Wien (OTS) – Das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien
und Sport
gibt die Preisträger:innen des diesjährigen Outstanding Artist Awards
bekannt. Die Vergabe erfolgt an folgende Künstler:innen bzw.
Kollektive und Kulturinitiativen: Cäcilia Brown (Bildende Kunst),
Stefanie Sourial (Darstellende Kunst), Johanna Pichlbauer (Design),
Nicola Johanna von Leffern & Jakob Carl Sauer (Regie-Duo) (
Dokumentarfilm), materialnomaden gmbh (experimentelle Tendenzen in
der Architektur), Miriam Bajtala (Innovativer Film), Michaela Konrad
(Karikatur und Comics), Lena Raubaum (Kinder- und Jugendliteratur),
Kulturvereinigung Friedhofstraße 6 / Stadtwerkstatt (
Kulturinitiativen), Julia Gaisbacher (Künstlerische Fotografie),
Carolina Schutti (Literatur), Eva Jantschitsch (Musik), SAGAN vienna
(experimentelles Modedesign) und MAI LING – Verein zur Förderung von
Zeitgenössischer, asiatischer Kunst und Kultur (Medienkunst). Der
Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert.
„Der Outstanding Artist Award würdigt Persönlichkeiten, deren
künstlerische Arbeit weit über den Moment hinauswirkt. Sie stellen
Vertrautes infrage, eröffnen neue Perspektiven und verändern unseren
Blick auf Gegenwart und Zukunft. Die diesjährigen Auszeichnungen
stehen für außergewöhnliche künstlerische Qualität, für Mut zur
Veränderung und für die Kraft eigenständiger Positionen. Sie zeigen
eindrucksvoll, wie vielfältig und relevant Kunst heute ist – als
Ausdruck persönlicher Haltung ebenso wie als Spiegel und
Impulsgeberin unserer Gesellschaft.
Mit dem Outstanding Artist Award machen wir jene Stimmen
sichtbar, die den künstlerischen und gesellschaftlichen Diskurs
bereichern, neue Denk- und Gestaltungsräume eröffnen und damit einen
nachhaltigen Beitrag zur kulturellen Entwicklung leisten.
Ich gratuliere allen diesjährigen Preisträger herzlich zu dieser
besonderen Auszeichnung. Ihre Arbeiten stehen für eine Kunst, die
bewegt, inspiriert und den Mut hat, neue Wege zu gehen“, so
Vizekanzler, Kunst- und Kulturminister Andreas Babler.
Das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
vergibt jedes Jahr den Outstanding Artist Award an Künstler:innen,
deren eigenständiges und bedeutendes Gesamtwerk besondere Anerkennung
verdient. Ausgezeichnet werden Kunstschaffende, deren Arbeiten über
die österreichischen Grenzen hinaus Wirkung entfalten und durch ihre
künstlerische Qualität und Relevanz hervorstechen. Der mit jeweils
10.000 Euro dotierte Preis wird in unterschiedlichen künstlerischen
Sparten verliehen. Die Ermittlung der Preisträger:innen obliegt
unabhängigen Fachjurys. Die Preisverleihung findet am 26. November in
Wien statt.
Die Preisträger:innen des Outstanding Artist Awards 2026 im
Detail
Cäcilia Brown (Bildende Kunst)
Cäcilia Brown erweitert in ihrer künstlerischen Praxis die
Möglichkeit der Bildhauerei, indem sie Material, Raum und Umwelt auf
ungewöhnliche Weise miteinander in Beziehung setzt. Sie untersucht
menschliche Körperformen in Relation zu Architektur und thematisiert
kollektive Prozesse und Ordnungen, die in Systemen von Bauwerken und
industriellen Produktionsweisen eingeschrieben sind. Ihre Skulpturen
und Installationen bespielen den Raum mit großer konzeptueller Kraft.
