Wien (OTS) – Angesichts geopolitischer Spannungen und wachsender
Unsicherheiten
auf den globalen Energiemärkten setzt Österreich verstärkt auf
internationale Wasserstoffpartnerschaften. Im Rahmen der UNIDO-
Wasserstoffkonferenz in Wien betonte Wirtschafts- und Energieminister
Wolfgang Hattmannsdorfer die strategische Bedeutung neuer
Energieachsen zwischen Afrika und Europa.
Der Austragungsort Wien unterstreicht dabei die zentrale Rolle
Österreichs als internationale Plattform für industriepolitische
Kooperation im Wasserstoffbereich. Vertreterinnen und Vertreter aus
zahlreichen Ländern sowie internationale Organisationen kamen zur
UNIDO-Konferenz zusammen, um den globalen Hochlauf der
Wasserstoffwirtschaft voranzutreiben.
„Der Konflikt im Nahen Osten zeigt, wie sensibel globale
Energiesysteme reagieren. Wasserstoff wird zum Schlüssel, um
Energieversorgung zu diversifizieren, Industrie abzusichern und
Europa unabhängiger zu machen. Der Wasserstoff-Südkorridor soll
Produktionsregionen in Afrika mit der Industrie in Mitteleuropa
verbinden und Österreich als Drehscheibe für grünen Wasserstoff
positionieren“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Im Mittelpunkt der Konferenz standen der Aufbau internationaler
Wasserstoffkorridore, Investitionsmodelle für Produktionsregionen,
Infrastruktur für Transport und Speicherung sowie der Einsatz von
grünem Wasserstoff in energieintensiven Industrien. Zudem wurden
Partnerschaften zwischen Europa, Afrika und dem Nahen Osten zur
Sicherung langfristiger Lieferketten und zur Stärkung der
industriellen Wettbewerbsfähigkeit erörtert.
Bilaterales Treffen mit Algerien: Startpunkt für
Wasserstoffpartnerschaft
Am Rande der UNIDO-Konferenz traf Hattmannsdorfer den
Generalsekretär des algerischen Ministeriums für Energie und
erneuerbare Energien, Nabil Kafi, zu einem bilateralen Gespräch. Im
Mittelpunkt standen der Aufbau des Wasserstoff-Südkorridors sowie
konkrete Kooperationsmöglichkeiten zwischen Österreich und Algerien.
Algerien gilt aufgrund seines hohen Potenzials für erneuerbare
Energien und bestehender Energieinfrastruktur als zentraler Partner
für zukünftige Wasserstoffimporte nach Europa.
Ziel ist es, die energiepolitische Zusammenarbeit entlang der
gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktion über Transport und
Infrastruktur bis zur industriellen Nutzung – schrittweise zu
vertiefen. Zudem stellte Hattmannsdorfer eine Reise nach Algerien im
Herbst in Aussicht, um den strategischen Dialog weiterzuführen und
mögliche Kooperationsprojekte auszuloten.
Die vertiefte Zusammenarbeit mit Algerien ist ebenfalls Teil der
neuen österreichischen Afrika-Strategie. Ziel ist eine stärkere
wirtschaftliche Kooperation, der Ausbau von Infrastruktur sowie
gemeinsame Investitionen in Zukunftstechnologien wie grünen
Wasserstoff. Afrika entwickelt sich dabei zu einer zentralen
Produktionsregion für erneuerbare Energie und gewinnt damit
strategische Bedeutung für Europas industrielle Transformation und
Energieversorgung.
„Energiepolitik ist auch Außenpolitik. Mit der Afrika-Strategie
bauen wir gezielt neue Partnerschaften auf, erschließen zusätzliche
Energiequellen und stärken Europas Versorgungssicherheit. Algerien
kann dabei ein zentraler Partner für den Wasserstoff-Südkorridor und
für eine langfristige Energiekooperation mit Afrika werden“, betont
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Wasserstoff als Schlüssel für Industrie und Wettbewerbsfähigkeit
Erneuerbarer Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle für die
Dekarbonisierung energieintensiver Industrien – etwa in Stahl-,
Chemie- oder Glasproduktion. Gleichzeitig stärkt er die
Versorgungssicherheit, ermöglicht langfristige Energiespeicherung und
reduziert geopolitische Abhängigkeiten. Wasserstoff verbindet damit
drei zentrale Ziele gleichzeitig: Versorgungssicherheit, industrielle
Transformation und Diversifizierung der Energiequellen
„Der Wasserstoffmarkt steckt noch in den Kinderschuhen, aber wir
stellen heute die Weichen, damit Österreich in den kommenden
Jahrzehnten ein führender Standort für grünen Wasserstoff wird. Mit
275 Millionen Euro investieren wir gezielt in vier nationale
Leuchtturmprojekte – das ist ein klares Bekenntnis zu Industrie,
Innovation und Standortpolitik“, so Hattmannsdorfer.
Südkorridor: Energieachse von Nordafrika nach Mitteleuropa
Ein zentraler Baustein dieser Partnerschaften ist der Wasserstoff
-Südkorridor. Dieser soll zukünftig Nordafrika über Italien mit
Österreich und Deutschland verbinden und grünen Wasserstoff in
industriellem Maßstab nach Mitteleuropa transportieren. Österreich
übernimmt dabei eine Schlüsselrolle als Transit- und Verteilknoten im
europäischen Wasserstoffsystem.
Damit positioniert sich Österreich als Energiebrücke zwischen
Afrika und Europas Industrie und stärkt langfristig
Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und
Energieunabhängigkeit.





