Wien (OTS) – Seit 10 Jahren kämpfen Tierschützer:innen verzweifelt um
das
Überleben jener Amphibien, die jedes Frühjahr zum Hanslteich zum
Laichen wandern. Koordiniert durch den VGT wurde das Projekt 7 Jahre
lang mittels Zaun-Kübel-Methode*, die den ehrenamtlichen Helfer:innen
sehr viel abverlangt hat, betreut. Tausende Tiere, darunter auch der
stark bedrohte Alpenkammmolch , wurden so vor dem sicheren
Überfahrenwerden gerettet. Gleichzeitig hat der VGT sich im Bezirk
für den Bau eines fixen Tunnelleitsystems eingesetzt. Denn die
Amphibien wandern nicht nur im Frühjahr – im Sommer verlassen die
kleinen Babykröten und -frösche ihr Geburtsgewässer und überqueren
ebenfalls die gefährliche Straße. Und im Herbst brechen die
wechselwarmen Tiere in ihre Winterquartiere auf. Diese Wanderungen
können nicht alle von freiwilligen Helfer:innen abgedeckt werden. Zu
zeitintensiv und auch gefährlich ist die Betreuung der Zäune an der
stark befahrenen Straße.

Der lange und zehrende Einsatz wird jetzt belohnt: im Februar
sagte der Bezirksvorsteher von Hernals, Peter Jagsch (SPÖ) den
Tierschützer:innen zu, dass der Bau der neuen Amphibienschutzanlage
Hanslteich noch heuer vonstatten gehen solle. Jetzt war der
Startschuss für den Bau der Anlage mit insgesamt 5 Tunneldurchlässen,
die sich im 17. Bezirk in der Neuwaldegger Straße vom Kreisverkehr
Marswiese bis zum Parkplatz des Restaurant Klee am Hanslteich
erstreckt. Auch am Schottenhof , wo ehrenamtliche Helfer:innen seit
vielen Jahren mittels Zaun-Kübel-Methode Tiere retten und der VGT
sich ebenfalls für ein fixes Leitsystem stark gemacht hat, ist eine
Schutzanlage bereits fast fertiggestellt. Die Tunnel wurden mittels
EU-Förderung querfinanziert und helfen nicht nur den Amphibien – auch
Reptilien, Kleinsäuger und andere Wildtiere wie Füchse und Dachse
können so gefahrlos die Straße queren.

Für die Amphibien ist diese Anlage die letzte Rettung. In ganz
Österreich und weltweit sind die Zahlen im Sturzflug begriffen. Seit
vielen Jahren machen Tierschützer:innen auf diese dramatische
Entwicklung aufmerksam. Inzwischen sind nicht nur seltene Molche und
Frösche gefährdet – auch die allseits beliebte Erdkröte, das
häufigste und robusteste Amphib Österreichs, kämpft ums Überleben.
Das immer heißere Klima entzieht ihnen die Lebensgrundlage, der
Mensch zerstört ihre Laichgewässer, und durch das Insektensterben
verliert sie wertvolle Nahrung. In Hernals und Penzing wurden die
Hilfeschreie dieser faszinierenden Tiere nun gehört.

Projektleiterin Mag.a Heidi Lacroix war gestern beim
„Spatenstich“ dabei: „Neben der Rettung von Tieren, die alle auf der
Roten Liste stehen, setzt Hernals heute ein wichtiges Zeichen – ein
Zeichen, dass das Artensterben und der Tierschutz uns alle angehen.
Und dass wir wirklich etwas tun können! Amphibien haben keine Lobby,
sie sind nicht kuschelig und weich, sie sterben unbemerkt von den
meisten. Aber sie sind ein wichtiger Teil unseres Ökosystems und
sogar nützliche Helfer im Garten. Wir haben die Straßen durch ihr
Zuhause gebaut, also müssen wir dafür sorgen, dass sie eine
Überlebenschance haben. Der VGT dankt allen, die sich vor und hinter
den Kulissen mit uns für den Bau dieses wichtigen Projekts eingesetzt
haben. Heute haben die Tiere gewonnen. “

Mehr zum Projekt unter vgt.at/amphibienschutz

* Das Projekt wird begleitet und unterstützt von der Stadt Wien –
Umweltschutz

Pressefotos Spatenstich
Fotos Amphibienprojekt (Copyright für beide: VGT.at)