Sie entwickeln sich aus dem öffentlichen Raum und seinen persönlichen
Spuren, die Cäcilia Brown aufgreift, sichtbarmacht und in ihre
künstlerische Arbeit überführt. Website: caeciliabrown.net
Stefanie Sourial (Darstellende Kunst)
Stefanie Sourial bewegt sich mit beeindruckender Leichtigkeit
zwischen unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen: Theater,
Performance, Kabarett und Musik. Wer sie auf der Bühne erlebt, ist
fasziniert von ihrer virtuosen Bühnenpräsenz, ihrer klugen
Erzählkunst und der Vielschichtigkeit ihrer Darbietung. Sourials
langjährige künstlerische Praxis verbindet inhaltliche Präzision mit
emotionaler und politischer Dringlichkeit. In ihren Performances
untersucht sie die Beziehungen zwischen Körper, Sprache, Bild und
sozialem Raum und verhandelt Fragen von Identität, Sichtbarkeit,
Macht und Zugehörigkeit. Mit Sensibilität, Konsequenz und feinem
Humor entwickelt sie Werke, die kritische Reflexion und unmittelbare
Erfahrung verbinden. Ihre Performances eröffnen Räume der Begegnung,
in denen gesellschaftliche Realitäten sichtbar werden und neue
Perspektiven entstehen. Sourials künstlerische Praxis zeichnet sich
durch konzeptionelle Klarheit, gesellschaftliche Relevanz und eine
unverwechselbare künstlerische Handschrift aus und setzt zugleich
überzeugende neue Impulse für die Performancekunst in Österreich.
Website: stefaniesourial.com
Johanna Pichlbauer (Design)
Johanna Pichlbauer zählt zu den vielseitigsten Protagonistinnen
der aktuellen österreichischen Designszene. Mit ihrem experimentellen
Ansatz erweitert sie die Möglichkeiten des Designs durch eine
interdisziplinäre Praxis, die Objekte, Ausstellungen, kuratorische
Projekte, Forschung und Texte umfasst. Dabei hinterfragt sie
etablierte Vorstellungen von Design, ohne die Disziplin selbst aus
den Augen zu verlieren. Spielerisch und zugleich präzise widmen sich
Pichlbauers Arbeiten den Geschichten und der Poetik des Alltäglichen,
Verdeckten und Unscheinbaren. Sie spüren dem vielschichtigen
Zusammenspiel von Menschen und Objekten, Technologien und
Gesellschaft nach und geben dabei Erzählungen Raum, die in einer
zunehmend rationalisierten und technokratischen Welt leicht aus dem
Blick geraten. Ihr reflektierter und zugleich kooperativer Zugang
bringt unterschiedliche Perspektiven produktiv zusammen und stärkt so
das Verständnis von Design als gesellschaftlichem Akteur. Website:
johannapichlbauer.com
Nicola Johanna von Leffern & Jakob Carl Sauer (Regie-Duo) (
Dokumentarfilm)
Nicola Johanna von Leffern & Jakob Carl Sauer überzeugen mit
einem feinfühligen, ideenreichen und visuell präzisen filmischen
Blick, der ihren Protagonist:innen stets mit Zärtlichkeit begegnet.
Besonders in To Close Your Eyes And See Fire wird ihr Talent spürbar:
Das kollektive Trauma der Menschen Beiruts wird in eine unmittelbar
sinnliche audiovisuelle Erfahrung übersetzt. Innere Zustände,
Erinnerungsfragmente und emotionale Spannungsräume werden dabei nicht
nur erzählt, sondern auf eindringliche Weise spürbar gemacht. So
erweitern die Filmemacher:innen das Dokumentarische konsequent und
eröffnen neue, zeitgemäße Zugänge zum Kino. Ihre präzise und
originelle Bildsprache zeigt sich nicht nur in ihren dokumentarischen
Arbeiten, sondern auch in Kurzfilmen und Musikvideos, in denen sie
die Verbindung von Musik und Film auf eigenständige Weise
weiterdenken. Mit feinem Gespür für Rhythmus, Atmosphäre und visuelle
Komposition sowie einem mutigen Blick auf unterrepräsentierte
Geschichten bereichern sie den heimischen Film nachhaltig. Website:
vimeo.com/nicolavonleffern
materialnomaden gmbh (experimentelle Tendenzen in der Architektur
)
Materialnomaden gmbh zeigen mit ihren Projekten das
gestalterische Potenzial der Wiederverwendung und verbinden dabei
urbane Transformation, soziale Verantwortung und hohen
gestalterischen Anspruch. Dabei schaffen sie nicht nur konkrete
Objekte und Projekte, sondern entwickeln zugleich Strukturen, denken
in Prozessen und erproben skalierbare Methoden für eine
ressourcenschonende Baupraxis. Die Jury würdigt besonders, wie das
Kollektiv experimentelle Ansätze mit praktischer Umsetzbarkeit
verbindet und damit neue Wege für Architektur und Baukultur eröffnet.
