zusätzliches Angebot nachkommt. Das erhöht den Druck auf die Preise.
Die niedrigen Bewilligungszahlen dürften sich auch 2027 noch bei den
Fertigstellungen bemerkbar machen “, so Gabriele Etzl.
Zwtl.: Wiener Bestandsmieten deutlich unter europäischen Metropolen
Bei den Bestandsmieten liegt Wien mit durchschnittlich EUR 11,10
pro Quadratmeter unter Graz (EUR 11,60) und Linz (EUR 12,30). Die
Werte beziehen sich auf Bestandsmieten; im Neubausegment liegt das
Mietpreisniveau auch in Österreich höher.
Deutlich teurer ist das Wohnen unter anderem in Luxemburg mit EUR
45,40, Paris mit EUR 31,20 und Barcelona mit EUR 30,90 pro
Quadratmeter. Der Vergleich bezieht sich auf durchschnittliche
Bestandsmieten und lässt daher keine direkten Rückschlüsse auf die
Kosten bei einer Neuanmietung zu.
Gabriele Etzl betont: „ Wien liegt bei den Mietpreisen deutlich
unter vielen europäischen Großstädten. Das ist ein wichtiger
Standortvorteil. Damit dieser langfristig erhalten bleibt, braucht es
ausreichend neuen Wohnraum und Rahmenbedingungen, die Investitionen
in zusätzlichen Wohnraum ermöglichen .“
Zudem ist laut der Expertin eine Reform des Mietrechts
überfällig: „ Vermieterinnen und Vermietern muss es ermöglicht
werden, dass die Renovierung und Steigerung der Energieeffizienz bei
regulierten Bestandsimmobilien auch wirtschaftlich durchgeführt
werden können .“
Zum Download:
Studie Deloitte Property Index 2026
Foto Gabriele Etzl Credits Angelika Schiemer
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