Wien (OTS) – Über 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Medien,
Politik, Wirtschaft
und Kommunikationsbranche trafen sich gestern beim traditionellen
„Privatsender-Heurigen“ des Verbands Österreichischer Privatsender (
VÖP). Im Mittelpunkt des Abends standen die aktuellen
Herausforderungen für den österreichischen Medienstandort und die
Frage, wie Medienvielfalt, journalistische Qualität und
wirtschaftliche Tragfähigkeit auch unter den veränderten digitalen
Wettbewerbsbedingungen gesichert werden können.
VÖP-Präsident Christian Stögmüller betonte in seiner Begrüßung
die zentrale Rolle unabhängiger Medien für Demokratie und
gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig stünden österreichische
Privatsender wirtschaftlich massiv unter Druck: Immer größere Teile
der Werbeerlöse fließen zu globalen Plattformen ab, während
österreichische Medien weiterhin hohe journalistische, regulatorische
und wirtschaftliche Verantwortung tragen. „ Wir erleben einen
tiefgreifenden Umbau des Medienmarkts. Österreichische Medien
konkurrieren heute nicht mehr nur miteinander, sondern mit globalen
Plattformkonzernen, die über völlig andere Größenordnungen und
Rahmenbedingungen verfügen. Diese Realität muss sich auch in der
Medienpolitik widerspiegeln, wenn Medienvielfalt und unabhängiger
Journalismus in Österreich erhalten bleiben sollen. “, so Stögmüller.
Das kürzlich vorgelegte VÖP-Thesenpapier „ Next Level
Medienpolitik – 15 Thesen für eine zukunftsorientierte Medienpolitik
“ formuliert dafür konkrete Ansatzpunkte: Eine ORF-Reform, die den
gesamten Medienstandort stärkt und Kooperation des ORF mit privaten
Medien forciert, den Ausbau und die Modernisierung der
Medienförderung, mehr Freiraum für Kooperationen und Zusammenschlüsse
privater Medien sowie faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber globalen
Plattformen. Besonders wichtig sei, dass der Privatrundfunk
angesichts seiner hohen Reichweite und gesellschaftlichen Bedeutung
angemessen berücksichtigt werde.
Stögmüller warnte zugleich vor zusätzlichen Belastungen: „ Neue
Abgaben oder zusätzliche regulatorische Verpflichtungen für
österreichische Privatsender wären in der derzeitigen Situation der
völlig falsche Schritt. Wer österreichische Medienvielfalt sichern
will, darf nicht jene Anbieter belasten, die hier investieren,
Arbeitsplätze schaffen und journalistische Inhalte produzieren. “
Eröffnet wurde der Abend von VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm
: „ Der Privatsender-Heurige findet heuer zum 15. Mal statt. Mit
dieser Veranstaltung wollen wir Gelegenheit zum persönlichen
Austausch über aktuelle medienpolitische und wirtschaftliche
Entwicklungen bieten – und unseren Gästen einfach auch einen schönen
Abend ermöglichen. “
Unter den Gästen waren unter anderem Vertreter:innen der
Bundesregierung und des Parlaments, darunter Bundeskanzler Christian
Stocker , die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures ,
Vizekanzler Andreas Babler , Bundesministerin Claudia Bauer ,
Staatssekretärin Michaela Schmidt , die parlamentarischen
Mediensprecher:innen Klaus Seltenheim (SPÖ), Henrike Brandstötter (
NEOS) und Sigi Maurer (Grüne) sowie der ÖVP-Generalsekretär Markus
Gstöttner . Von der Regulierungsbehörde KommAustria waren Martina
Hohensinn und Thomas Petz gekommen, von der RTR Wolfgang Struber .
Auch aus der Medienbranche waren zahlreiche Vertreter:innen anwesend,
u.a. vom ORF Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer sowie die
amtierende Generaldirektorin Ingrid Thurnher und der designierte
Generaldirektor Clemens Pig , vom deutschen Privatsenderverband
VAUNET Marco Maier und Heiko Zysk , vom Verband Österreichischer
Zeitungen Rainer Nowak und Gerald Grünberger , und vom Verband der
Regionalmedien Fritz Dungl . Aus der Werbe- und Kommunikationsbranche
waren unter anderem Sabine Auer-Germann (Adverserve), Stefan Zoisl (
Dentsu), Thomas Bokesz (IPG), Markus Latzka (Wirz), Harald Chromy (
Forstinger) und Joanna Jarosz-Bahr (XXXLutz) gekommen.
Zu den Bildern des Abends: https://www.voep.at/privatsender-
heuriger-2026