Mit ästhetisch anspruchsvollen Interventionen machen materialnomaden
gmbh exemplarisch sichtbar, welches gestalterische Potenzial in der
Wiederverwendung von Materialien steckt. Ihre Arbeiten sind gebaute
Beispiele und zugleich Impulsgeber für ein nachhaltiges,
zukunftsorientiertes Denken. Website: materialnomaden.at
Miriam Bajtala (Innovativer Film)
Miriam Bajtala steht für eine unverwechselbare künstlerische
Handschrift und formale Konsequenz, mit denen sie die Möglichkeiten
des Films erweitert und gesellschaftlich relevante Themen in eine
eigenständige ästhetische Filmsprache übersetzt. Viele ihrer Filme
zeigen, wer gehört und gesehen wird und wie Bilder soziale
Ungleichheiten beeinflussen. Dabei macht sie auch unsichtbare Arbeit,
wie Carearbeit, migrantische und künstlerische Arbeit und deren
strukturelle Bedingungen, sichtbar. Besonders ihr jüngster Film
Becoming Outline beeindruckt und berührt zugleich. Bajtala verbindet
autobiografisches Material mit performativen Elementen zu einer
außergewöhnlichen filmischen Erfahrung. Fragen von Herkunft,
Migration, Klassenzugehörigkeit, weiblicher Sozialisation und
Identität werden in Becoming Outline nicht nur erzählt, sondern durch
Bildkomposition, Montage, Materialität und bewusste Leerstellen
erfahrbar gemacht. Im Film kreiert sie Räume, die zunächst leer
erscheinen, und macht in ihnen soziale, historische und körperliche
Spuren und Einschreibungen spürbar. So werden persönliche
Erinnerungen zu einer Reflexion über gesellschaftliche Verhältnisse.
Website: miriambajtala.org
Michaela Konrad (Karikatur und Comics)
Die multimedial arbeitende Künstlerin Michaela Konrad bewegt sich
souverän zwischen Sci-Fi, Pop Art, Comic und Karikatur. In ihren
Bildern begegnen sich Mid-Century-Ästhetik und zeitgenössische
Perspektiven. Kunsthistorische Zitate werden dabei nicht nostalgisch
eingesetzt, sondern treten in einen lebendigen Dialog mit dem Medium
Comic und aktuellen Fragestellungen. Konrads Werke funktionieren
nicht nur im publizistischen Kontext, sondern überzeugen ebenso im
Ausstellungsraum – zuletzt eindrucksvoll in der Albertina modern und
im Museum Wilhelm Busch in Hannover. Durch den klugen Einsatz der
Augmented-Reality-Plattform Artivive erweitert die Künstlerin ihre
Arbeiten in den Raum und bewirkt hierdurch eine Intensivierung des
Eindrucks ihrer analogen Zeichnungen. Ihre Arbeiten verbinden
humorvolle Schärfe mit gesellschaftlicher Relevanz und greifen
politische wie kulturelle Themen pointiert auf. Website:
michaelakonrad.com
Lena Raubaum (Kinder- und Jugendliteratur)
Lena Raubaum ist ausgebildete Schauspielerin, diplomierte
Sprecherin und nach eigenen Worten „Wortliebhaberin, Buchverfasserin,
Stimmverleiherin und Bühnenbespielerin“. Ihre große Stärke besteht
darin, mit ihrer feinfühligen, behutsamen und oft wohltuend
entschleunigenden Poesie Jung und Alt gleichermaßen zu begeistern.
