Wien (OTS) – Der österreichische Arbeitsmarkt zeigt sich trotz
wirtschaftlicher
Herausforderungen widerstandsfähig, steht aber weiterhin vor
erheblichen Problemen bei der Stellenbesetzung. Das zeigt das
aktuelle „Hiring Trends Update 2025/26″ von Stepstone, für das über
560 Beschäftigte und 211 Personalverantwortliche befragt wurden.
Zwtl.: Stellenmarkt schrumpft, Fachkräftemangel bleibt bestehen
Die Zahlen verdeutlichen die ambivalente Marktlage: Während die
Gesamtzahl der Online-Stellenanzeigen in Q3 2024 auf 115.042 Jobs
zurückging (-1% zum Vorquartal, -10 % zum Vorjahr), sind drei von
vier Unternehmen (75 %) nach wie vor von Fachkräftemangel betroffen.
Bemerkenswert: Jobs im Einzelhandel boomen trotz Krise und
verzeichnen ein Plus von 33 % im Vergleich zum Vorjahr. (Quelle
Stepstone Fachkräfteatles, INDEX)
Drei Jahre Stagnation nähern sich dem Ende , erklärt Dr. Julius
Probst, Arbeitsmarkt-Ökonom der Stepstone Group. Österreichs
Arbeitsmarkt hat sich im Einklang mit Deutschlands anhaltender
Industriekrise abgeschwächt. Die Arbeitslosenquote ist auf etwa 7
Prozent gestiegen, während ausgeschriebene Stellen rückläufig sind.
Investitionen von Staat und EU in Infrastruktur, Energiewende und
Verteidigung schaffen jedoch neue Jobs – vor allem für Techniker,
Bauarbeiter und Ingenieure.
Zwtl.: Ambivalente Marktlage stellt Recruiter*innen vor neue
Herausforderungen
Die Unternehmenspläne für das nächste Halbjahr spiegeln die
Unsicherheit wider: 21 Prozent planen Umstrukturierungen, je 10
Prozent rechnen mit Stellenabbau oder Einstellungsstopp, während 19
Prozent wieder mehr Personal einstellen wollen.
Wir befinden uns in einer ambivalenten Situation , betont MMag.
Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer Stepstone Österreich & Schweiz.
Während einerseits die Arbeitslosigkeit in gewissen Berufsgruppen
steigt, herrscht in anderen Bereichen weiterhin Fachkräftemangel.
Trotz Rezession blieb die Talentsuche äußerst schwierig – das gibt
uns einen Vorgeschmack darauf, was uns bevorsteht, wenn der
Arbeitsmarkt wieder anzieht und die Erwerbsbevölkerung Jahr für Jahr
schrumpft.
Zwtl.: Recruiting wird zur Königsdisziplin
Die größten Herausforderungen für Personalverantwortliche:
–
82 Prozent haben Schwierigkeiten, Kandidat*innen mit den
benötigten Kompetenzen zu finden
–
63 Prozent kämpfen mit steigenden internen Anforderungen an
Stellen
–
61 Prozent beklagen hohe Gehaltsforderungen bei gleichzeitig
reduzierten Budgets (57 %)
Zwtl.: Hohe Wechselbereitschaft trotz unsicherer Zeiten
Die Studie zeigt: Beschäftigte bleiben offen für einen
beruflichen Wechsel. 54 Prozent planen konkret einen Jobwechsel 2026,
42 Prozent sind bereits aktiv auf Jobsuche. Flexible Arbeitsmodelle
werden dabei zum entscheidenden Faktor: 57 Prozent würden den Job
wechseln, wenn keine flexiblen Arbeitsmöglichkeiten geboten werden.
Zwtl.: Bewerbungsprozess als kritischer Erfolgsfaktor
Ein schlechter Bewerbungsprozess wird zum K.O.-Kriterium: 77
Prozent der Kandidat*innen würden Jobangebote bei mangelhaften
Prozessen ablehnen. Dabei sind sich Kandidat*innen einig und das
Rezept relativ simpel: Klare und detaillierte Stellenbeschreibungen,
schnelle Rückmeldung nach Einreichen der Bewerbung und transparente
Informationen zur Gehaltsspanne machen einen Bewerbungsprozess
effizienter und angenehmer.
Die internen Prozesse straff zu ziehen, muss Priorität haben ,
empfiehlt Atena Rabou-Degenkolbe, Head of Talent Acquisition bei The
Stepstone Group. Je klarer intern alle Beteiligten sind, desto
effizienter und erfolgreicher wird Recruiting. Für uns gibt es keine
Ausschreibung ohne ein Meeting mit den beteiligen Personen und
Fachbereichen, bei dem wir uns als Sparringspartner verstehen, um
wirklich herauszufinden, nach welcher Person wir suchen sollen.
Zwtl.: Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Expert*innen raten zu drei strategischen Ansätzen:
1.
Optimierung der Bewerbungsprozesse: mit klaren
Stellenbeschreibungen, transparenten Gehaltsspannen und schnelleren
Rückmeldungen.
2.
Mitarbeiterbindung stärken: Neben Gehalt und flexiblem Arbeiten
sind die wichtigsten Zufriedenheitsfaktoren: Fähigkeiten und Stärken
passen zur Rolle (43 %), interne Weiterbildungs- und
Entwicklungsmöglichkeiten (42 %).
3.
Erschließung neuer Talentpools : durch internationales Recruiting
und Skills-based Hiring. Der Fokus auf Skills auch ohne formale
Ausbildung kann den Talentpool deutlich erweitern und Quereinsteiger*
innen eine Chance geben.
Zwtl.: Über das Hiring Trends Update
Die Studienreihe „Hiring Trends Update“ von The Stepstone Group
erscheint halbjährlich. Für die aktuelle Ausgabe wurden vom 10.09.
bis 09.10.2025 online 563 Bewerber*innen sowie 211 Recruiter*innen in
Österreich befragt.
Weitere Informationen: www.stepstone.at/e-
recruiting/blog/arbeitsmarkt-oesterreich/




