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Weltkindertag am 19. September: Kinderwunsch darf nicht an fehlendem Wissen scheitern

Wien (OTS) – Der Weltkindertag am 19. September stellt Kinder, ihre
Bedürfnisse
und ihre Zukunft in den Mittelpunkt. Für Priv.-Doz. DDr. Michael
Feichtinger, Leiter des Wunschbaby Institut Feichtinger, ist dieser
Tag zugleich ein wichtiger Anlass, den Blick auf jene Menschen zu
richten, die sich ein Kind wünschen, deren Wunsch sich jedoch nicht
oder erst nach medizinischer Unterstützung erfüllt.

„Kinder sind für viele Menschen ein zentraler Bestandteil ihrer
persönlichen Zukunftsvorstellungen. Gleichzeitig erleben wir täglich
Paare und Einzelpersonen, die davon ausgegangen sind, dass sich ihr
Kinderwunsch zu einem späteren Zeitpunkt problemlos erfüllen lässt“,
erklärt Feichtinger. „Der Weltkindertag ist deshalb auch eine gute
Gelegenheit, darüber zu sprechen, welche Voraussetzungen es braucht,
damit aus einem Kinderwunsch tatsächlich ein Kind werden kann.“

Zwtl.: Familiengründung verschiebt sich immer weiter nach hinten

Die Familienplanung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten
deutlich verändert. Das Alter bei der Geburt des ersten Kindes steigt
seit Jahren, während gleichzeitig die Zahl der Geburten zurückgeht.
Gründe dafür gibt es viele: längere Ausbildungswege, berufliche
Etablierung, wirtschaftliche Unsicherheit und veränderte
Lebensmodelle führen dazu, dass der Kinderwunsch häufig auf einen
späteren Lebensabschnitt verschoben wird.

Auch in Kinderwunschzentren macht sich diese Entwicklung
bemerkbar. „Wir beobachten seit Jahren einen deutlichen Anstieg des
Alters unserer Patientinnen. Viele Frauen kommen heute erst Ende 30
oder Anfang 40 erstmals mit einem konkreten Kinderwunsch in die
Praxis“, sagt Feichtinger.

Problematisch sei dabei insbesondere die weit verbreitete
Vorstellung, die moderne Reproduktionsmedizin könne den Faktor Zeit
weitgehend ausgleichen. „Die Medizin hat heute beeindruckende
Möglichkeiten. Sie kann die biologische Uhr aber nicht beliebig
zurückdrehen“, betont Feichtinger.

Insbesondere die weibliche Fruchtbarkeit nimmt mit zunehmendem
Alter ab. Ab dem 35. Lebensjahr sinken die Chancen auf eine
natürliche Schwangerschaft deutlich, ab 40 nochmals stärker.
Reproduktionsmedizinische Verfahren können die Chancen auf eine
Schwangerschaft in vielen Fällen verbessern, den altersbedingten
Rückgang der Eizellqualität jedoch nicht vollständig ausgleichen.

Für Feichtinger liegt deshalb ein entscheidender Schlüssel in
frühzeitiger und realistischer Aufklärung: „Wir sollten jungen
Menschen nicht vorschreiben, wann sie Kinder bekommen sollen. Aber
wir sollten ihnen das Wissen geben, das sie brauchen, um ihre
Familienplanung informiert und selbstbestimmt gestalten zu können.“

Zwtl.: Weltkindertag als Anlass, auch über Kinderwunsch zu sprechen

Gerade der Weltkindertag könne dazu beitragen, das Thema Familie
umfassender zu betrachten. Dazu gehöre neben dem Wohlergehen von
Kindern auch die Frage, unter welchen gesellschaftlichen und
persönlichen Voraussetzungen Familien heute entstehen.

Denn ein unerfüllter Kinderwunsch ist für Betroffene häufig weit
mehr als eine medizinische Diagnose. „Wenn sich der Wunsch nach einem
eigenen Kind nicht erfüllt, kann das eine enorme emotionale Belastung
darstellen und die Lebenszufriedenheit erheblich beeinflussen“,
erklärt Feichtinger.

Gleichzeitig habe die Entwicklung auch eine gesellschaftliche
Dimension. Sinkende Geburtenzahlen und eine alternde Bevölkerung
wirken sich langfristig auf Arbeitsmarkt, Gesundheitswesen und
soziale Sicherungssysteme aus.

„Am Weltkindertag sprechen wir zu Recht darüber, was Kinder für
eine gute Zukunft brauchen. Wir sollten diesen Tag aber auch nutzen,
um darüber nachzudenken, wie wir Menschen unterstützen können, die
sich Kinder wünschen“, so Feichtinger und betont abschliend:. „Dazu
gehören gesellschaftliche Rahmenbedingungen ebenso wie eine
frühzeitige, sachliche Aufklärung über Fruchtbarkeit. Wissen schafft
hier keine Verpflichtung zur Familiengründung, sondern die
Möglichkeit, selbstbestimmte Entscheidungen für die eigene Zukunft zu
treffen.“