Wien (OTS) – Mit der heutigen Bestätigung der Trilogeinigung im
Europäischen
Parlament ist ein zentraler Schritt zur Reform der europäischen
Nachhaltigkeits-Berichts- und Sorgfaltspflichten abgeschlossen. Der
Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) bewertet den
erzielten Kompromiss als positiv, der künftig für mehr
Praxistauglichkeit, Rechtssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit sorgen
soll. „ Die heutige Entscheidung ist ein wichtiges Signal für den
Industriestandort Europa “, erklärt Ulrich Wieltsch, FCIO-Obmann. „
Nachhaltigkeit braucht klare Ziele, aber ebenso Regeln, die in der
betrieblichen Realität funktionieren. Die nun bestätigten Anpassungen
sind ein Schritt in die richtige Richtung. “ Die Änderungen reagieren
auf die Überforderung vieler Unternehmen durch zu komplexe Vorgaben
und setzen stärker auf Wesentlichkeit sowie verhältnismäßige
Berichtspflichten, wovon insbesondere mittelbar betroffene
Unternehmen profitieren.
Zwtl.: Wettbewerbsfähigkeit braucht umsetzbare Regeln
Gerade für international tätige Industriebranchen mit komplexen
Wertschöpfungsketten ist ein klarer und verlässlicher Rechtsrahmen
entscheidend. Die bisherige Ausgestaltung hatte in vielen Bereichen
zu Unsicherheit geführt und Investitionen gebremst. Der nun
beschlossene Kurs stärkt den Fokus auf tatsächliche Risiken statt auf
formale Pflichterfüllung.
„ Nachhaltigkeit entfaltet ihre Wirkung nicht durch immer neue
Berichtspflichten, sondern durch wirksame Maßnahmen dort, wo reale
Risiken bestehen “, so Wieltsch. „ Die Einigung ermöglicht es den
Unternehmen, Ressourcen in Innovation und Transformation zu
investieren, statt sie für Bürokratie zu vergeuden. “
Positiv ist auch, dass eine übermäßige Weitergabe von Pflichten
entlang der Lieferkette deutlich begrenzt wurde. Damit wird
vermieden, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen
unverhältnismäßig belastet werden.
Mit dem heutigen Beschluss beginnt nun die Phase der nationalen
Umsetzung, die entscheidend dafür sein wird, wie wirkungsvoll und
ausgewogen die neuen Regeln in der Praxis greifen. „ Die europäische
Einigung ist die Grundlage “, betont Wieltsch. „ Jetzt liegt es an
den Mitgliedstaaten und damit auch an Österreich, Spielräume sinnvoll
zu nutzen und zusätzliche nationale Verschärfungen zu vermeiden. Nur
so bleibt Europa ein attraktiver Standort für industrielle
Wertschöpfung. “
Zwtl.: Über den FCIO
Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist
die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in
Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in
unterschiedlichen Sektoren z. B. Pharmazeutika, Kunststoffe und
Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel sowie organische und
anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der
Branche stellten 2024 Waren im Wert von 19,3 Milliarden Euro her.
www.fcio.at




