Wien (OTS) – Angesichts der Diskussionen über Einsparungen beim
Universitätsbudget
warnt die österreichische Elektrotechnik-Branche vor langfristigen
negativen Folgen für den Wirtschafts-, Technologie- und
Innovationsstandort Österreich. Energie- und sicherheitspolitische
Ziele seien ebenso gefährdet wie der Nutzen bereits getätigter
Investitionen, so der OVE Österreichischer Verband für
Elektrotechnik.
Elektrotechnik bildet die Grundlage für zahlreiche
Schlüsseltechnologien. Strategische Bereiche wie Mikroelektronik,
Energietechnik, Cybersecurity und industrielle Automatisierung sind
zentral für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und Europas. Gerade
in geopolitisch herausfordernden Zeiten braucht es eigene Forschungs-
und Entwicklungskompetenzen, um die Technologiesouveränität zu
stärken, Abhängigkeiten zu reduzieren und wesentliche energie- und
sicherheitspolitische Ziele umzusetzen. Weniger Personal,
eingeschränkte Laborinfrastruktur und reduzierte
Forschungsaktivitäten aufgrund von Sparmaßnahmen würden den Standort
schwächen und langfristig die Verfügbarkeit von qualifizierten
Fachkräften einschränken.
Zwtl.: Sparprogramm gefährdet Innovationsstandort
Als zentrale Innovationspartner der Wirtschaft sind Technische
Universitäten und Fakultäten wichtige Standortfaktoren. Sie bilden
hochqualifizierte Fachkräfte aus, forcieren den Wissenstransfer und
bereiten den Boden für technologieorientierte Unternehmensgründungen.
Eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen hätte zur Folge, dass
Österreich für internationale Forscher:innen an Attraktivität
verliert und der Innovationsstandort leidet. Auch bisher eingesetzte
Mittel könnten dadurch ihre Wirkung verfehlen, befürchtet Bernhard
Jakoby, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats im OVE: „Die
Universitäten haben sich mit den letzten Budgets zu verschiedenen
herausfordernden Projekten verpflichtet. Deren Weiterführung wäre
durch ein Sparbudget massiv gefährdet, was einen denkbar schlechten
Einsatz bereits investierter Mittel bedeuten würde.“
Zwtl.: Energie- und sicherheitspolitische Ziele gefährdet
Indirekt würden Kürzungen beim Universitätsbudget auch das
Erreichen der Energie- und Klimaziele erschweren, betont OVE-
Vorstandsmitglied Bernd Klöckl: „Die Konzepte für ein
leistungsfähiges und resilientes Energiesystem der Zukunft kommen zu
einem erheblichen Teil aus dem universitären Bereich. Einsparungen
bei Lehre und Forschung können somit sogar die Umsetzung der
Energiewende verzögern.“ Auch sicherheitspolitische Aspekte seien zu
beachten, ergänzt OVE-Vizepräsident Wolfgang Bösch: „Elektrotechnik
ist essenziell für Sicherheitstechnologien, die dem Schutz von
Personen, Objekten, Daten und kritischen Infrastrukturen dienen.
Österreich darf hier nicht aufgrund von Sparmaßnahmen ins
Hintertreffen geraten.“
Zwtl.: Appell an die Politik
Der OVE appelliert daher an die politischen Entscheidungsträger,
die strategische Bedeutung der Elektrotechnik für die europäische
Technologiesouveränität sowie den Wirtschafts- und
Innovationsstandort Österreich bei künftigen Budgetentscheidungen
umfassend zu berücksichtigen. Ansonsten könnten die
volkswirtschaftlichen Kosten langfristig deutlich höher sein als die
kurzfristigen Budgeteinsparungen, so die Befürchtung. „Wer in
technische Ausbildung und Forschung investiert, gestaltet eine
wirtschaftlich erfolgreiche, nachhaltige und sichere Zukunft des
Landes. Einsparungen in diesen Bereichen schaden unserem
Wirtschaftsstandort und der damit verbundenen Wertschöpfung“ , zeigt
sich OVE-Präsident Gerhard Fida überzeugt.