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Freizeitwirtschaft: Kultureuros treffen jede Wienerin und jeden Wiener

Wien (OTS) – Der kolportierte „Kultureuro“, einer zusätzlichen Abgabe
zugunsten
der Stadt auf Tickets und Eintrittskarten, stößt auf Ablehnung
seitens der Wiener Freizeit- und Eventbranche. So wären von einer
solchen Steuer alle öffentlichen Veranstaltungen in Wien betroffen
und damit auch alle Bewohner der Stadt. „Hier trifft es jede einzelne
Wienerin und jeden Wiener – und das in Zeiten der allgemeinen
Teuerung. Jedes Konzert, jede Theatervorführung, jeder Ball oder
jedes Vereinsfest, das Karten verkauft, wird dadurch teurer“, so
Gerti Schmidt, Obfrau der Fachgruppe der Freizeitbetriebe in der
Wirtschaftskammer Wien.

Für Schmidt ist auch klar, dass darüber hinaus ein solcher
Kultureuro nicht nur das Leben der Wienerinnen und Wiener treffen
würde, sondern auch das Überleben einzelner Events: „Wenn wir hören,
dass hier zehn Prozent oder sogar noch mehr vom Ticketpreis angedacht
sind und wir wissen, wie knapp Veranstalter mit ihren Ticketpreisen
kalkulieren müssen, ist klar: Das kann sich oft nicht ausgehen. Da
werden Besucher wegbleiben und damit viele Events nicht mehr
kostendeckend sein können. Geschweigen denn ein Gewinn für die
Veranstalter sein.“ Damit ginge dann nicht nur die Geschäftsgrundlage
vieler Veranstalter verloren, sondern auch die Finanzierungsgrundlage
vieler Vereine im Freizeitsektor, so Schmidt: „Viele Sportclubs etwa
bessern ihre Jahresbudgets durch Veranstaltungen wie einen jährlichen
Ball auf. Bleiben dort dann die Gäste aus, weil sie sich die Tickets
nicht mehr leisten können, trifft das die Vereine direkt. Und wenn
diese Feste dann wegfallen trifft das alle beteiligten Branchen: Vom
Locationbetreiber, über die Caterer und vielen weiteren Zulieferern
bis hin zu den Taxis.“ So Schmidt, die abschließend festhält: „Hier
holt sich die Stadt Zusatzeinnahmen, denn sie verdient vom ersten
Ticket an. Die Wienerinnen und Wiener müssen tiefer in die Tasche
greifen und die Veranstalter haben ein höheres Risiko, dass sie es
nicht in die Gewinnzone schaffen. Und wir alle laufen Gefahr, dass
viele Veranstaltungen, die Wien ausmachen, künftig nicht mehr
stattfinden können. Und damit wird das Angebot der Kultur- und
Freizeitstadt Wien eingeschränkt.“