Wien (OTS) – Die Cyberbedrohung erreicht eine neue Dimension:
Angreifer nutzen
Sicherheitslücken mittlerweile aus, bevor diese öffentlich bekannt
werden. Künstliche Intelligenz beschleunigt Angriffe zusätzlich,
gestohlene digitale Identitäten ermöglichen den Zugang zu
Unternehmensnetzwerken und unkontrolliert eingesetzte KI-Anwendungen
gefährden sensible Unternehmensdaten. Beim ACP Security Insider 2026
in Wien zeichneten führende Cybersecurity-Experten ein alarmierendes
Bild der aktuellen Sicherheitslage.
Zwtl.: Die Uhr läuft rückwärts: Cyberkriminelle sind schneller als
Sicherheitsupdates
Wie dramatisch sich die Bedrohungslage verändert hat,
verdeutlichte Markus Riegler, Cybersecurity-Experte bei ACP: Während
zwischen der Veröffentlichung einer Sicherheitslücke und ihrer
Ausnutzung 2018/2019 durchschnittlich noch 63 Tage lagen, waren es
2024 nur noch fünf Tage. 2026 liegt dieser Wert bereits bei minus
sieben Tagen. Das bedeutet: Angreifer nutzen Schwachstellen aus,
bevor diese öffentlich dokumentiert und entsprechende
Sicherheitsupdates verfügbar sind.
Auch Daniel Rossgatterer, Geschäftsführer des Cybersecurity-
Spezialisten Secutec, bestätigte diese Entwicklung mit aktuellen
Analysen. Demnach wurden 84,8 Prozent der untersuchten ausgenutzten
Schwachstellen bereits am Tag ihrer Offenlegung oder davor
angegriffen. Die Konsequenzen für Unternehmen sind weitreichend: Wer
sich ausschließlich auf regelmäßige Sicherheitsupdates verlässt,
reagiert unter Umständen bereits zu spät.
Zwtl.: KI wird zum Sicherheitsrisiko – auch innerhalb der Unternehmen
Eine zusätzliche Herausforderung entsteht durch den zunehmenden
Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Während Cyberkriminelle KI
nutzen, um Schwachstellen schneller aufzuspüren und Angriffe zu
automatisieren, entstehen neue Risiken auch durch Mitarbeitende, die
nicht freigegebene KI-Anwendungen verwenden. Dieses Phänomen, bekannt
als „Shadow AI“, entwickelt sich zu einem erheblichen
Sicherheitsproblem. Laut dem IBM Cost of a Data Breach Report 2025
war bereits jedes fünfte untersuchte Unternehmen von einem
Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit unkontrollierter KI-Nutzung
betroffen. 65 Prozent dieser Vorfälle betrafen personenbezogene
Daten, 40 Prozent geistiges Eigentum. Besonders problematisch: Viele
Unternehmen wissen gar nicht, welche KI-Anwendungen innerhalb ihrer
Organisation verwendet werden und welche sensiblen Informationen
dabei in externe Systeme gelangen.
Zwtl.: Gestohlene Identitäten öffnen Cyberkriminellen die Türen
Eine weitere Herausforderung sind digitale Identitäten. Aktuelle
Analysen zeigen, dass 65 Prozent der untersuchten Erstzugriffe auf IT
-Systeme über gestohlene Zugangsdaten und digitale Zugriffstokens
erfolgen. Selbst die weitverbreitete Multifaktor-Authentifizierung
bietet keinen vollständigen Schutz mehr. Moderne Phishing-Angriffe
können gültige Sitzungstokens abgreifen und Angreifern damit Zugang
zu Unternehmenssystemen verschaffen, obwohl zusätzliche
Sicherheitsabfragen aktiviert sind. Helmut Semmelmayer, VP Revenue
Operations bei tenfold Software GmbH, unterstrich deshalb die
Bedeutung eines professionellen Identity- und Access-Managements.
Eine systematische Verwaltung digitaler Identitäten und
Zugriffsrechte reduziert Sicherheitsrisiken und unterstützt
Unternehmen gleichzeitig dabei, regulatorische Anforderungen
effizienter zu erfüllen.
