Linz (OTS) – Die AK Oberösterreich präsentiert in Zusammenarbeit mit
theater@work
ab 6. Oktober 2026 einen bewegenden Theatermonolog für junges
Publikum über Mut, Menschlichkeit und Widerstand. Das Auftragswerk
des oberösterreichischen Dramatikers Thomas Arzt erzählt die wahre
Geschichte von Anna Hackl, geborene Langthaler, die als 14-Jährige
Zeugin der sogenannten „Mühlviertler Hasenjagd“ wurde – eines der
grausamsten NS-Verbrechen auf oberösterreichischem Boden. Damit setzt
die AK Oberösterreich ein bewusstes Zeichen für Erinnerungskultur und
Demokratiebildung.
Der Theatermonolog erzählt aus der Perspektive der 14-Jährigen
Anna, die am Dachboden ihres Elternhauses sitzt und durch ihr
„Weltfenster“ blickt. Draußen passiert Schlimmes. Die Menschen im
Dorf beteiligen sich über Nacht an einem brutalen Verbrechen. Blut
säumt bald die Straßen. Leichen auf den Feldern. Und Unruhe in Annas
Gedanken: Soll sie einfach wegsehen, wenn „der Faschismus tobt und
tötet“?
Oberösterreichische Geschichte, oberösterreichische Produktion
Mit Thomas Arzt konnte einer der renommiertesten Dramatiker des
Landes für das Projekt gewonnen werden. Die sogenannte „Mühlviertler
Hasenjagd“ ist Teil der oberösterreichischen Landesgeschichte. Sie
hat hier stattgefunden und erinnert uns daran, wohin Hass,
Ausgrenzung und das Schweigen der Mehrheit führen können.
Gleichzeitig hat diese Geschichte weit über Oberösterreich hinaus
Bedeutung. Inszeniert wird das Kammerspiel von der Linzer Regisseurin
Heidelinde Leutgöb, in der Ausstattung von Jan Hax Halama. Die Linzer
Schauspielerin Julia Frisch bringt das Stück auf die Bühne, begleitet
wird sie dabei von dem Musiker und Perkussionisten Andreas Huber. Die
Produktion setzt bewusst auf einen kleinen Aufführungsrahmen. Die
intime Atmosphäre ermöglicht es, das Publikum unmittelbar
anzusprechen und emotional zu erreichen – ähnlich, wie es Anna Hackl
mit ihren persönlichen Erzählungen gelungen ist.
Anna Hackl prägte Generationen
Über Jahrzehnte hinweg hat Anna Hackl unermüdlich dazu beigetragen,
die Erinnerung an die sogenannte „Mühlviertler Hasenjagd“
wachzuhalten. Besonders ihre Gespräche mit jungen Menschen an Schulen
haben Generationen geprägt und gezeigt, wie wichtig persönliches
Erzählen für das Verständnis von Geschichte ist.
Für die AK Oberösterreich stellte sich die Frage: Wie kann
Erinnerung lebendig bleiben, wenn jene Menschen, die sie erlebt
haben, bald nicht mehr selbst erzählen können? „ Anna Hackl hat einen
unschätzbaren Beitrag zur österreichischen Erinnerungskultur
geleistet. Niemand wird ihre besondere Art des Erzählens ersetzen
können “, betont AK-Präsident Andreas Stangl.
Uraufführung und Abendvorstellungen
Das Interesse ist bereits jetzt enorm: Die Schulveranstaltungen des
Theaterstücks „Anna erzählt“ waren schon Monate vor dem Start nahezu
ausgebucht. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Arbeiterkammer
Oberösterreich Anfang 2027 zusätzliche Termine für Schulklassen
anbieten. Gleichzeitig öffnet die AK das Stück auch für ein
erwachsenes Publikum: Die Uraufführung von „Anna erzählt“ findet am
6. Oktober um 19 Uhr im Kongresssaal der AK Linz statt. Weitere
öffentliche Vorstellungen werden am 9., 12., 22. Oktober und 12.
November 2026, jeweils um 19 Uhr, angeboten. Infos und Tickets unter:
ooe.arbeiterkammer.at/kultur