Wien (OTS) – Von Künstlicher Intelligenz in Diagnostik und
Beatmungsmedizin über
Telemonitoring bis zu digitalen Patient*innen-Tools: Die
Digitalisierung eröffnet auch in der Lungenmedizin neue
Möglichkeiten. Doch wo bringt sie tatsächlich einen medizinischen
Mehrwert? Wo liegen ihre Grenzen und welche Qualitätsstandards
braucht es? Unter dem Motto „Lunge digital“ widmet sich die 50.
Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP)
von 22. bis 24. Oktober 2026 im Salzburg Congress diesen Fragen.
Vertreter*innen der Fach- und Publikumspresse sind herzlich
eingeladen.
„Die Digitalisierung verändert die Medizin in einem enormen
Tempo. Vieles, was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist
heute bereits Teil unseres klinischen Alltags“, sagt ÖGP-Präsidentin
und Kongresspräsidentin Prim. a Dr. in Eveline Kink, MBA.
„Entscheidend ist aber nicht, was technisch möglich ist, sondern was
unseren Patient*innen tatsächlich nützt. Digitale Medizin muss
medizinisch sinnvoll, wissenschaftlich fundiert, qualitätsgesichert
und sicher sein.“
Genau deshalb habe man „Lunge digital“ als Motto der diesjährigen
Jahrestagung gewählt. Die Themen Telemedizin, Künstliche Intelligenz,
digitale Anwendungen und die Nutzung großer Datenmengen bilden daher
das Gerüst des wissenschaftlichen Programms.
Zwtl.: Digitalisierung ist längst im medizinischen Alltag angekommen
Medizinische Apps, Wearables und „Smart Devices“ können
Gesundheitsdaten erfassen, digitale Anwendungen neue Möglichkeiten
für Diagnostik, Verlaufskontrolle und Betreuung eröffnen. Wie
Digitalisierung die Versorgung konkret verbessern kann, zeigt etwa
das Heim- und Selbstmonitoring bei COPD . Patient*innen können dabei
bestimmte Gesundheitsparameter regelmäßig zu Hause erfassen.
Veränderungen und mögliche Verschlechterungen können dadurch früher
erkannt und medizinische Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. In
Wien wird derzeit in einem Pilotprojekt untersucht, wie ein solches
Selbstmonitoring in der Versorgung von COPD-Patient*innen eingesetzt
werden kann.
Kink: „Gerade bei chronischen Erkrankungen sehe ich großes
Potenzial für digitale Anwendungen. Wenn wir dadurch
Verschlechterungen früher erkennen, Patient*innen stärker in ihre
eigene Behandlung einbinden und gleichzeitig die Versorgung
verbessern können, dann schafft Digitalisierung einen echten
Mehrwert.“
Zwtl.: Kann KI bei der Entwöhnung von künstlicher Beatmung helfen?
Eine eigene Kongresssitzung widmet sich der Künstlichen
Intelligenz in der Beatmungsmedizin . Diskutiert wird der Einsatz von
KI auf der Intensivstation ebenso wie die Frage, ob KI Patient*innen
bei der schrittweisen Entwöhnung von der künstlichen Beatmung – dem
sogenannten Weaning – unterstützen kann. Kink: „Ist die Entwöhnung
vom Respirator nicht möglich, kann eine telemedizinische
Entlassungsbegleitung die Patientinnen und Patienten mit
außerklinischer Beatmung sowie deren Betreuungspersonen unterstützen,
wie ein Projekt am LKH Graz II sehr gut zeigt.“
Für Kink, deren klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt als
Leiterin der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie am LKH Graz
II, Standort Enzenbach, unter anderem in der Intensiv- und
Beatmungsmedizin liegt, ist dies ein besonders interessantes
Zukunftsfeld: „KI kann große Mengen medizinischer Daten in sehr
kurzer Zeit analysieren und uns damit bei klinischen Entscheidungen
unterstützen. Aber KI trifft nicht automatisch die bessere
medizinische Entscheidung. Sie kann Ärztinnen und Ärzte unterstützen
– die medizinische Verantwortung und die individuelle Beurteilung
unserer Patient*innen kann und soll sie nicht ersetzen.“
Zwtl.: Schlafmedizin: Wo die digitale Zukunft schon begonnen hat
Auch die Schlafmedizin zeigt, welche Möglichkeiten digitale
Technologien eröffnen. Am Kongress wird sie unter dem Titel
„Schlafmedizin – digitaler Pionier“ behandelt.