Zwtl.: Cybersicherheit ist längst mehr als eine Frage der IT
Die zunehmende Abhängigkeit von digitalen Systemen macht
Cyberangriffe auch zu einer strategischen Herausforderung für
Wirtschaft und Gesellschaft. Werden Produktionsanlagen,
Energieversorgung, Kommunikationsnetze oder Lieferketten
beeinträchtigt, können die Folgen weit über den unmittelbar
betroffenen Betrieb hinausreichen. Damit gewinnt auch die Frage an
Bedeutung, wie widerstandsfähig Österreichs digitale Infrastruktur
gegenüber außergewöhnlichen Belastungen ist. Die militärische
Perspektive auf Cyber-Resilienz verdeutlicht dabei einen
grundsätzlichen Zusammenhang: Sowohl für zivile als auch für
sicherheitsrelevante Organisationen kommt es darauf an, kritische
Funktionen selbst unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten zu
können. Für Unternehmen bedeutet das einen grundlegenden
Perspektivenwechsel. Nicht allein die Frage, ob ein Cyberangriff
verhindert werden kann, ist entscheidend, sondern auch, wie rasch
eine Organisation Angriffe erkennt, Schäden begrenzt und ihre
Handlungsfähigkeit wiederherstellt.
Zwtl.: Digitale Souveränität: Europa muss seine Abhängigkeiten
reduzieren
Neben der wachsenden Bedrohung durch Cyberkriminalität rückt eine
zweite strategische Frage in den Mittelpunkt: Wie unabhängig ist
Europa bei jenen Technologien, von denen seine digitale Sicherheit
abhängt? Viele europäische Unternehmen nutzen zentrale IT- und
Sicherheitslösungen internationaler Technologieanbieter. Dabei müssen
sie darauf achten, wo sicherheitsrelevante Daten verarbeitet werden,
welchen rechtlichen Rahmenbedingungen ihre Technologiepartner
unterliegen und welche Handlungsmöglichkeiten im Krisenfall bestehen.
„ Digitale Souveränität bedeutet nicht, auf internationale
Innovationen zu verzichten. Es geht darum, kritische Abhängigkeiten
bewusst zu steuern und dort europäische Alternativen zu schaffen, wo
sie für Sicherheit und Handlungsfähigkeit entscheidend sind. Wer
seine digitale Infrastruktur nicht ausreichend kontrolliert, riskiert
im Ernstfall auch seine wirtschaftliche Unabhängigkeit “, erklärt
Rainer Kalkbrener, Vorstand der ACP Gruppe in Österreich.
Zwtl.: Über ACP
Die ACP Gruppe befindet sich zu 100% im Besitz der
Unternehmensgründer und vieler Mitarbeitenden. Diese
Eigentümerstruktur sichert unternehmerische Unabhängigkeit und
ermöglicht Entscheidungen, die auf nachhaltiges Wachstum und
langfristige Kundenbeziehungen ausgerichtet sind.
ACP unterstützt Unternehmen, Behörden und Organisationen dabei,
neue Ideen noch erfolgreicher umzusetzen sowie ihre Produkte und
Prozesse zukunftsorientiert zu gestalten. Das 360° IT-Portfolio von
ACP stärkt die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Kunden
mit individuellen Lösungen, neuesten digitalen Services der
notwendigen Sicherheit und frischen Ideen.
ACP erstellt Audits im Rahmen der Tätigkeit als qualifizierte
Prüfstelle gemäß NISG bzw. Cyber Trust Label und berät Kunden bei der
Einführung eines Informationssicherheitssystems nach ISO 27001 sowie
TISAX VDA ISA 5.
Mit mehr als 50 Geschäftsstellen in ganz Österreich und
Deutschland ist ACP immer in Kundennähe und zuverlässiger und
kompetenter Ansprechpartner. ACP Expert:innen sind von international
führenden Herstellern wie Microsoft, Hewlett Packard Enterprise, HP,
Dell, Lenovo, NetApp, Fortinet, Citrix, Cisco und SentinelOne
zertifiziert.
Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte die ACP Gruppe einen Umsatz von
1,12 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell mehr als 2.700
Mitarbeitende.
Mehr Informationen unter: www.acp-gruppe.com