Bau

Deloitte Studie: Europas Baubranche trotzt dem globalen Umsatzrückgang

Wien (OTS) – Nach dem Wachstum der letzten Jahre steht die
internationale
Baubranche aktuell vor Herausforderungen. Laut einem neuen Deloitte
Report erzielten die 100 größten börsennotierten Bauunternehmen im
Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtumsatz von 1,972 Billionen US-Dollar –
ein leichter Rückgang von 0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei zeigen
sich regionale Unterschiede: Während insbesondere China und die USA
Umsatzrückgänge verzeichneten, konnten die europäischen Baukonzerne
ihre Erlöse um rund 9 % steigern.

Mit den „Global Powers of Construction” analysiert Deloitte jährlich
den Status quo der internationalen Bauwirtschaft und ermittelt die
umsatzstärksten Bauunternehmen der Welt. Die aktuelle Studie zeigt:
Während derzeit wirtschaftliche Unsicherheiten, finanzielle
Einschränkungen und Herausforderungen in den Lieferketten die
Baubranche belasten, bleiben die langfristigen Aussichten dennoch
robust. Bis 2030 wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate
von 5,9 % erwartet.

Zwtl.: Strabag und Porr erneut unter den Top 100

Trotz starker internationaler Konkurrenz konnten sich im
vergangenen Geschäftsjahr erneut zwei österreichische Unternehmen im
Ranking behaupten. Die Strabag erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von
21,159 Milliarden US-Dollar und verteidigte damit ihre
Vorjahresplatzierung auf Rang 21. Zudem verbuchte das heimische
Unternehmen mit einem Plus von 105,1 % gegenüber dem Vorjahr den
stärksten Anstieg der Marktkapitalisierung unter den Top 30. Auch die
Porr hat es dieses Jahr wieder unter die Top 100 des Deloitte
Rankings geschafft: Mit einem Umsatz von 7,118 Milliarden US-Dollar
belegt sie Rang 52 (Vorjahr Platz 51).

„Auch wenn die österreichische Bauwirtschaft mit volatilen
Rohstoffpreisen, einer unübersichtlichen Zollpolitik und einem
anspruchsvollen Zinsumfeld konfrontiert ist, zeigen Strabag und Porr
eindrucksvoll, dass sie sich in diesem herausfordernden Umfeld nicht
nur behaupten, sondern gestärkt positionieren können. Die starke
Entwicklung der Marktkapitalisierung unterstreicht das Vertrauen des
Marktes in die heimischen Baukonzerne und ihre internationale
Wettbewerbsfähigkeit“, so Gabriele Etzl, Partnerin und Head of Real
Estate bei Deloitte Legal.

Zwtl.: China bleibt Spitzenreiter, doch Europa stärkt seine Position

An der Spitze des internationalen Rankings stehen weiterhin fünf
chinesische Baukonzerne. Die China State Construction Engineering
Corp. Ltd. (CSCEC) führt die Top 100 mit einem Umsatz von 289,688
Milliarden US-Dollar an. Insgesamt erwirtschafteten die chinesischen
Unternehmen 2025 rund 48,5 % des Gesamtumsatzes der Top 100 und
stellen damit nach wie vor den größten Anteil der weltweiten
Bautätigkeit. Mit der französischen Vinci-Gruppe und einem Umsatz von
84,343 Milliarden US-Dollar landet das umsatzstärkste europäische
Unternehmen auf Platz 6 des Rankings.

„Die europäische Konkurrenz schläft nicht: Während chinesische
Baukonzerne 2025 einen Umsatzrückgang von 5,5 % verzeichneten,
konnten europäische Unternehmen ihre Erlöse um rund 9 % steigern. Die
Märkte entwickeln sich also zunehmend auseinander – das eröffnet
europäischen Baukonzernen die Chance, ihre Position im
internationalen Wettbewerb weiter zu stärken“, erklärt Gabriele Etzl.

Zwtl.: Urbanisierung, Internationalisierung und Diversifizierung
sichern langfristige Wachstumsperspektiven

Ein wesentlicher Wachstumstreiber der Branche ist die zunehmende
Urbanisierung. Bereits heute lebt rund die Hälfte der Weltbevölkerung
in Städten, bis 2050 wird voraussichtlich fast zwei Drittel des
weltweiten Bevölkerungswachstums auf urbane Gebiete entfallen. Damit
einher geht auch eine verstärkte Bautätigkeit. Gleichzeitig setzen
die größten Baukonzerne verstärkt auf Diversifizierung und
Internationalisierung: Bei den 30 größten Unternehmen entfiel 2025
jeweils rund ein Viertel der Erlöse auf Tätigkeiten außerhalb des
klassischen Baugeschäfts sowie auf internationale Märkte. Besonders
europäische Konzerne sind global aufgestellt und erwirtschaften 67 %
ihrer Erlöse außerhalb ihrer Heimatländer.

„Die Branche hat gute Voraussetzungen, um vom langfristig steigenden
Bedarf an Bau- und Infrastrukturleistungen zu profitieren.
Entscheidend wird sein, wie gut die Unternehmen neue Märkte und
Geschäftsfelder erschließen und sich damit breiter aufstellen. Gerade
für europäische Baukonzerne eröffnet die internationale Präsenz
zusätzliche Wachstumschancen“, betont Gabriele Etzl abschließend.

Zum Download:

Studie Deloitte Global Powers of Construction

Grafik Deloitte Global Powers of Construction

Foto Gabriele Etzl Credits Angelika Schiemer

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