Wien (OTS) – Mit einer zweitägigen Einsatzübung hat die
Katastrophenhilfseinheit
des Bundesheeres, kurz AFDRU ( Austrian Desaster Relief Unit ), ihre
Einsatzfähigkeit unter Beweis gestellt. Unter realistischen
Bedingungen mussten die Einsatzkräfte vier Katastrophenszenarien
bewältigen. Dabei galt es unter anderem, verschüttete Personen mit
Suchhunden und technischem Gerät, wie etwa Schallortungsgeräten,
unter Trümmern aufzuspüren, zu bergen und medizinisch zu versorgen.
Neben den Rettungsmaßnahmen wurden auch wichtige Einsatzabläufe
überprüft. Dazu zählten die Alarmierung und Formierung der Einheit,
die Anreise zum Einsatzort sowie der Aufbau der Einsatzinfrastruktur.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Eigenversorgung und Logistik, um
auch längere Einsätze unabhängig von externer Unterstützung
bewältigen zu können. Die Übung fand am Übungsgelände Tritolwerk in
Eggendorf und in der Jansa-Kaserne in Großmittel statt. Neben
internationalen Prüfern nahm auch eine Einheit des deutschen
Technischen Hilfswerks (THW) teil. Dadurch konnte zugleich die
Zusammenarbeit mit internationalen Partnern trainiert werden. Die
Prüfer zeigten sich mit den Leistungen der Mannschaft sehr zufrieden.
AFDRU erhielt erneut die offizielle Zertifizierung für internationale
Einsätze. Gemessen an der erreichten Punktezahl verfügt Österreich
derzeit über die weltweit bestbewertete Such- und Bergeeinheit.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bezeichnet AFDRU als
internationales Aushängeschild des Bundesheeres: „Die Männer und
Frauen dieser Einheit sind bestens ausgebildet und haben bei der
jetzigen Überprüfung erneut ihre hohe Professionalität und
Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt. Dank der Hilfe von AFDRU
konnten bei internationalen Katastropheneinsätzen schon zahlreiche
Menschen gerettet werden. Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern von
AFDRU für ihre hohe Motivation und ihr Engagement, das weit über den
normalen Dienst hinausgeht.“
AFDRU wurde 1990 gegründet. Die Einheit setzt sich aus Berufs-
und Milizsoldaten aus ganz Österreich zusammen, die unterschiedliche
Fachkenntnisse einbringen. Bei Bedarf können auch zivile
Einsatzkräfte, beispielsweise Suchhundeführer, integriert werden. Je
nach Einsatzanforderung wird die Einheit modular zusammengestellt.
Die organisatorische und logistische Basis bildet das ABC-
Abwehrzentrum in der Dabsch-Kaserne in Korneuburg. Dort wurde heuer
die AFDRU Base eröffnet, die als zentrales Lager und logistische
Drehscheibe für die Einsätze dient. Neben der Suche und Bergung von
Verschütteten verfügt AFDRU über Spezialisten für die
Trinkwasseraufbereitung, Dekontamination und ABC-Abwehr.
Um die Einsatzbereitschaft für internationale Katastrophenfälle
sicherzustellen, wird AFDRU alle fünf Jahre von Experten der
Vereinten Nationen (UNO) überprüft und zertifiziert. Dabei muss die
Einheit international einheitliche Standards erfüllen, die eine hohe
Qualität und die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen
gewährleisten. Für die Such- und Bergeeinheit bedeutet das unter
anderem, innerhalb von sechs Stunden abmarschbereit zu sein. Die 89
Mitglieder können bis zu 14 Tage autark eingesetzt werden. Die
gesamte Einsatzausrüstung wiegt rund 23 Tonnen. Als vorgesehene
Reichweite gelten 1.500 Kilometer auf dem Landweg beziehungsweise
8.000 Kilometer auf dem Luftweg. Der letzte Einsatz der Einheit war
nach einem Erdbeben in der Türkei 2023.
Die internationalen Standards stellen sicher, dass Einsatzabläufe
und Qualitätsanforderungen bei den zertifizierten Einheiten
vergleichbar sind. Damit wird auch die Zusammenarbeit verschiedener
Nationen bei internationalen Katastropheneinsätzen erleichtert. Mit
der erfolgreichen Überprüfung hat AFDRU ihre Zertifizierung für
weitere fünf Jahre erhalten.
Zusammenfassung:
Die Katastrophenhilfseinheit des Bundesheeres hat eine
internationale Überprüfung erfolgreich bestanden und wurde erneut für
internationale Einsätze zertifiziert.
Nach dem Bewertungsergebnis der Prüfer liegt das österreichische
Team weltweit an der Spitze.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner lobt hohe Professionalität
und Engagement von AFDRU.
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