Smartphones, Smartwatches und sogenannte Sleep Tracker können
erste Daten zur Schlafqualität liefern und Hinweise auf mögliche
schlafbezogene Atmungsstörungen geben. Sie ersetzen jedoch keine
medizinische Diagnostik.
„Ein Smart Device kann Hinweise liefern und Aufmerksamkeit für
ein mögliches gesundheitliches Problem schaffen. Die fachärztliche
Beurteilung und eine qualitätsgesicherte medizinische Diagnostik kann
und soll es aber nicht ersetzen“, betont Kink.
Zwtl.: Was darf KI? Wo liegen die Grenzen?
Die digitale Transformation wirft auch rechtliche, ethische und
qualitative Fragen auf, ein Thema, das in der Kongresssitzung „KI im
Spannungsfeld zwischen Medizin und Recht“ thematisiert wird. Auch
beim Eröffnungsvortrag von Psychiater und Bestsellerautor Michael
Lehofer stehen „Licht und Schatten der Digitalisierung“ im Fokus.
„Als wissenschaftliche Fachgesellschaft wollen wir neue
Entwicklungen wissenschaftlich begleiten, ihren medizinischen Nutzen
bewerten und Qualitätsstandards mitgestalten“, so Kink. „Patient*
innen und Behandler*innen müssen sich darauf verlassen können, dass
digitale Anwendungen, die in der Medizin eingesetzt werden, fundiert,
geprüft und sicher sind.“
Damit knüpft Kink an einen Schwerpunkt ihrer ÖGP-Präsidentschaft
an: Digitale Anwendungen sollen hinsichtlich medizinischer Qualität,
Evidenz und Leitlinienkonformität beurteilt und Standards für ihren
Einsatz mitentwickelt werden.
Zwtl.: 50 Jahre ÖGP – Jubiläum mit Blick nach vorne
Die diesjährige Jahrestagung ist zugleich ein Jubiläum: Die ÖGP
hält ihre 50. Jahrestagung ab, zum 10. Mal gemeinsam mit der
Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (OGTC) . Neben
Digitalisierung und KI reicht das wissenschaftliche Programm von
aktuellen Entwicklungen bei Lungenkrebs, COPD, Asthma und
interstitiellen Lungenerkrankungen über Infektiologie, Beatmungs- und
Intensivmedizin bis zu Rehabilitation, Lungentransplantation,
Schlafmedizin und Thoraxchirurgie.
„75 Jahre ÖGP mit 50 Jahreskongressen bedeuten 75 Jahre
medizinischer Fortschritt, wissenschaftlicher Austausch und
gemeinsames Engagement für Menschen mit Lungenerkrankungen. Unser
Jubiläumskongress blickt deshalb nicht nur zurück, sondern vor allem
nach vorne“, so Kink. „Mit ,Lunge digital‘ wollen wir zeigen, welche
Chancen die digitale Transformation für die Pneumologie eröffnet –
und zugleich darüber diskutieren, wie wir diese Entwicklung
verantwortungsvoll und im Sinne unserer Patient*innen gestalten
können.“
Vertreter*innen der Fach- und Publikumspresse sind herzlich
eingeladen , sich vor Ort über die neuesten Entwicklungen in
Pneumologie und Thoraxchirurgie zu informieren und mit führenden
Expert*innen ins Gespräch zu kommen.
Die Teilnahme zum Kongress ist für Journalist*innen kostenfrei.
Die Kosten für An- und Abreise sowie Übernachtung sind selbst zu
tragen.
www.ogp-kongress.at
Tel.: +43 1 58804-219 – Mondial Congress & Events