Wien (OTS) – 2.005 Wiener Unternehmen wurden 2025 an Nachfolgerinnen
und
Nachfolger übergeben. Damit entfiel, wie bereits im Vorjahr, rund ein
Viertel aller Betriebsübergaben in Österreich auf Wien. Bis zum Jahr
2035 kommen in Wien rund 11.600 Arbeitgeberbetriebe für eine
Übernahme in Frage. Mit diesen Betrieben sind rund 172.400
selbstständige und unselbstständige Beschäftigte verbunden. Im
Gesundheits- und Sozialwesen kommt rund jedes dritte
Arbeitgeberunternehmen für eine Übergabe infrage (34,8 Prozent),
ebenso bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen
Dienstleistungen (33,6 Prozent). Das geht aus einer Studie der KMU
Forschung Austria hervor.
„Eine Unternehmensnachfolge verbindet Erfahrung und gewachsene
Stärken eines bestehenden Betriebs mit den Ideen der nächsten
Unternehmergeneration. Wer übernimmt, kann auf Bewährtem aufbauen und
Neues möglich machen. Das eröffnet Perspektiven für die Beschäftigten
und gibt dem Wirtschaftsstandort Wien neue Impulse“, sagt WK Wien-
Präsidentin Margarete Kriz-Zwittkovits.
Ein etablierter Kundenstock, eingespielte Abläufe und erfahrene
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden eine wertvolle Grundlage für
den unternehmerischen Einstieg. Darauf können Nachfolgerinnen und
Nachfolger aufbauen, neue Geschäftsfelder erschließen und den Betrieb
weiterentwickeln. Dass Übernahmen auch Investitionen anstoßen, zeigen
die österreichweiten Studienergebnisse: Mehr als die Hälfte der
Nachfolgenden erhöht nach der Übernahme die Investitionen. Zudem
sichert jede erfolgreiche Unternehmensnachfolge österreichweit
durchschnittlich 14 Arbeitsplätze und steht für rund 1,1 Millionen
Euro direkte Wertschöpfung pro Jahr.
Damit dieses Potenzial bestmöglich genutzt werden kann, braucht
es Rahmenbedingungen, die Übergaben erleichtern und finanziellen
Spielraum für Investitionen schaffen. Das ist auch für
familienexterne Nachfolgen wichtig. Sie machen österreichweit bereits
55 Prozent der Übergaben aus.
Forderungen der Wirtschaftskammer
– Steigerung des Freibetrages für Veräußerungsgewinne von 7.300 auf
45.000 Euro (wie im Regierungsprogramm vorgesehen) sowie einen
Sondersteuersatz von 20 Prozent und die Möglichkeit, steuerliche
Begünstigungen zu kombinieren.
– Um Investitionen zu erleichtern, braucht es einen steuerlichen
Beteiligungsfreibetrag für privates Kapital von bis zu 100.000 Euro
über fünf Jahre. Auch Investitionsanreize sollen verbessert werden.
– Für die Gründung im Zuge der Betriebsübernahme kann ein
österreichweit einheitlicher One-Stop-Shop Meldungen und Verfahren
bündeln. Die geplante Verlängerung der so genannten Grace Period von
drei auf fünf Jahre ist ein erster wichtiger Erfolg, der auch auf
familienexterne Nachfolgen ausgeweitet werden soll.
„Wir wollen mehr Menschen dafür begeistern, einen Betrieb zu
übernehmen und mit eigenen Ideen weiterzuführen. Unternehmertum
beginnt nicht nur mit einer Neugründung. Auch die Weiterentwicklung
eines bestehenden Betriebes ist eine eigenständige unternehmerische
Leistung. Mit guter Vorbereitung, gezielter Beratung und passenden
steuerlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen wir eine
gute Basis dafür“, betont Kriz-Zwittkovits.
Nachfolgebörse bringt Betriebe und Interessierte zusammen
Eine erfolgreiche Betriebsübergabe beginnt mit guter Vorbereitung. Je
nach Branche und Unternehmensform sind unterschiedliche rechtliche,
steuerliche und wirtschaftliche Fragen zu klären. Dabei unterstützt
die Nachfolgeberatung der Wirtschaftskammer. Die kostenlose
Nachfolgebörse wiederum bringt übergabebereite Betriebe und
potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger zusammen.
Weitere Informationen:
https://firmen.wko.at/suche_nachfolgeboerse/
Veranstaltungen und Beratungen
– Am 11. November 2026 findet von 14 bis 15.30 Uhr ein kostenloses
Webseminar zu Betriebsübergabe statt.
– Die nächsten Übergabe-Sprechtage sind am 9. November und 14.
Dezember 2026 bzw. am 11. Jänner 2027.
Weitere Informationen:
https://www.wko.at/pages/nachfolgetag/startseite