Luzern (OTS) – F ür Bergbäuerinnen und Bergbauern in der Schweiz ist
der Sommer die
arbeitsintensivste Zeit des Jahres. Ein Unfall oder eine Krankheit
bringen Bergbauernfamilien rasch an ihre Grenzen. Caritas Schweiz
sucht deshalb 1000 Freiwillige, die für eine Woche oder länger
unterstützen und dabei selbst einen Perspektivenwechsel erleben.
Jeden Sommer brauchen zahlreiche Bergbauernfamilien Hilfe, um die
Arbeiten in der intensiven Saison bewältigen zu können. Kommen ein
Unfall, eine Schwangerschaft oder notwendige Bau- und
Renovationsarbeiten hinzu, bringt das die Bergbäuerinnen und
Bergbauern rasch an den Rand ihrer Kräfte.
Bisher haben sich bereits mehr als 100 Bergbauernfamilien bei
Caritas Schweiz gemeldet und um Unterstützung gebeten. Über 400
Freiwillige haben ihren Einsatz bereits gebucht. Es fehlen noch 600
Freiwillige für die Saison 2026.
Die meisten Einsätze finden zwischen Juni und September statt. In
dieser Zeit fallen besonders viele Arbeiten an: Heuen, Tiere
versorgen, den Stall ausmisten, Zäune reparieren, auf der Alp helfen
oder im Haushalt und bei der Kinderbetreuung unterstützen. Die Arbeit
ist körperlich anspruchsvoll und oft ungewohnt. Genau darin sehen
viele Freiwillige den besonderen Wert ihres Einsatzes.
Digital Detox auf dem Bergbauernhof
Ein Bergeinsatz bedeutet für viele Freiwillige: die Komfortzone
verlassen, Neues lernen und den Alltag hinter sich lassen. Sie
tauschen ihren Büroalltag gegen Stallarbeit und Bergpanorama ein.
Dabei stehen direkte Begegnungen im Mittelpunkt. Der Einsatz wird so
zu einem echten „Digital Detox“.
„Viele Freiwillige berichten, dass sie aus ihrem Einsatz
wertvolle Impulse für den Alltag mitnehmen“, sagt Kyra Renidear,
Mediensprecherin von Caritas-Bergeinsatz. „Sei es für ein bewussteres
Miteinander oder um den eigenen Stress zu reduzieren.“
Brücke zwischen Stadt und Land
Die Bergeinsätze unterstützen nicht nur die Bergbauern direkt,
sondern fördern auch das gegenseitige Verständnis zwischen Stadt- und
Landbevölkerung. Es entstehen persönliche Begegnungen und neue
Perspektiven für beide Seiten. „Mit den Freiwilligen kommt ein Stück
der grossen Welt an unseren Küchentisch“, sagt eine Bergbäuerin.
Gesucht werden Menschen, die zwischen 18 und 70 Jahre alt,
motiviert und mental sowie körperlich fit sind und die Sprache der
Bergbauernfamilie sprechen. Auf www.bergeinsatz.ch sind alle
Bergbauernbetriebe aufgeführt, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Interessierte können ihren Bergeinsatz unkompliziert online buchen.
2026: UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen
Die Berglandwirtschaft ist stark auf familiäre Mitarbeit
angewiesen. Dabei nehmen Frauen seit jeher eine tragende Rolle ein.
Viele Bergbäuerinnen tragen gleichzeitig Verantwortung für Familie,
Tiere und Betrieb und sind dabei nicht nur fachlich versiert, sondern
auch mental und körperlich gefordert. Dennoch bleibt ihr Beitrag
häufig im Hintergrund: In der Schweiz werden lediglich rund 8 Prozent
der Landwirtschaftsbetriebe offiziell von Frauen geführt. Das UNO-
Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen 2026 rückt deshalb die
Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft ins Zentrum. Mit dem
klaren Ziel, ihre zentrale Bedeutung weltweit sichtbar zu machen und
stärker anzuerkennen.
Interviews oder Reportagen ermöglichen wir gerne auf Anfrage.





