Wien (OTS) – Die WHO stellt den heurigen „Internationalen Tag der
Patient:innensicherheit“ am 17. September unter das Motto „Safe care
for noncommunicable diseases – Sichere Versorgung bei
nichtübertragbaren Krankheiten“. Im Fokus stehen also Menschen mit
chronischen Erkrankungen – von der Prävention über die Diagnose bis
hin zur langfristigen Behandlung und Betreuung. Österreichs 1.470
öffentliche Apotheken spielen sowohl bei der Früherkennung von etwa
Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes als auch bei der Betreuung
bereits Erkrankter eine ganz besondere Rolle.
Erfolgreiche Diabetes- und Langzeitblutzucker-Tests
So wurden in Kärntens Apotheken in Kooperation mit dem Land knapp
5.600 Diabetes-Point-of-Care-Gesundheitstests durchgeführt. Bei 29,4
Prozent der Getesteten wurde ein erhöhtes Diabetes-Risiko
festgestellt. 5,3 Prozent der Testpersonen litten bereits an
Diabetes. Alleine durch diese Tests spart das Gesundheitssystem von
Kärnten über fünf Jahre insgesamt 6,76 Millionen Euro gegenüber dem
Nicht-Testen. Deshalb wird die erfolgreiche Kooperation 2026 auch
fortgeführt.
In Wien wurden bei einer Langzeitblutzucker- und Blutfettwerte-
Test-Aktion 51 Prozent von mehr als 440 Teilnehmenden, zu diesem
Zeitpunkt nicht mit Diabetes diagnostizierten Personen mit einem
erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert. Bei 21
Prozent wurde ein erhöhter HbA1c-Wert festgestellt, bei 17 Prozent
lag der Wert im Bereich von Prädiabetes und vier Prozent erreichten
HbA1c-Werte, die bereits einer Diabetes-Erkrankung entsprechen.
„Durch die flächendeckende Verteilung, den niederschwelligen
Zugang ohne Termin und Wartezeit und die bewährte Kooperation mit
Labors sind Apotheken die idealen Einrichtungen im Gesundheitswesen,
um verschiedene Testungen zur Früherkennung und Gesundheitsscreenings
durchzuführen. Unsere Test-Aktionen in den Bundesländern beweisen,
dass ein enormes Einsparungspotenzial in unserem bereits kränkelnden
Gesundheitssystem bei gleichzeitig hervorragender Versorgung sehr
wohl möglich sind“, fasst Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der
Österreichischen Apothekerkammer, zusammen.
Allen Betroffenen wurde eine weitere medizinische Abklärung
empfohlen.
Sichere Arzneimittelversorgung und Medikationsanalyse in
Apotheken
Chronisch erkrankte Menschen kennen den Weg in die Apotheke ums
Eck wohl nur zu gut. Nur dort können sie sich darauf verlassen,
einwandfreie und sichere Originalprodukte zu erhalten, die an jedem
Punkt der Produktions- und Lieferkette fachgerecht transportiert,
gelagert und sorgfältig geprüft wurden.
Neben der Medikamentenabgabe zählt aber auch die fachliche
Beratung – wie etwa die Medikationsanalyse – durch die mehr als 7.000
Apotheker:innen zum täglichen Angebot für Betroffene. „Mehr als
500.000 Menschen über 60 sind von Polypharmazie betroffen. Gerade
ältere Menschen sind durch die Fülle an Medikamenten oft überfordert
und verlieren über die Jahre leicht den Überblick. Das kann für jede
und jeden Einzelnen gesundheitlich negative und für das
Gesundheitssystem teure Folgen haben, die durch eine von
Apothekerinnen und Apothekern durchgeführte, strukturierte
Medikationsanalyse einfach und kostengünstig zu vermeiden sind“,
erklärt dazu Raimund Podroschko, 1. Vizepräsident der
Österreichischen Apothekerkammer.
Apothekerschaft sichert Versorgung auch in Krankenhäusern
Auch die medikamentöse Therapie in Österreichs Spitälern wird
immer komplexer und vielfältiger. Umso wichtiger ist es für die
Patient:innensicherheit, dass die mehr als 500 hochspezialisierten
Krankenhausapotheker:innen den gesamten Medikationsprozess begleiten.
Sie beraten und informieren Ärztinnen und Ärzte und das
Pflegepersonal zu allen arzneimittelrelevanten Fragestellungen,
unterstützen bei der Erarbeitung von Therapievorschlägen und besorgen
Arzneimittel aus dem In- und Ausland. Wenn notwendig, stellen sie für
Patient:innen maßgeschneiderte Medikamente her. In enger
Zusammenarbeit mit weiteren Berufsgruppen im Spital gewährleisten
Krankenhausapotheker:innen dadurch eine wirksame, sichere und
effiziente Arzneimitteltherapie.