Sowohl bekannte Klassiker aus ihrem umfangreichen Werk als auch
Neuerscheinungen der letzten Zeit wie Komm, ich trag dich ein Stück,
sagte die Schildkröte (2025) oder Schlich ein Puma in den Tag (2025)
wurden auch international vielfach beachtet, positiv rezensiert und
mehrfach ausgezeichnet. Lena Raubaum verfügt über ein
seismographisches Gespür für relevante Themen sowohl für aktuelle als
auch für zeitlose. Sie setzt ihre Ideen meisterhaft und zugleich
kindgerecht um. Ihre Sprache ist ausdrucksstark und voller feiner
poetischer Impulse. Wortschöpfungen wie schritteleise, pfotenweise
laden Kinder durch das spielerische Zusammenspiel von Klang und
Bedeutung zum Staunen, Genießen, Nachdenken und Weiterdenken ein, und
eröffnen ihnen immer wieder neue Perspektiven, genauer hinzuschauen
und selbst kreativ zu werden. Website: lenaraubaum.com
Kulturvereinigung Friedhofstraße 6 / Stadtwerkstatt (
Kulturinitiativen)
Seit 1979 ist die Stadtwerkstatt ein Ort für Medienkunst,
autonome Kultur und gelebten Widerstand gegen autoritäre Strukturen
und bürgerliche Konventionen. Frauen haben diese Geschichte
maßgeblich mitgeprägt, ihre Bedeutung und Sichtbarkeit blieben dabei
jedoch lange hinter ihrem tatsächlichen Beitrag zurück. Mit dem Film
Herzblutwiese legen Tanja Brandmayr und Claudia Dworschak nun ein
Werk vor, das diese Lücke nicht nur benennt, sondern künstlerisch
füllt. Der Film ist eine 113-minütige feministische Landnahme: eine
Wiese, auf der Erinnerungen, Archivmaterialien und Deutungen aus fast
einem halben Jahrhundert ausgebreitet und neu zueinander in Beziehung
gesetzt werden.
Herzblutwiese ist kein klassischer Dokumentarfilm, sondern ein
feministisches Manifest über die Stadtwerkstatt, das sichtbar macht,
was übersehen wurde: Frauen und queere Menschen waren von Anfang an
prägend beteiligt, kämpften um Räume, Sichtbarkeit und eigene
künstlerische und politische Ausdrucksformen. Der Film weist dabei
keine Schuld zu, sondern hält Widersprüche, Lücken und Brüche aus und
verwandelt sie in Kunst. Der Film ist ein Katalysator für neue
Erzählungen und Debatten über das Verhältnis von Feminismus, Kunst
und Politik. Website: stwst.at
Julia Gaisbacher (Künstlerische Fotografie)
In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Julia Gaisbacher Wohn-
und Lebensräume als historisch gewachsene und gesellschaftlich
geprägte Orte. Ausgehend von der Fotografie verbindet sie umfassende
Recherchen mit langfristigen Beobachtungen und macht dabei das
Zusammenspiel von Architektur, Erinnerung und menschlichen
Lebenswelten sichtbar. Ihre Arbeiten umfassen Fotografien,
Installationen, Filme und Fotobücher, die einen zentralen Bestandteil
ihrer künstlerischen Praxis bilden und vielfach ausgezeichnet wurden.
Dazu zählen One Day You Will Miss Me (Camera Austria, 2021) das sich
mit urbanen Transformationsprozessen in Belgrad auseinandersetzt, My
Dreamhouse is not a House (The Velvet Cell, 2023) über den Grazer
Architekten Eilfried Huth und den sozialen Wohnbau seit den 1970-er
Jahren sowie Hanne Darboven . Am Burgberg (Hatje Cantz Verlag, 2025),
das in präzise komponierten Schwarz-Weiß-Fotografien dem Vermächtnis
der deutschen Konzeptkünstlerin Hanne Darboven nachspürt. Julia
Gaisbacher ist nicht nur künstlerisch hoch aktiv, sondern engagiert
sich auch kontinuierlich für die österreichische Fotografieszene.
