Wien (OTS) – „Die Junge Wirtschaft malt wieder das Schreckgespenst
vom
‚Pensionsloch‘ an die Wand. Mit seriöser Pensionspolitik hat das
wenig zu tun“, erklärt Birgit Gerstorfer, Präsidentin des
Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), zur Aussendung der JW. „Wer
Jung gegen Alt ausspielt, schadet beiden – denn die Jungen von heute
sind die Pensionist*innen von morgen.“
34 Milliarden sind kein Loch
In den mehr als 34 Milliarden Euro „Bundeszuschuss für Pensionen“
stecken rund 13,9 Milliarden Euro für Beamtenpensionen, für die der
Bund als Dienstgeber aufkommt. Dazu kommen Ausgleichszulagen gegen
Altersarmut sowie Beiträge für Kindererziehung, Krankengeld oder
Präsenz- und Zivildienst. „Das ist kein Loch, das ist gelebte
Solidarität“, so Gerstorfer. Gemessen an der Wirtschaftsleistung sind
die Bundesmittel seit den 1970er-Jahren weitgehend stabil. Laut EU-
Ageing-Report steigen die Pensionsausgaben bis 2070 nur moderat von
13,7 auf 14,0 Prozent des BIP.
Solidarität für alle Berufsgruppen
Diese Solidarität kommt allen zugute – auch den Selbständigen. Ihr
Beitragssatz liegt bei 18,5 Prozent, die Differenz auf die 22,8
Prozent, die für Arbeitnehmer*innen gelten, übernimmt der Bund. „Das
ist richtig so, denn Unternehmer*innen tragen ein hohes Risiko. Es
zeigt aber, dass Bundesmittel kein Makel sind, sondern ein bewusst
gewolltes Element unseres Systems“, betont Gerstorfer.
Nachhaltigkeitsmechanismus gibt es längst
Auch das angebliche „Umsetzungsproblem“ hält keinem Faktencheck
stand: Ein Nachhaltigkeitsmechanismus ist seit 2025 im ASVG
verankert, das Frauenpensionsalter steigt bis 2033 auf 65 Jahre, die
Korridorpension wird auf 63 Jahre angehoben. Das tatsächliche
Antrittsalter ist seit 2000 um rund vier Jahre gestiegen und lag 2025
bei 62,4 (Männer) bzw. 60,7 Jahren (Frauen).
Automatik ist Pensionskürzung durch die Hintertür
Eine Koppelung des gesetzlichen Pensionsalters an die Lebenserwartung
lehnt der PVÕ ab. „Wenn Menschen länger arbeiten sollen, braucht es
Betriebe, die Ältere einstellen und halten. Sonst werden die Kosten
nur von der Pension in die Arbeitslosigkeit verschoben.
Generationengerechtigkeit heißt ein starkes öffentliches
Pensionssystem, auf das sich auch die Jungen verlassen können“, so
Gerstorfer abschließend. (Schluss)