15 Jahre danach: Warum Fukushima noch immer dringende Warnung sein muss

Wien (OTS) – Am 11. März jährt sich die Nuklear-Katastrophe von
Fukushima zum 15.
Mal. Millionen Kubikmeter kontaminiertes Erdreich, drei noch immer
nicht geborgene, geschmolzene Reaktorkerne, die weiterhin gekühlt
werden müssen. Dazu kommt die auf Jahrzehnte angesetzte Einleitung
von radioaktiven Abwässern in den Pazifischen Ozean. Japans Altlasten
wiegen schwer.

Auch in Österreich sind wir nicht sicher. Rund um uns befinden
sich 14, teils völlig veraltete AKW. Im Ernstfall würde die
radioaktive Wolke aus dem nur 35 km von der niederösterreichischen
Grenz entfernten AKW Dukovany über Österreich ziehen oder gar
abregnen. Das nächste Fukushima liegt möglicherweise nur einen
Steinwurf von uns entfernt, Daher muss sich Österreich gegen die
Betriebsdauer-Verlängerungen alter Reaktoren wehren, sowie gegen die
Errichtung neuer Reaktoren, seien es große wie in Dukovany oder die
sogenannten SMR in Temelín. Denn Atomkraft ist nie sicher. Ebenso
kritisiert

“Wir müssen aus der Geschichte der Kernkraft lernen. Fukushima
darf sich nicht wiederholen. Europa betreibt jedoch ein genau
gegenteilige Politik. Unter dem Deckmantel der Energieautarkie werden
radioaktive Scheuklappen aufgesetzt. Der Plan, künftig wieder
Steuergeld für den Bau und Ausbau von AKW vergeben zu dürfen, ist
fahrlässig”, kritisiert Patricia Lorenz, Anti-Atomsprecherin der
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Zwtl.: “Strahlende” Energiezukunft

Europa unabhängig von Energie-Importen zu machen, ist ein
wichtiger Baustein der europäischen Emanzipation. Das gilt sicher
nicht für Atomkraft, denn …

– weder für einen Small Modular Reactor (SMR), noch für große
Reaktoren gibt es marktfähige Design

– Der Ausstieg aus Atomkraftnutzung mit Hilfe des vom Kreml
kontrollierten Rosatom-Konzern wurde stillschweigend aus der
EURepowerRoadmap gestrichen und von allen Sanktionen gegen Russland
ausgenommen

– Neubauten (Paks/(Ungarn), Wartung und Instandhaltung (Bulgarien)
der AKW sowjetischer Bauarbeit teilweise nur mit Good-Will Russlands
möglich, sowie auch Nuklearbrennstofflieferungen etwa für die
Slowakei. Der Ersatz des russischen Brennstoffs gegen US-Brennstoff
von Westinghouse oder französischen/russischen ist kein Schritt in
die Energieunabhängigkeit Europas.

Lorenz führt aus: “Wer glaubt, dass Atomkraft die Lösung für
Europas Energiefragen ist, befindet sich auf dem Holzweg. Wer
Atomkraft als sicher bezeichnet, dem sei ein Blick nach Fukushima
empfohlen. Ein GAU kann jederzeit wieder passieren. Wenn auf neue AKW
gesetzt wird, so entscheidet man sich für eine Reihe von Risiken:
Immense Kosten, Gefahr eines GAUs, Bauzeiten von Dekaden und
Abhängigkeiten vom Ausland in geopolitischen extrem volatilen
Zeiten.”

Zwtl.: “Verstrahlte” Folgen

Österreich ist umringt von Ländern, die auf AKW setzen. Wie ein
GAU-Szenario aussehen könnte, zeigt ein von GLOBAL 2000 produziertes

– Video

– Atomkraftwerke rund um Österreich

– Atomunfälle