Durch ihre Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste Wien
sowie ihre Mitarbeit in Fachinstitutionen wie Camera Austria leistet
sie einen wichtigen Beitrag zum fotografischen Diskurs. Website:
juliagaisbacher.com
Carolina Schutti (Literatur)
Carolina Schuttis Schreibstil zeichnet sich durch genaue
Spracharbeit, sorgsam komponierte Texte, hohe Musikalität, Rhythmus
und Formbewusstsein aus. Das Werk der Autorin umfasst Romane,
Erzählungen, Lyrik und Hörspiele. In poetischer Sprache und in
leisen, eindrücklichen Tönen verhandelt Schutti Erfahrungen des
Menschseins, wie Kindheit, Erwachsenwerden, Einsamkeit, Tod, das
Aushalten von seelischer Gewalt und die Auswirkungen von fehlender
Empathie. Dabei verfolgt sie stets den Anspruch, durch das
Zusammenspiel von Sprache und Form tiefere Bewusstseinsschichten der
Lesenden zu erreichen. Ihr Schreiben lädt dazu ein, sich der Lektüre
mit Langsamkeit und Achtsamkeit zu widmen. Literatur kann Themen
setzen und darüber erzählen, sie kann aber auch den Blick auf die
Sprache richten und die Lesenden damit zum Stolpern, Innehalten und
zur Reflexion bringen. Website: carolinaschutti.at
Eva Jantschitsch (Musik)
Eva Jantschitsch, Musikerin, Komponistin und Performerin, bewegt
sich mit großer Selbstverständlichkeit an den Schnittstellen von Pop,
Theater, Performance und Film. Unter dem Namen Gustav entwickelte sie
zunächst eine prägnante künstlerische Position im österreichischen
Popkontext, bevor sie sich zunehmend von dessen Mechanismen entfernte
und ihre Arbeit in Richtung einer vielschichtigen, weniger
öffentlichkeitsorientierten Praxis weiterentwickelte. Ihre Arbeiten
verbinden musikalische Präzision mit performativer Präsenz. Neben
prägenden Beiträgen im Kino – wie der Vertonung von Florian Flickers
Spielfilm Grenzgänger – gestaltete sie in den vergangenen zwei
Jahrzehnten herausragende Bühnenmusiken im gesamten deutschsprachigen
Raum. Zu ihren wichtigsten Stationen zählen kontinuierliche Arbeiten
für das Wiener Burgtheater sowie das Akademietheater, das
Volkstheater Wien, das Berliner Ensemble, die Münchner Kammerspiele,
das Düsseldorfer Schauspielhaus sowie Kompositionsaufträge für die
Salzburger Festspiele. Ihre stetige stilistische Weiterentwicklung,
geprägt von großer ästhetischer Offenheit, macht sie zu einer
prägenden und wegweisenden Stimme im zeitgenössischen Musik- und
Theatergeschehen.
SAGAN vienna (experimentelles Modedesign)
Sagan Vienna wird für die konsequente Entwicklung einer
eigenständigen Markenidentität gewürdigt, die lokales Handwerk mit
einer internationalen Perspektive verbindet. Geprägt von
unterschiedlichen kulturellen Hintergründen haben die Gründer:innen
einen gemeinsamen gestalterischen Ausgangspunkt gefunden, an dem
vielfältige Einflüsse zu einer unverwechselbaren Designhaltung
zusammenfinden. Das Label zeichnet sich durch ein tiefes Interesse an
regionalen Materialien, spezifischen Handwerkstechniken und
funktionalem Design aus und übersetzt diese in eine zeitgemäße
Formensprache. Besonders hervorzuheben sind die Zusammenarbeit mit
traditionellen Manufakturen sowie die Auseinandersetzung mit
österreichischer Design- und Handwerksgeschichte, die den hohen
gestalterischen Anspruch des Labels unterstreichen. Gleichzeitig
überzeugt Sagan Vienna durch eine bereits etablierte internationale
Präsenz mit renommierten Showrooms und Retailpartnern in Metropolen
wie Paris, Tokio und Shanghai. Website: sagan-vienna.com
MAI LING – Verein zur Förderung von Zeitgenössischer, asiatischer
Kunst und Kultur (Medienkunst )
Das Kollektiv Mai Ling, das über künstlerische Methoden an die
Öffentlichkeit tritt, verfolgt einen konsequent transdisziplinären
Ansatz und widmet sich dabei der in der Medienkunst von Beginn an bis
heute brennenden Frage: Wie kann Kunst gesellschaftspolitisch wirksam
werden? Wie geschieht dies in ernst gemeint herrschaftskritischer,
gegenseitiger Bezogenheit aufeinander, abseits von Hierarchien
zwischen Künstler:innen und Publikum, abseits von rassifizierenden,
stereotypen Zuschreibungen und in Inanspruchnahme von gemeinsamer
Handlungsmacht und geteilter Freude? Mai Ling arbeitet hier mit einem
erweiterten Medienbegriff: Kochworkshops und Zusammenkünfte für
somatisches Praktizieren sind ebenso präsent wie Video- und
Audioinstallationen. Die für die Gruppe grundlegende kritische
Auseinandersetzung mit Macht, Hierarchie und binären Epistemologien
bleibt somit nicht rhetorische Geste, sondern wird zu gelebter,
geteilter und erfahrbarer Praxis. Website: mai-ling.org